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Finanzen & Controlling

Steuerreferent

Steuerreferenten betreuen die steuerlichen Angelegenheiten eines Unternehmens von innen heraus: Sie erstellen Steuererklärungen, prüfen Sachverhalte auf ihre steuerlichen Folgen und begleiten Betriebsprüfungen. Der Beruf ist die Alternative zur Kanzlei für Menschen mit steuerlichem Fachwissen.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Steuerreferent verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.500 € 5.300 € 54.000 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.200 € 7.500 € 74.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.800 € 8.500 € 11.000 € 102.000 €

Entscheidend sind Unternehmensgröße und das Steuerberaterexamen - im DAX-Konzern liegt das Gehalt deutlich über dem im Mittelstand, und mit bestandenem Examen steigt es meist sprunghaft. Einen einheitlichen Tarifvertrag gibt es nicht; in tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie oder des Bankgewerbes richtet sich die Vergütung nach den jeweiligen Branchentarifen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Steuerreferent?

Steuerreferenten arbeiten in der Steuerabteilung eines Unternehmens oder Konzerns. Sie erstellen und prüfen die Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärungen der Gesellschaften, berechnen Steuerrückstellungen und latente Steuern für den Jahresabschluss und stimmen sich dabei eng mit der Bilanzbuchhaltung ab. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, geplante Geschäftsvorgänge im Vorfeld steuerlich zu bewerten: Was passiert umsatzsteuerlich, wenn Ware über ein Konsignationslager in Frankreich läuft? Welche Folgen hat die Gründung einer Tochtergesellschaft in Polen? Welche Betriebsstätte entsteht, wenn ein Monteur acht Monate auf einer Baustelle im Ausland arbeitet?

Dazu kommen Umsatzsteuervoranmeldungen, Meldungen wie die zusammenfassende Meldung, Verrechnungspreisdokumentation, die Betreuung der steuerlichen Außenprüfung und die Kommunikation mit Finanzamt, Wirtschaftsprüfern und externen Beratern. In internationalen Unternehmen kommen Themen wie Quellensteuern, Doppelbesteuerungsabkommen und seit einiger Zeit die globale Mindeststeuer hinzu. Wer in einem kleineren Unternehmen arbeitet, deckt die ganze Breite ab; im Konzern ist die Arbeit stärker spezialisiert, etwa nur Umsatzsteuer oder nur Verrechnungspreise.

Wie wird man Steuerreferent?

Der übliche Weg führt über ein wirtschaftswissenschaftliches oder juristisches Studium mit Schwerpunkt Steuern, oft an einer Universität, häufig auch über die Hochschule für Finanzen und ein paar Jahre in der Finanzverwaltung. Ein zweiter, gut begehbarer Weg beginnt mit der Ausbildung zum Steuerfachangestellten, führt über die Fortbildung zum Steuerfachwirt und dann in ein Unternehmen. Viele Steuerreferenten haben zuvor in einer Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gearbeitet und wechseln nach einigen Jahren auf die Mandantenseite.

Das Steuerberaterexamen ist keine formale Voraussetzung, wird aber von vielen Arbeitgebern erwartet oder zumindest gefördert. Ohne Examen ist der Einstieg möglich, der Aufstieg in Leitungspositionen fällt damit deutlich leichter. Quereinstieg aus der Buchhaltung oder aus dem Finanzamt kommt regelmäßig vor.

Was der Beruf verlangt

Steuerrecht ändert sich ständig. Wer den Beruf ausübt, liest dauerhaft Gesetzesänderungen, BMF-Schreiben und Urteile - das ist Teil der Arbeit, nicht ein Extra für den Feierabend. Die Belastung ist ungleich verteilt: Zum Jahresabschluss, zu Abgabefristen und während einer Betriebsprüfung wird es eng, dazwischen ist das Pensum meist gut planbar. Überstunden gehören in den Spitzenzeiten dazu, Schichtdienst nicht.

Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit mit Tabellen, Steuersoftware und ERP-Systemen. Wer Genauigkeit und lange Denkketten nicht mag, wird unglücklich: Ein übersehener Paragraf kann sechsstellige Nachzahlungen auslösen. Gleichzeitig braucht es die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte so zu erklären, dass Vertrieb oder Geschäftsführung eine Entscheidung treffen können. Homeoffice ist in vielen Unternehmen weitgehend möglich.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Steuerliche Anforderungen nehmen zu, gleichzeitig fehlt es an qualifiziertem Nachwuchs, weil viele Absolventen in die Beratung gehen. Wer das Steuerberaterexamen hat, kann in nahezu jedem größeren Unternehmen unterkommen. Entwicklungswege führen zum Senior Tax Manager, zur Leitung der Steuerabteilung, in die Spezialisierung auf Umsatzsteuer oder Verrechnungspreise oder zurück in die Beratung. Auch ein Wechsel in angrenzende Bereiche wie Konzernrechnungswesen oder Treasury ist üblich. Routinearbeiten wie Voranmeldungen werden zunehmend automatisiert, die beratende Tätigkeit bleibt.

Aufgaben

  • Steuererklärungen für inländische Gesellschaften erstellen und prüfen
  • Umsatzsteuervoranmeldungen und Meldepflichten abwickeln
  • Steuerrückstellungen und latente Steuern für den Abschluss berechnen
  • geplante Geschäftsvorgänge steuerlich bewerten und Fachbereiche beraten
  • Betriebsprüfungen begleiten und Anfragen des Finanzamts beantworten
  • Verrechnungspreisdokumentation erstellen und pflegen
  • Gesetzesänderungen und Rechtsprechung auswerten und im Unternehmen umsetzen
  • mit externen Beratern und Wirtschaftsprüfern zusammenarbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium in Wirtschaftswissenschaften oder Rechtswissenschaften mit Steuerschwerpunkt oder Fortbildung zum Steuerfachwirt
  • fundierte Kenntnisse im deutschen Steuerrecht, insbesondere Umsatz-, Körperschaft- und Gewerbesteuer
  • Steuerberaterexamen für höhere Positionen faktisch erwartet
  • sicherer Umgang mit Excel, Steuersoftware und ERP-Systemen
  • Englischkenntnisse bei international tätigen Unternehmen
  • Genauigkeit, Belastbarkeit in Abschluss- und Prüfungsphasen
  • Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären

Wo man arbeitet

  • Steuerabteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Konzernzentralen und Holdinggesellschaften
  • Banken und Versicherungen
  • Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Verbände und öffentliche Unternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium mit steuerlichem Schwerpunkt, das drei bis fünf Jahre dauert und mit Bachelor, Master oder Staatsexamen abschließt. Alternativ führt der Weg über die dreijährige Ausbildung zum Steuerfachangestellten und die Fortbildung zum Steuerfachwirt. Das Steuerberaterexamen wird meist berufsbegleitend nach mehreren Jahren Praxis abgelegt.

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