Zum Inhalt springen
Finanzen & Controlling

Sozialversicherungsfachangestellte*r

Sozialversicherungsfachangestellte bearbeiten Anträge und Leistungsfälle bei Krankenkassen, Renten- oder Unfallversicherungsträgern. Sie berechnen Beiträge und Leistungen, prüfen Ansprüche und beraten Versicherte und Arbeitgeber.

0 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sozialversicherungsfachangestellte*r verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.800 € 4.300 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.500 € 5.600 € 54.000 €

Bezahlt wird fast durchgängig nach Tarif: TVöD beziehungsweise Haustarife der Krankenkassen (etwa BAT/AOK-Neu, TV-DRV, MTV für die Ersatzkassen), dazu Jahressonderzahlung und betriebliche Altersversorgung. Die Höhe hängt vor allem von Entgeltgruppe und Stufe ab, also von Fallschwierigkeit und Berufsjahren; Beamtenverhältnisse bei einzelnen Trägern führen zu abweichenden Netto-Verhältnissen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sozialversicherungsfachangestellter?

Sozialversicherungsfachangestellte wenden Sozialrecht auf einzelne Fälle an. Wer krankgeschrieben ist und Krankengeld braucht, wer eine Erwerbsminderungsrente beantragt, wer nach einem Arbeitsunfall Leistungen erhält - hinter jedem dieser Vorgänge steht eine Sachbearbeitung, die Unterlagen sichtet, Versicherungszeiten prüft, Fristen beachtet und einen Bescheid erstellt. Dazu gehört das Rechnen: Beitragshöhen aus Meldungen der Arbeitgeber ermitteln, Krankengeld aus dem Regelentgelt ableiten, Rentenzeiten bewerten, Erstattungsansprüche zwischen Trägern klären.

Ein zweiter, ebenso großer Teil ist die Beratung. Versicherte rufen an oder kommen in die Geschäftsstelle, oft in belastenden Lebenslagen: nach einer schweren Erkrankung, bei einer bevorstehenden Rente, bei Ablehnung eines Antrags. Auch Arbeitgeber, Steuerbüros und Ärzte melden sich mit Fragen zum Meldeverfahren oder zur Beitragspflicht. Je nach Fachrichtung - Allgemeine Krankenversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung, Knappschaft oder landwirtschaftliche Sozialversicherung - unterscheiden sich die Rechtsgebiete deutlich, die Arbeitsweise ähnelt sich.

Wie wird man Sozialversicherungsfachangestellter?

Über eine dreijährige duale Ausbildung bei einem Sozialversicherungsträger. Die Träger führen einen großen Teil des Unterrichts in eigenen Bildungszentren durch, oft in Blockform mit Internatsunterbringung, ergänzt durch die Berufsschule. Eingestellt werden meist Bewerber mit mittlerem Abschluss, Fachhochschulreife oder Abitur; bei begehrten Kassen ist die Auswahl über Tests und Gespräche recht streng. Ein Quereinstieg ist möglich, etwa aus kaufmännischen Berufen, der öffentlichen Verwaltung oder aus Steuerbüros, führt aber meist über eine längere Einarbeitung in ein festes Rechtsgebiet. Wer studieren möchte, findet an den Hochschulen der Sozialversicherungsträger duale Studiengänge in Sozialversicherungsrecht oder Verwaltungsmanagement.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist ein Bürojob mit hohem Textanteil: Gesetze, Richtlinien, Rundschreiben, Rechtsprechung. Wer nicht gern liest und präzise formuliert, wird damit nicht glücklich. Das Recht ändert sich laufend, Fortbildung gehört dauerhaft dazu. Die Fallzahlen sind hoch, in vielen Häusern arbeiten die Teams mit Rückständen, und Bearbeitungsvorgaben setzen Tempo. Gespräche mit Versicherten können anstrengend sein, besonders wenn ein Antrag abgelehnt werden muss und die Entscheidung persönlich hart trifft. Die Arbeitszeiten sind dafür verlässlich: Gleitzeit, kaum Wochenendarbeit, weitgehend Homeoffice-fähig, gute Teilzeitmöglichkeiten.

Aussichten

Die Träger suchen dauerhaft Nachwuchs, weil viele Beschäftigte in den kommenden Jahren in Rente gehen. Die Beschäftigung ist ausgesprochen stabil, unbefristete Übernahme nach der Ausbildung ist die Regel. Entwicklung läuft über Spezialisierung - Widerspruchsstelle, Prüfdienst, Versorgungsmanagement, Regress, Krankenhausabrechnung - oder über Fortbildungen zum Sozialversicherungsfachwirt und Weiterqualifikationen in Richtung Teamleitung. Digitalisierung verändert die Sachbearbeitung: Einfache Massenvorgänge werden automatisiert, während die Beratung und die schwierigen Rechtsfälle bleiben. Wer sich in ein Rechtsgebiet richtig einarbeitet, ist auch für Krankenhäuser, Verbände, Arbeitgeberberatung oder Rentenberatung interessant.

Aufgaben

  • Anträge auf Renten, Krankengeld oder Rehabilitationsleistungen prüfen
  • Beiträge aus Arbeitgebermeldungen berechnen und Beitragsrückstände klären
  • Bescheide und Schreiben rechtssicher formulieren
  • Versicherte und Arbeitgeber telefonisch und persönlich beraten
  • Versicherungspflicht und Zuständigkeit klären, auch bei Auslandsbezug
  • Widersprüche bearbeiten und Erstattungsansprüche zwischen Trägern abwickeln
  • Mitgliedschaften anlegen, ändern und beenden
  • Gesetzesänderungen und Rundschreiben in die eigene Fallbearbeitung übernehmen

Voraussetzungen

  • mittlerer Schulabschluss, Fachhochschulreife oder Abitur
  • sichere Rechtschreibung und Ausdrucksfähigkeit für Bescheide und Schriftverkehr
  • Freude an Zahlen und an genauem Rechnen
  • Bereitschaft, sich dauerhaft in Gesetzestexte einzuarbeiten
  • Geduld und Sachlichkeit im Umgang mit belasteten Menschen
  • Sorgfalt und Verlässlichkeit beim Umgang mit Sozialdaten

Wo man arbeitet

  • gesetzliche Krankenkassen
  • Träger der Deutschen Rentenversicherung
  • Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
  • Knappschaft und landwirtschaftliche Sozialversicherung
  • Pflegekassen und Verbände der Sozialversicherung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten bei einem Versicherungsträger, mit Abschlussprüfung und Wahl einer Fachrichtung wie Allgemeine Krankenversicherung, Rentenversicherung oder Unfallversicherung. Der theoretische Unterricht findet großteils in eigenen Bildungszentren der Träger statt, häufig in mehrwöchigen Blöcken. Alternativ führen duale Studiengänge an den Hochschulen der Sozialversicherung in vergleichbare Tätigkeiten.

Offene Stellen als Sozialversicherungsfachangestellte*r

In der Suche fortsetzen

Zu diesem Beruf steht gerade keine Anzeige im Bestand. Der Bestand wird täglich abgeglichen; die Suche zeigt auch verwandte Bezeichnungen.

Verwandte Berufe

Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen

Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen beraten Privat- und Firmenkunden zu Versicherungsschutz, Vorsorge und Geldanlagen, schließen Verträge ab und bearbeiten Schadensfälle. Sie arbeiten bei Versicherern, in Agenturen oder im Maklerbüro.

Offene Stellen
22
Monatsbrutto
2.700 – 7.000 €

Kaufmann für Büromanagement

Kaufleute für Büromanagement organisieren den Schreibtischbetrieb einer Einrichtung: Sie bearbeiten Post und E-Mails, führen Termine und Akten, schreiben Rechnungen und sind meist die erste Ansprechperson für Anfragen von außen.

Offene Stellen
24
Monatsbrutto
2.200 – 4.300 €

Steuerfachangestellter

Steuerfachangestellte erledigen in Steuerberatungskanzleien die laufende Buchhaltung, Lohnabrechnungen und Steuererklärungen für Mandanten. Sie arbeiten mit Zahlen, Fristen und Steuerrecht und sind erste Ansprechpartner für viele Mandantenfragen.

Offene Stellen
197
Monatsbrutto
2.500 – 5.500 €

Verwaltungsfachangestellten

Verwaltungsfachangestellte bearbeiten Anträge, Bescheide und Akten in Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Sie wenden Rechtsvorschriften auf Einzelfälle an und sind häufig direkte Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger.

Offene Stellen
8
Monatsbrutto
2.700 – 4.900 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz