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System Engineer

System Engineers planen, bauen und betreiben die IT-Infrastruktur eines Unternehmens: Server, Netzwerke, Betriebssysteme, Virtualisierung und Cloud-Dienste. Sie sorgen dafür, dass Systeme laufen, sicher sind und Ausfälle schnell behoben werden.

24 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als System Engineer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.900 € 4.600 € 5.400 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.700 € 7.500 € 68.400 €

Am stärksten wirken Branche und Region: Banken, Versicherungen und Industriekonzerne im Süden und Rhein-Main-Gebiet zahlen deutlich mehr als kleine Systemhäuser oder Träger im Sozialbereich. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 9b bis 12, in der Metall- und Elektroindustrie nach dem jeweiligen IG-Metall-Tarif; Rufbereitschaft wird häufig zusätzlich vergütet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein System Engineer?

System Engineers verantworten die technische Basis, auf der Anwendungen laufen. Sie richten Server ein, konfigurieren Betriebssysteme wie Linux und Windows Server, verwalten Virtualisierungsplattformen, Speichersysteme und Netzwerkkomponenten und betreiben Dienste in Rechenzentren oder in der Cloud bei Anbietern wie Azure, AWS oder Google Cloud. Zum Alltag gehören Updates und Patches, Backup- und Restore-Tests, Monitoring-Auswertungen, Benutzer- und Rechteverwaltung im Active Directory sowie die Analyse von Störungen, die aus dem Helpdesk eskaliert werden.

Ein großer Teil der Arbeit ist Automatisierung. Statt Systeme einzeln von Hand zu konfigurieren, schreiben System Engineers Skripte in PowerShell, Bash oder Python und arbeiten mit Werkzeugen wie Ansible, Terraform oder Kubernetes. Dazu kommen Projekte: Migration eines Mailsystems, Ablösung veralteter Hardware, Aufbau einer neuen Standortvernetzung. Dokumentation, Abstimmung mit Fachabteilungen und Lieferanten und die Bewertung von Sicherheitslücken nehmen mehr Zeit ein, als Außenstehende vermuten.

Wie wird man System Engineer?

Der häufigste Weg führt über die Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration, drei Jahre dual im Betrieb und in der Berufsschule. Danach folgen meist einige Jahre im First- oder Second-Level-Support oder in der Systemadministration, bevor die Bezeichnung System Engineer geführt wird. Der zweite Weg ist ein Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder technischer Informatik, als Bachelor an Hochschule oder Universität, oft auch als duales Studium.

Quereinstiege sind in diesem Feld realistischer als in vielen anderen Berufen. Wer aus einem technischen Beruf kommt, sich Linux, Netzwerkgrundlagen und Skripting selbst erarbeitet und das mit Zertifikaten belegt, findet Einstiegsstellen. Verbreitete Nachweise sind CompTIA Network+, Microsoft- und AWS-Zertifizierungen, LPIC oder Cisco CCNA. Ohne praktische Nachweise bleibt der Einstieg allerdings schwierig, Zertifikate allein genügen selten.

Was der Beruf verlangt

Systeme müssen laufen, auch nachts und an Feiertagen. Rufbereitschaft ist in vielen Unternehmen Teil der Stelle, Wartungsfenster liegen bewusst am Wochenende oder in der Nacht. Bei größeren Störungen entsteht Druck von allen Seiten, während die Ursache noch unklar ist. Wer Fehlersuche unter Zeitdruck als belastend empfindet, wird damit dauerhaft Mühe haben.

Die Technik veraltet schnell. Was heute Standard ist, kann in fünf Jahren abgelöst sein, Weiterbildung findet oft auch in der Freizeit statt. Dazu kommt, dass die Arbeit unsichtbar bleibt, solange sie gelingt: Anerkennung gibt es selten, Kritik dagegen sofort. Englisch ist Pflicht, weil Dokumentation, Fehlermeldungen und Support meist englischsprachig sind. Verlässlichkeit und sauberes Dokumentieren zählen mehr als spektakuläre Einzellösungen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und breit verteilt: Industrie, öffentliche Verwaltung, Krankenhäuser, Banken, Handel und IT-Dienstleister suchen gleichermaßen. Der Fachkräftemangel im IT-Betrieb ist deutlich, erfahrene Kräfte können zwischen Angeboten wählen. Homeoffice ist verbreitet, mit Einschränkungen dort, wo Hardware vor Ort betreut wird.

Entwicklungswege führen in die Spezialisierung, etwa Netzwerk, Cloud-Architektur, Virtualisierung oder IT-Sicherheit, oder in Richtung DevOps und Site Reliability Engineering. Alternativ öffnen sich Rollen als Systemarchitekt, Projektleiter oder Teamleiter des IT-Betriebs. Auch Beratung und Presales bei Herstellern und Dienstleistern sind gängige Übergänge.

Aufgaben

  • Server, Betriebssysteme und Virtualisierungsplattformen einrichten und pflegen
  • Updates, Patches und Sicherheitskonfigurationen einspielen
  • Netzwerke, Firewalls und VPN-Zugänge konfigurieren
  • Cloud-Ressourcen bereitstellen und Kosten im Blick behalten
  • Backups einrichten und Wiederherstellungen testen
  • Störungen analysieren und im Second- oder Third-Level beheben
  • Routineaufgaben per Skript und Konfigurationsmanagement automatisieren
  • Infrastruktur dokumentieren und Migrationsprojekte begleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene IT-Ausbildung, ein Informatikstudium oder belegbare Praxis aus dem Quereinstieg
  • Sichere Kenntnisse in Linux und Windows Server sowie in Netzwerkgrundlagen
  • Erfahrung mit Skripting, etwa PowerShell, Bash oder Python
  • Englisch in Wort und Schrift für Dokumentation und Herstellersupport
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Wartungsarbeiten außerhalb der Regelzeiten
  • Strukturiertes, dokumentiertes Arbeiten und Ruhe bei Störungen
  • Führerschein, wenn mehrere Standorte betreut werden

Wo man arbeitet

  • IT-Abteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • IT-Dienstleister und Systemhäuser
  • Rechenzentren und Cloud-Anbieter
  • Behörden, Kliniken und Hochschulen
  • Banken und Versicherungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration, gefolgt von einigen Jahren in Support oder Systemadministration. Alternativ führt ein Bachelor in Informatik oder Wirtschaftsinformatik in drei bis vier Jahren in den Beruf. Herstellerzertifikate von Microsoft, AWS, Cisco oder Linux-Verbänden ergänzen beide Wege und sind für den Quereinstieg oft entscheidend.

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