Zum Inhalt springen
Handwerk & Produktion

Schlosser

Schlosser fertigen, montieren und reparieren Bauteile und Konstruktionen aus Metall – von Geländern und Toren über Maschinenteile bis zu Rohrleitungen. Die offizielle Ausbildungsbezeichnung lautet heute meist Metallbauer oder Konstruktionsmechaniker.

38 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Schlosser verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.850 € 3.200 € 34.200 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.100 € 5.200 € 49.200 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben der Metall- und Elektroindustrie gilt der Tarifvertrag der IG Metall mit deutlich höheren Entgelten als im tariffreien Handwerk, wo Stundenlöhne oft nahe dem Mindestlohn beginnen. Schicht-, Montage- und Auslösezulagen sowie Schweißerprüfungen erhöhen das Einkommen zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Schlosser?

Schlosser arbeiten Metall: Sie lesen technische Zeichnungen, übertragen Maße auf Bleche, Profile und Rohre, schneiden mit Trennschleifer, Plasmabrenner oder Bandsäge zu, bohren, feilen, biegen und richten. Anschließend werden die Teile geschweißt, geschraubt oder genietet. Je nach Betrieb entstehen dabei Treppen, Balkongeländer, Stahltüren, Hallenkonstruktionen, Behälter oder Ersatzteile für Produktionsmaschinen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung. Betriebsschlosser in Industriebetrieben tauschen Lager, richten Wellen aus, ziehen Rohrleitungen neu, reparieren Fördertechnik und suchen Ursachen für Störungen. Wer im Bauschlosserbereich arbeitet, ist oft auf Montage: Bauteile werden in der Werkstatt vorgefertigt und auf der Baustelle eingepasst, verankert und ausgerichtet. Dazu gehören Aufmaß beim Kunden, Absprachen mit anderen Gewerken und die Dokumentation der ausgeführten Arbeiten.

Wie wird man Schlosser?

Der Weg führt über eine duale Ausbildung, die dreieinhalb Jahre dauert. Handwerklich ausgerichtet ist der Metallbauer mit den Fachrichtungen Konstruktionstechnik, Metallgestaltung oder Nutzfahrzeugbau; in der Industrie entspricht der Konstruktionsmechaniker dem klassischen Schlosserberuf. Vorausgesetzt wird üblicherweise ein Hauptschul- oder Realschulabschluss, wichtiger sind in der Praxis technisches Verständnis und Zuverlässigkeit.

Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor, vor allem in der Instandhaltung und im Stahlbau. Wer aus einem anderen Metallberuf kommt oder Schweißerfahrung mitbringt, wird oft als Helfer eingestellt und angelernt. Für dauerhaft bessere Bezahlung lohnt sich eine Externenprüfung bei der Kammer. Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606 sind in vielen Betrieben Pflicht und werden regelmäßig erneuert.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Stahlprofile sind schwer, gearbeitet wird im Stehen, häufig gebückt, über Kopf oder in Zwangshaltung. In der Werkstatt ist es laut, staubig und im Sommer heiß; auf Montage kommt Wetter dazu, teils Arbeit in Höhe oder in engen Räumen. Schweißrauch, Funkenflug und Schnittverletzungen an Blechkanten gehören zu den Risiken, Gehörschutz und Schutzkleidung sind nicht verhandelbar.

In Handwerksbetrieben wird meist im Tagdienst gearbeitet, dafür fallen Überstunden und Montagereisen mit Auswärtsübernachtung an. Industriebetriebe fahren häufig Schicht, Instandhalter werden zu Störungen auch nachts und am Wochenende gerufen. Wer sauber und sorgfältig arbeiten will, braucht Geduld: Maßhaltigkeit im Millimeterbereich lässt sich mit schwerem Material nur mit Konzentration erreichen. Rückenprobleme und Gelenkbeschwerden sind nach vielen Berufsjahren verbreitet.

Aussichten

Schlosser werden gesucht, in Stahlbau, Maschinenbau, Chemie- und Lebensmittelindustrie sowie in kommunalen Betrieben. Viele Betriebe finden kaum noch Nachwuchs, ältere Fachkräfte gehen in Rente – die Beschäftigungslage ist entsprechend stabil und regional fast überall gegeben.

Entwicklungswege gibt es mehrere: Spezialisierung auf Schweißverfahren bis zum Schweißfachmann oder Schweißaufsichtsperson, Weiterbildung zum Industriemeister Metall oder zum Metallbauermeister mit der Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu führen, oder ein Wechsel in die Technikerausbildung, Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung. Wer körperlich nicht dauerhaft in der Fertigung bleiben will, findet dort Anschluss.

Aufgaben

  • technische Zeichnungen und Stücklisten lesen und umsetzen
  • Bleche, Profile und Rohre anreißen, zuschneiden und bohren
  • Bauteile schweißen, schrauben, nieten und verschleifen
  • Konstruktionen auf der Baustelle montieren und ausrichten
  • Maschinen und Anlagen instand halten, Verschleißteile tauschen
  • Aufmaß beim Kunden nehmen und Arbeiten dokumentieren
  • Prüfmaße kontrollieren und Schweißnähte sichtprüfen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Metallbauer, Konstruktionsmechaniker oder vergleichbar
  • räumliches Vorstellungsvermögen und sicheres Lesen technischer Zeichnungen
  • körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit für Montagearbeiten
  • gültige Schweißerprüfungen in den gängigen Verfahren, je nach Betrieb
  • Führerschein Klasse B für Montageeinsätze
  • Sorgfalt und Bewusstsein für Arbeitssicherheit

Wo man arbeitet

  • Schlossereien und Metallbaubetriebe
  • Stahl- und Fassadenbaufirmen
  • Instandhaltungsabteilungen von Industriebetrieben
  • Werften und Anlagenbau
  • Stadtwerke, Verkehrsbetriebe und kommunale Bauhöfe
  • Baustellen im Außeneinsatz

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Metallbauer (Handwerk) oder Konstruktionsmechaniker (Industrie) mit Berufsschulunterricht und Abschlussprüfung vor Kammer. Verkürzung auf drei Jahre ist bei guten Leistungen oder Vorbildung möglich. Angelernte können die Prüfung nach mehrjähriger Tätigkeit als Externe nachholen.

Offene Stellen als Schlosser

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Anlagenmechaniker

Anlagenmechaniker bauen, montieren und warten Rohrleitungssysteme, Behälter und technische Anlagen – im Industrieanlagenbau ebenso wie in der Versorgungstechnik. Sie schweißen, biegen, dichten ab und nehmen Anlagen in Betrieb.

Offene Stellen
52
Monatsbrutto
2.600 – 5.500 €

Industriemechaniker

Industriemechaniker bauen, warten und reparieren Maschinen und Produktionsanlagen. Sie fertigen Bauteile, montieren Anlagen und halten die Produktion am Laufen.

Offene Stellen
192
Monatsbrutto
2.600 – 5.500 €

Konstruktionsmechaniker

Konstruktionsmechaniker fertigen und montieren Bauteile und Konstruktionen aus Stahl und anderen Metallen - von Behältern und Rohrleitungen über Stahlbauteile bis zu Maschinenrahmen. Sie schneiden, umformen, schweißen und richten Bleche und Profile nach technischen Zeichnungen aus.

Offene Stellen
31
Monatsbrutto
2.500 – 5.500 €

Metallbauer

Metallbauer fertigen und montieren Konstruktionen aus Stahl, Aluminium und Edelstahl – von Geländern und Toren über Fenster und Fassaden bis zu Hallenkonstruktionen. Sie schneiden, biegen, schweißen und richten die Bauteile in der Werkstatt vor und setzen sie auf der Baustelle zusammen.

Offene Stellen
30
Monatsbrutto
2.400 – 5.200 €

Schweißer

Schweißer verbinden Metallteile dauerhaft durch Hitze, meist mit Lichtbogen- oder Schutzgasverfahren. Sie arbeiten in der Metallbau- und Stahlbaufertigung, im Anlagenbau und auf Baustellen und müssen ihre Nähte nach genormten Prüfungen belegen können.

Offene Stellen
102
Monatsbrutto
2.400 – 5.200 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz