Sales Representative
Sales Representatives verkaufen Produkte oder Dienstleistungen an Geschäfts- oder Privatkunden. Sie gewinnen neue Kunden, betreuen bestehende und arbeiten meist mit festen Umsatzzielen.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sales Representative verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.200 € | 4.000 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 4.300 € | 5.500 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 5.800 € | 8.500 € | 69.600 € |
Das Einkommen besteht meist aus Fixum und variablem Anteil, der je nach Modell 10 bis 40 Prozent ausmacht; die genannten Werte beziehen sich auf das Zielgehalt bei erreichter Quote. Branche und Produktwert bestimmen die Höhe stark: Software-, Pharma- und Maschinenbauvertrieb zahlen deutlich mehr als Handel oder Dienstleistung, tarifgebunden ist der Beruf nur in Industriebetrieben mit Anbindung an die Metall- und Elektroindustrie oder die Chemie.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sales Representative?
Ein Sales Representative verkauft. Das klingt banal, umfasst aber sehr unterschiedliche Tätigkeiten: Adresslisten und Datenbanken durchgehen, Kaltakquise am Telefon, Termine vereinbaren, Produkte vorführen, Angebote kalkulieren, Preise und Konditionen verhandeln, Verträge abschließen und danach dafür sorgen, dass der Kunde nicht abwandert. Im Außendienst kommt viel Fahrzeit dazu, im Innendienst und im Software-Vertrieb läuft der größte Teil über Telefon, Video und E-Mail.
Ein fester Bestandteil des Alltags ist die Dokumentation im CRM-System: jeder Anruf, jedes Angebot, jede Aussage des Kunden wird erfasst, weil daraus die Umsatzprognose des Unternehmens entsteht. Dazu kommen Wochenmeetings, Forecast-Gespräche mit der Vertriebsleitung, Messeeinsätze und Produktschulungen. Wer technische Güter verkauft, muss sich in Datenblätter, Normen und Anwendungsfälle einarbeiten und mit Ingenieuren auf Kundenseite sprechen können.
Wie wird man Sales Representative?
Es gibt keinen geschützten Zugang. Klassisch ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann oder Kaufmann im E-Commerce. Häufig ist auch ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik, besonders im B2B- und Softwarevertrieb. Im technischen Vertrieb sind Handwerksmeister und Techniker gesucht, weil sie das Produkt verstehen.
Der Quereinstieg ist in kaum einem Berufsfeld so üblich. Viele Unternehmen stellen Menschen mit Erfahrung aus Gastronomie, Einzelhandel oder Callcenter ein und schulen sie selbst. Entscheidend ist, ob jemand Ablehnung aushält und Gespräche strukturiert führen kann. Für den Außendienst wird der Führerschein Klasse B verlangt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist an Zahlen gebunden. Wer sein Ziel verfehlt, bekommt das im Monatsgespräch zu hören, und ein Teil des Einkommens fehlt. Diese permanente Messbarkeit empfinden manche als Antrieb, andere als Dauerdruck. Absagen sind der Normalfall: Auf einen Abschluss kommen oft zweistellige Zahlen erfolgloser Kontakte.
Im Außendienst kommen lange Fahrtage, Übernachtungen im Hotel und Abendtermine dazu; die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verwischt, weil Kunden auch nach 18 Uhr anrufen. Der Innendienst hat regelmäßigere Zeiten, dafür viele Stunden am Telefon. Gebraucht werden Ausdauer, verständliche Sprache, Zuhören statt Reden und die Disziplin, sich selbst zu organisieren, wenn kein Vorgesetzter im Raum sitzt.
Aussichten
Vertriebsstellen werden dauerhaft in großer Zahl ausgeschrieben, quer durch Industrie, Handel, IT, Versicherungen und Dienstleistungen. Die Fluktuation ist hoch, entsprechend auch die Zahl offener Positionen. Wer nachweisbar Umsatz gebracht hat, wechselt vergleichsweise leicht die Branche.
Entwicklungswege führen zum Key Account Management mit wenigen großen Kunden, in die Vertriebsleitung mit Teamverantwortung, in Sales Operations oder ins Produktmanagement. Einfache Verkaufsgespräche verlagern sich zunehmend auf Onlinekanäle und automatisierte Prozesse, während der Bedarf an beratungsintensivem, technisch anspruchsvollem Verkauf bleibt. Fachliche Tiefe ist damit die sicherere Position als reine Abschlussstärke.
Aufgaben
- Neukunden per Telefon, E-Mail und über Netzwerke ansprechen
- Bestandskunden betreuen und Folgeaufträge sichern
- Produkte und Lösungen beim Kunden oder per Video vorstellen
- Angebote kalkulieren und Preise sowie Konditionen verhandeln
- Kundendaten, Termine und Verkaufschancen im CRM-System pflegen
- Umsatzprognosen erstellen und an die Vertriebsleitung berichten
- Messen, Hausausstellungen und Kundenveranstaltungen begleiten
- Markt und Wettbewerber beobachten und Rückmeldungen weitergeben
Voraussetzungen
- kaufmännische Ausbildung, Studium oder einschlägige Vertriebserfahrung
- sicheres Auftreten und die Fähigkeit, Absagen wegzustecken
- gutes Deutsch, im Exportvertrieb zusätzlich Englisch
- Bereitschaft zu Reisen und Übernachtungen im Außendienst
- Führerschein Klasse B für Außendienststellen
- Verständnis für das verkaufte Produkt, im technischen Vertrieb auch für Zahlen und Normen
Wo man arbeitet
- Industrie- und Produktionsunternehmen
- Groß- und Außenhandel
- Software- und IT-Unternehmen
- Versicherungen und Finanzdienstleister
- Agenturen und Dienstleistungsunternehmen
- Homeoffice und Kundenstandorte im Außendienst
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder Industriekaufmann, alternativ ein Bachelor in Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen mit sechs bis sieben Semestern. Ebenso häufig ist der Quereinstieg mit interner Produkt- und Verkaufsschulung; Weiterbildungen wie Fachwirt für Vertrieb oder geprüfter Verkaufsleiter sind gängige Aufbauqualifikationen.
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