Was macht ein SAP Inhouse Consultant HCM?
Das SAP-Personalmodul ist die Software, mit der in vielen mittleren und großen Unternehmen Löhne abgerechnet, Arbeitszeiten erfasst und Personalstammdaten verwaltet werden. Inhouse Consultants HCM sind dafür verantwortlich, dass dieses System zum eigenen Betrieb passt. Sie richten Lohnarten ein, pflegen Abrechnungsschemata, konfigurieren Zeitmodelle für Schichtbetriebe und bauen Auswertungen für die Personalabteilung. Wenn ein neuer Tarifvertrag in Kraft tritt, muss die Zuschlagsberechnung im System nachgezogen werden. Wenn der Gesetzgeber Beitragssätze oder Meldeverfahren ändert, werden Support-Packages eingespielt und getestet.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Gesprächen. Die Fachabteilung beschreibt einen Wunsch, der Consultant prüft, ob er im Standard abbildbar ist, was er kostet und welche Nebenwirkungen er auf Abrechnung und Meldewesen hat. Dazu kommen Projekte: Einführung neuer Module, Ablösung von Excel-Prozessen, Anbindung von Bewerbermanagement oder Zeiterfassungsterminals, zunehmend die Migration von SAP HCM auf SAP SuccessFactors oder H4S4. Zwischen den Projekten läuft der Support - Tickets, Fehler in der Abrechnung, Fragen zu Berechtigungen.
Wie wird man SAP Inhouse Consultant HCM?
Es gibt keinen Ausbildungsberuf mit diesem Namen. Der häufigste Weg führt über ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft mit Personalschwerpunkt oder Informatik. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg aus der Personalabteilung: Wer jahrelang Entgeltabrechnung gemacht hat, kennt die Prozesse und lernt die Systemseite dazu. Umgekehrt wechseln Anwendungsbetreuer aus der IT in das Personalmodul. Beratungshäuser bilden Einsteiger in Trainee-Programmen aus, wer dort zwei oder drei Jahre Projekte gemacht hat, wird von Anwenderunternehmen gern eingestellt.
Entscheidend ist Modulwissen, das man nur am System erwirbt. SAP-Zertifizierungen in Payroll, Personaladministration, Organisationsmanagement oder in den SuccessFactors-Modulen sind üblich und werden von Arbeitgebern oft bezahlt. Kenntnisse in ABAP helfen, weil viele Auswertungen und Schnittstellen selbst programmiert sind. Gutes Englisch ist bei internationalen Rollouts Pflicht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist detailgenau und fehlerintolerant. Ein falsch konfigurierter Abrechnungsschritt führt dazu, dass mehrere tausend Menschen ein falsches Gehalt bekommen - das fällt sofort auf und muss unter Zeitdruck korrigiert werden. Rund um die monatliche Abrechnung und zum Jahreswechsel gibt es feste Belastungsspitzen mit Überstunden. Wer sich nicht gern durch Tabellen, Customizing-Pfade und Dokumentation arbeitet, wird damit unglücklich.
Die Tätigkeit läuft im Büro und weitgehend im Homeoffice, Reisen fallen bei Inhouse-Stellen weit weniger an als in der externen Beratung. Belastend ist eher die Zwischenposition: Man vertritt die Systemlogik gegenüber Fachabteilungen, die schnelle Lösungen wollen, und muss Datenschutz und Betriebsrat einbeziehen, weil Personaldaten besonders geschützt sind.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und der Markt seit Jahren angespannt, weil erfahrene HCM-Berater knapp sind und viele in den Ruhestand gehen. Die Umstellung auf cloudbasierte Lösungen bindet auf Jahre Kapazität, klassisches Payroll-Wissen bleibt parallel gefragt. Entwicklungswege führen zur Fachverantwortung für einzelne Module, zur Projekt- oder Teamleitung, in die Leitung von HR-IT oder zurück in die externe Beratung mit höherer Vergütung und mehr Reisetätigkeit.