Servicetechniker Ladeinfrastruktur Elektromobilität
Servicetechniker für Ladeinfrastruktur installieren, warten und reparieren Ladesäulen und Wallboxen für Elektrofahrzeuge. Sie arbeiten überwiegend im Außendienst an Standorten von Energieversorgern, Betreibern und Unternehmen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Servicetechniker Ladeinfrastruktur Elektromobilität verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.500 € | 5.400 € | 54.000 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Einsatzart: Betriebe im Tarif der Metall- und Elektroindustrie oder im TV-V der Energieversorger zahlen spürbar mehr als kleine Elektrofachbetriebe. Rufbereitschaft, Auslöse und Überstunden erhöhen das tatsächliche Monatseinkommen häufig um mehrere hundert Euro.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker Ladeinfrastruktur?
Der Arbeitstag beginnt meist mit einer Tourenliste: mehrere Standorte, an denen Ladepunkte gestört sind, gewartet werden müssen oder neu in Betrieb gehen. Vor Ort prüfen Servicetechniker den Anschluss an das Niederspannungsnetz, messen Isolationswiderstände und Schleifenimpedanzen, tauschen defekte Ladekontroller, Leistungsmodule, Kabel und Steckdosen und lesen Fehlerspeicher aus. Ein großer Teil der Störungen ist nicht mechanisch, sondern kommunikationsseitig: Die Säule meldet sich nicht am Backend an, das OCPP-Protokoll bricht ab, die Mobilfunkverbindung ist schwach oder die Eichrechtskonformität der Messkapsel ist nicht mehr gegeben. Entsprechend gehören Laptop, Konfigurationssoftware und Fernzugriff genauso zum Werkzeug wie Zangen und Messgerät.
Bei Neuinstallationen setzen Techniker Fundamente, ziehen Leitungen ein, montieren Ladesäulen oder Wallboxen, bauen Zählerplätze und Lastmanagementsysteme auf und nehmen die Anlage nach DIN VDE 0100-600 in Betrieb. Prüfprotokolle, Fotodokumentation und Rückmeldung an die Disposition schließen jeden Einsatz ab. Bei Schnellladeparks mit mehreren hundert Kilowatt kommt Arbeit an Trafostationen und Mittelspannungsanlagen dazu, oft nur mit gesonderter Schaltberechtigung.
Wie wird man Servicetechniker Ladeinfrastruktur?
Die übliche Grundlage ist eine abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik, Energie- und Gebäudetechnik oder Automatisierungstechnik, dreieinhalb Jahre im dualen System. Auch Mechatroniker und Kfz-Techniker mit Hochvolt-Qualifikation steigen ein. Der Beruf selbst ist kein eigener Ausbildungsberuf, sondern eine Spezialisierung, die über Herstellerschulungen und interne Einarbeitung entsteht. Wer aus einer anderen Elektrobranche kommt, arbeitet sich in der Regel innerhalb weniger Monate ein.
Ohne elektrotechnische Qualifikation geht es nicht: Arbeiten an Anlagen bis 1000 Volt setzen die Elektrofachkraft nach DGUV Vorschrift 3 voraus. Weiterbildungen zur Fachkraft für Ladeinfrastruktur, zum geprüften Techniker oder Meister sind übliche Aufbauschritte.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet zu großen Teilen draußen statt, bei Regen, Frost und Hitze, auf Parkplätzen, in Tiefgaragen und an Autobahnrastanlagen. Fahrzeiten von mehreren Stunden täglich sind normal, Übernachtungen außerhalb je nach Einsatzgebiet ebenfalls. Viele Arbeitgeber verlangen Rufbereitschaft, weil Ladeparks rund um die Uhr laufen und Ausfälle Umsatz kosten. Körperlich ist der Beruf mittelschwer: Kabeltrommeln, Säulenmontage, Arbeiten in Schächten und kniend am Boden.
Dazu kommt der Umgang mit Gefahr. Fehler an Hochvoltanlagen sind lebensgefährlich, die fünf Sicherheitsregeln sind kein Formalismus. Wer schlampig arbeitet oder unter Zeitdruck Schritte auslässt, gefährdet sich selbst. Frustpotenzial liegt außerdem in der Dokumentationslast und darin, dass Kundinnen und Kunden am defekten Ladepunkt oft ungeduldig warten.
Aussichten
Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot an qualifizierten Kräften. Der Ausbau der öffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur läuft weiter, gleichzeitig altert der bereits installierte Bestand und erzeugt dauerhaften Wartungsbedarf. Auch bei schwankenden Neuzulassungszahlen bleibt das Servicegeschäft stabil. Entwicklungswege führen zum Serviceleiter, zur verantwortlichen Elektrofachkraft, in die Projektierung von Ladeparks oder in den technischen Innendienst mit Fernwartung. Wer sich zusätzlich in Photovoltaik, Speicher und Netzanschlusstechnik einarbeitet, ist breit einsetzbar.
Aufgaben
- Ladesäulen, Wallboxen und Schnellladepunkte montieren und in Betrieb nehmen
- Störungen an Leistungselektronik, Ladekontrollern und Steckverbindungen eingrenzen und beheben
- Elektrische Prüfungen und Messungen nach DGUV Vorschrift 3 durchführen
- Backend-Anbindung, OCPP-Kommunikation und Firmware-Updates prüfen
- Lastmanagement und Zählerplätze einrichten, Eichrechtskonformität sicherstellen
- Prüfprotokolle, Fotodokumentation und Serviceberichte erstellen
- Kunden vor Ort in die Bedienung einweisen
- Rufbereitschaft und Entstörungseinsätze übernehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung, etwa Elektroniker für Betriebstechnik oder Energie- und Gebäudetechnik
- Status als Elektrofachkraft, Kenntnis der VDE-Normen und der fünf Sicherheitsregeln
- Führerschein Klasse B, häufig Reisebereitschaft im Regionalgebiet
- Sicherer Umgang mit Messtechnik, Laptop und Konfigurationssoftware
- Grundverständnis von Netzwerktechnik und Datenkommunikation
- Körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Freien und in Zwangshaltungen
- Selbstständige Arbeitsweise und kundenfreundliches Auftreten
Wo man arbeitet
- Elektroinstallations- und Servicebetriebe
- Betreiber von Ladeinfrastruktur und Ladeparks
- Energieversorger und Stadtwerke
- Hersteller von Ladesystemen mit eigenem Serviceaußendienst
- Technische Dienstleister für Facility Management
- Autohäuser und Werkstattketten mit Ladeinfrastruktur
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem Elektroberuf, meist Elektroniker für Betriebstechnik oder für Energie- und Gebäudetechnik, mit Abschluss vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer. Die Spezialisierung auf Ladeinfrastruktur erfolgt danach über Herstellerschulungen und mehrmonatige Einarbeitung im Betrieb. Quereinstiege aus Mechatronik oder Kfz-Technik sind mit Hochvolt-Qualifikation und Nachweis der Elektrofachkraft möglich.
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