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Handwerk & Produktion

Schweißer

Schweißer verbinden Metallteile dauerhaft durch Hitze, meist mit Lichtbogen- oder Schutzgasverfahren. Sie arbeiten in der Metallbau- und Stahlbaufertigung, im Anlagenbau und auf Baustellen und müssen ihre Nähte nach genormten Prüfungen belegen können.

102 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Schweißer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.800 € 3.300 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 4.100 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.000 € 5.200 € 48.000 €

Am stärksten wirken Tarifbindung und Einsatzort: In Betrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Löhne deutlich über denen kleiner nicht tarifgebundener Schlossereien. Zulagen für Schicht, Montage und Auslandseinsätze sowie seltene Prüfbescheinigungen, etwa für WIG an Nickelbasiswerkstoffen, können das Monatseinkommen spürbar erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Schweißer?

Schweißer fügen Bauteile aus Stahl, Edelstahl oder Aluminium zusammen, indem sie das Material im Fügebereich aufschmelzen und mit Zusatzwerkstoff verbinden. Vor dem eigentlichen Schweißen steht die Vorbereitung: Zeichnung lesen, Kanten anfasen, Bauteile entrosten und entfetten, Teile in Vorrichtungen spannen, heften. Danach folgt die Naht, je nach Auftrag als MAG-Schweißung an dickeren Baustahlkonstruktionen, als WIG-Schweißung an Edelstahlrohren oder als Elektrodenhandschweißung auf der Baustelle, wo kein Schutzgas hält. Nach dem Schweißen werden Nähte geschliffen, Anlauffarben gebeizt, Verzug gerichtet und Maße kontrolliert.

In vielen Betrieben gehört die Sichtprüfung der eigenen Naht dazu, in geregelten Bereichen kommen Röntgen-, Ultraschall- oder Farbeindringprüfungen durch Prüfpersonal hinzu. Wer im Rohrleitungs- oder Druckbehälterbau arbeitet, schweißt nach Schweißanweisung mit festgelegter Stromstärke, Lagenaufbau und Vorwärmtemperatur und dokumentiert das. Daneben bedienen manche Schweißer Roboterzellen, richten sie ein und bessern nach.

Wie wird man Schweißer?

Schweißer ist kein eigener Ausbildungsberuf. Der übliche Weg führt über eine Ausbildung als Konstruktionsmechaniker, Metallbauer, Anlagenmechaniker oder Industriemechaniker und darauf aufbauende Schweißlehrgänge. Der zweite, sehr verbreitete Weg ist die Lehrgangsqualifizierung: An Schweißtechnischen Lehranstalten, bei Handwerkskammern oder Bildungsträgern werden Kurse zum Schweißfachmann oder Verfahrensprüfungen nach DIN EN ISO 9606 angeboten, die je nach Verfahren und Vorkenntnis einige Wochen bis mehrere Monate dauern. Quereinstieg ist möglich und häufig, oft über eine geförderte Umschulung oder über Anlernen im Betrieb mit anschließender Prüfung. Entscheidend für die Einstellung sind gültige Schweißerprüfbescheinigungen für die jeweiligen Verfahren, Werkstoffe und Positionen; sie müssen regelmäßig verlängert werden.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich fordernd. Geschweißt wird oft in Zwangslagen, über Kopf, kniend, in engen Behältern oder auf Gerüsten. Schutzkleidung, Helm und Absaugung sind Pflicht, trotzdem bleiben Hitze, Lärm, Rauch und UV-Strahlung Belastungen. Schweißrauch gilt als krebserzeugend, weshalb Absaugung und arbeitsmedizinische Vorsorge ernst genommen werden müssen. Schulter, Nacken und Augen leiden über die Jahre.

Gefragt sind eine ruhige Hand, gutes räumliches Sehen und Geduld: Eine saubere Naht entsteht durch gleichmäßige Führung, nicht durch Tempo. In der Serienfertigung ist Schichtbetrieb üblich, im Anlagenbau kommen Montageeinsätze mit langer Abwesenheit von zu Hause und Wochenendarbeit bei Revisionen hinzu. Wer Fehler produziert, verursacht teure Nacharbeit, in sicherheitsrelevanten Bereichen auch Haftungsfragen.

Aussichten

Qualifizierte Schweißer werden in Deutschland gesucht, besonders im Stahl- und Anlagenbau, in der Rohrleitungstechnik und bei Instandhaltern. Der Altersdurchbruch in vielen Betrieben ist hoch, Nachwuchs knapp. Automatisierung ersetzt einfache Serienarbeit zunehmend durch Roboter, verdrängt aber nicht die Einzelfertigung, Reparatur und Montage vor Ort.

Entwicklungswege führen über zusätzliche Verfahrens- und Werkstoffprüfungen, etwa für Aluminium, Nickelbasislegierungen oder Orbitalschweißen, zu deutlich besseren Positionen. Weiter geht es zum Schweißfachmann, zum Industriemeister Metall, in die Schweißaufsicht, in die Qualitätssicherung oder als Prüfer für zerstörungsfreie Prüfung. Auch Auslandsmontage und Zeitarbeit mit Zulagen sind gängige Wege, um früh mehr zu verdienen.

Aufgaben

  • Technische Zeichnungen und Schweißanweisungen lesen
  • Bauteile entgraten, anfasen, reinigen und in Vorrichtungen spannen
  • Heften und Schweißen mit MAG, WIG oder Elektrode
  • Schweißparameter einstellen und Lagenaufbau einhalten
  • Nähte sichtprüfen, schleifen, beizen und Verzug richten
  • Roboter- und Automatenschweißanlagen bestücken und überwachen
  • Prüfunterlagen und Chargennachweise dokumentieren
  • Wartung von Brennern, Schläuchen und Stromquellen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Metallausbildung oder Schweißlehrgang mit gültigen Prüfbescheinigungen
  • Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606 für die geforderten Verfahren und Positionen
  • Gutes räumliches Sehen, ruhige Hand und Belastbarkeit bei Hitze und Zwangshaltung
  • Sorgfalt und Verständnis für technische Zeichnungen
  • Bereitschaft zu Schicht-, Montage- oder Baustellenarbeit
  • Arbeitsmedizinische Eignung, unter anderem für Atemschutz und Arbeiten in engen Räumen
  • Grundkenntnisse Deutsch für Arbeitsanweisungen und Sicherheitsunterweisungen

Wo man arbeitet

  • Stahl- und Metallbaubetriebe
  • Anlagen- und Rohrleitungsbau
  • Fahrzeug-, Maschinen- und Behälterbau
  • Werften und Instandhaltungsbetriebe
  • Baustellen und Montageeinsätze
  • Personaldienstleister mit Industriekunden

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung als Konstruktionsmechaniker, Metallbauer oder Anlagenmechaniker mit anschließenden Schweißlehrgängen. Ebenso verbreitet ist der direkte Weg über Lehrgänge an einer Schweißtechnischen Lehranstalt, die je nach Verfahren wenige Wochen bis mehrere Monate dauern und mit einer Schweißerprüfung abschließen. Die Prüfbescheinigungen sind befristet und müssen regelmäßig verlängert werden.

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