Was macht ein Sales & Business Development Manager?
Der Beruf hat zwei Seiten. Die eine ist Vertrieb: Interessenten ansprechen, Termine vereinbaren, Bedarf klären, Angebote kalkulieren, Preise und Vertragsbedingungen verhandeln, Abschlüsse machen. Die andere ist Geschäftsentwicklung: Märkte analysieren, Wettbewerber beobachten, neue Zielgruppen oder Regionen identifizieren, Partnerschaften aufbauen und mit Produktmanagement oder Geschäftsführung besprechen, welche Angebote sich verkaufen lassen und welche nicht.
Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Kommunikation. Telefonate und Videocalls mit Interessenten, Nachfassen bei offenen Angeboten, Pflege der Kontakte im CRM-System, Vorbereitung von Präsentationen. Dazu kommen Reisen zu Kundenterminen und Messen, je nach Branche wenige Tage im Monat oder mehrere pro Woche. Ein fester Teil der Arbeit ist Reporting: Pipeline pflegen, Forecasts abgeben, Abschlusswahrscheinlichkeiten einschätzen und gegenüber der Vertriebsleitung begründen, warum ein Ziel erreicht wurde oder nicht.
Wie wird man Sales & Business Development Manager?
Einen geschützten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik oder einem Fach, das zur Branche passt - bei technischen Produkten oft ein Ingenieur- oder Naturwissenschaftsstudium mit kaufmännischer Zusatzqualifikation. Der Einstieg erfolgt häufig über Positionen als Sales Development Representative, im Innendienst oder im Account Management.
Der Quereinstieg ist in kaum einem anderen kaufmännischen Beruf so verbreitet. Wer aus einer Ausbildung im Groß- und Außenhandel, aus dem Kundenservice oder aus einer Fachrolle kommt und Produktwissen mitbringt, hat gute Chancen. Entscheidend sind belegbare Verkaufserfolge, nicht Abschlüsse. Weiterbildungen zum Fachwirt oder Zertifikate in Vertriebsmethodik ergänzen das Profil, ersetzen aber keine Praxis.
Was der Beruf verlangt
Die Leistung ist messbar, und das wird sie auch. Zielvorgaben werden quartalsweise überprüft, ein verfehltes Ziel bleibt sichtbar. Ein erheblicher Teil des Einkommens ist häufig variabel, was das Monatseinkommen schwankend macht. Absagen gehören zum Alltag, viele Gespräche führen zu nichts, und Verkaufszyklen im B2B-Geschäft ziehen sich über Monate.
Reisetätigkeit belastet das Privatleben, Abendtermine und Messewochenenden sind in manchen Branchen normal. Die Arbeitszeit richtet sich nach dem Kunden, nicht nach dem Kalender. Wer Konflikte scheut, ungern über Preise spricht oder schlecht mit Ablehnung umgeht, wird in diesem Beruf nicht glücklich. Verlangt werden außerdem Zuhören statt Reden, saubere Dokumentation und die Bereitschaft, sich in technisch komplexe Produkte einzuarbeiten.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch, besonders in Software, Industriegütern, Logistik und Beratung. Unternehmen suchen dauerhaft Leute, die Umsatz bringen, und die Fluktuation im Vertrieb ist hoch, was ständig Stellen freimacht. Digitale Vertriebswege und automatisierte Leadgenerierung verändern die Arbeit, ersetzen den persönlichen Abschluss im erklärungsbedürftigen Geschäft aber nicht.
Entwicklungswege führen zum Key Account Manager mit Verantwortung für Großkunden, zur Vertriebsleitung für eine Region oder Sparte oder in Richtung Geschäftsentwicklung auf Führungsebene. Wer eine Branche und ein Netzwerk aufgebaut hat, wechselt vergleichsweise leicht den Arbeitgeber - und verbessert sich dabei oft deutlich.