Store Manager
Store Manager leiten eine Filiale im Einzelhandel: Sie verantworten Umsatz, Personal und Warenpräsentation und stehen dabei selbst mit auf der Fläche. Die Aufgabe verbindet kaufmännische Steuerung mit Führung eines Teams und direktem Kundenkontakt.
13 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Store Manager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.700 € | 4.400 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.500 € | 6.000 € | 54.000 € |
Entscheidend sind Betriebsgröße, Umsatz des Standorts und Tarifbindung: Im Tarifvertrag für den Einzelhandel (je nach Bundesland) liegen Filialleitungen in den oberen Gehaltsgruppen, viele Filialisten und Franchisebetriebe zahlen dagegen frei verhandelt und teils darunter. Umsatzabhängige Prämien und Bonusregelungen machen häufig einen erheblichen Teil der Vergütung aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Store Manager?
Ein Store Manager führt eine Verkaufsstelle - eine Modefiliale, einen Elektronikmarkt, einen Drogerie- oder Lebensmittelstandort, ein Franchisegeschäft. Der Tag beginnt oft vor der Öffnung mit der Auswertung der Zahlen vom Vortag: Umsatz, Kundenfrequenz, Durchschnittsbon, Retourenquote. Daraus ergeben sich die Schwerpunkte für den Tag. Dazu kommen Dienstplanung, Warenannahme, Kontrolle der Bestände, Umbau der Präsentationsflächen nach den Vorgaben der Zentrale, Kassenabschluss und Bargeldhandling.
Ein großer Teil der Arbeit ist Personalführung: Mitarbeitende einarbeiten, Verkaufsgespräche beobachten und nachbesprechen, Aushilfen und Auszubildende anleiten, Urlaub und Krankheitsausfälle auffangen. Store Manager sitzen selten im Büro. Sie verkaufen mit, räumen ein, bearbeiten Beschwerden und übernehmen Kassenschichten, wenn Personal fehlt. Nach oben berichten sie an eine Bezirks- oder Regionalleitung, die Ziele setzt und Kennzahlen einfordert.
Wie wird man Store Manager?
Der klassische Weg führt über eine Ausbildung als Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel oder als Verkäufer mit anschließender Weiterqualifikation, dann über die Stufen Verkäufer, stellvertretende Filialleitung, Filialleitung. Zwei bis fünf Jahre Erfahrung auf der Fläche erwarten die meisten Unternehmen. Alternativ steigen Absolventen eines betriebswirtschaftlichen Studiums oder eines Handelsfachwirt-Programms über Trainee-Stellen ein, teils direkt als Nachwuchsführungskraft.
Quereinstieg ist in dieser Branche üblich, besonders aus Gastronomie, Hotellerie und Service. Wer Schichtbetrieb, Kundenkontakt und Teamführung nachweisen kann, wird häufig genommen und im Unternehmen geschult. Formale Zusatzqualifikationen sind der Handelsfachwirt oder ein Ausbilderschein.
Was der Beruf verlangt
Einzelhandel heißt Öffnungszeiten. Spätdienste, Samstage, verkaufsoffene Sonntage, das Weihnachtsgeschäft, Inventur. Wer Verantwortung für eine Filiale trägt, ist zudem der Ansprechpartner bei Ausfällen, Einbrüchen und technischen Störungen, auch außerhalb der eigenen Schicht. Vollzeit bedeutet hier oft mehr als die vereinbarte Stundenzahl, und der Ausgleich funktioniert nicht in jedem Betrieb.
Körperlich ist die Arbeit fordernder, als der Titel vermuten lässt: Stehen über Stunden, Kartons heben, Ware umbauen. Der Druck kommt über Kennzahlen. Bleibt der Umsatz hinter Plan, folgen Gespräche mit der Regionalleitung. Gleichzeitig ist der Personalschlüssel meist knapp, Fluktuation hoch, und die Suche nach Aushilfen dauerhafte Nebenaufgabe. Konflikte im Team und schwierige Kunden gehören zum Alltag, ebenso die Erfahrung, Vorgaben umsetzen zu müssen, die vor Ort nicht passen.
Aussichten
Führungskräfte auf der Fläche werden gesucht, weil viele Erfahrene aus dem Einzelhandel abwandern. Wer bleibt, kommt vergleichsweise schnell voran. Entwicklungswege führen zur Leitung größerer oder umsatzstärkerer Standorte, zur Bezirks- oder Regionalleitung mit mehreren Filialen, in den Vertrieb, ins Category Management oder in Zentralfunktionen wie Personalentwicklung und Expansion. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit als Franchisenehmer ist verbreitet.
Der stationäre Handel steht unter Druck durch Onlinegeschäft und Standortschließungen, besonders in Innenstädten und im Textilbereich. Stabiler sind Lebensmittelhandel, Drogerien und Fachmärkte. Erfahrung mit verknüpften Kanälen, Warenwirtschaftssystemen und Personalsteuerung erhöht die Chancen deutlich.
Aufgaben
- Umsatz-, Kosten- und Personalkennzahlen der Filiale steuern
- Dienst- und Urlaubspläne erstellen und Ausfälle abdecken
- Mitarbeitende einarbeiten, anleiten und Feedback geben
- Warenbestellung, Wareneingang und Bestandskontrolle verantworten
- Verkaufsflächen und Schaufenster nach Vorgaben gestalten
- Kassenabschluss, Tageseinnahmen und Inventur verantworten
- Kundenbeschwerden und Reklamationen abschließend bearbeiten
- An Regional- oder Bezirksleitung berichten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, Handelsfachwirt oder betriebswirtschaftliches Studium
- Mehrjährige Erfahrung im Verkauf, idealerweise mit erster Führungsverantwortung
- Sicherer Umgang mit Kennzahlen, Warenwirtschaftssystemen und Dienstplanung
- Bereitschaft zu Spät-, Samstags- und Feiertagsdiensten
- Belastbarkeit, Durchsetzungsvermögen und Freude am Kundenkontakt
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Warenhandling
Wo man arbeitet
- Filialen von Mode- und Textilketten
- Lebensmittelmärkte und Discounter
- Elektronik-, Bau- und Fachmärkte
- Drogerien und Parfümerien
- Franchisebetriebe und Flagship-Stores
- Outlet-Center und Bahnhofs- oder Flughafenstandorte
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung als Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel, gefolgt von einigen Jahren Verkaufspraxis und dem Aufstieg über die stellvertretende Filialleitung. Wer schneller vorankommen will, absolviert die Weiterbildung zum Handelsfachwirt (etwa zwei Jahre in Teilzeit) oder steigt nach einem BWL-Studium in ein ein- bis zweijähriges Traineeprogramm ein. Quereinsteiger mit Service- und Führungserfahrung werden häufig intern geschult.
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