Zum Inhalt springen
Weitere Berufe

Rundschleifer

Rundschleifer bearbeiten zylindrische Metallteile wie Wellen, Bolzen oder Bohrungen an Schleifmaschinen auf Hundertstel- und Tausendstelmillimeter genau. Sie richten die Maschinen ein, überwachen den Schleifprozess und prüfen die Maße.

0 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Rundschleifer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.100 € 4.900 € 49.200 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Entgelte deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Lohnschleifereien. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen erhöhen das Monatsentgelt in der Praxis oft um zehn bis zwanzig Prozent, ebenso wie die Fähigkeit, selbstständig einzurichten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Rundschleifer?

Rundschleifen ist der letzte Arbeitsgang, bevor ein Bauteil das Werk verlässt. Nach dem Drehen, Fräsen und Härten bleibt an Wellen, Kolbenstangen, Spindeln, Lagersitzen oder Hydraulikkomponenten ein Aufmaß von wenigen Hundertstelmillimetern. Dieses Aufmaß trägt der Rundschleifer mit einer Schleifscheibe ab, bis das Maß in der Toleranz liegt und die Oberfläche die geforderte Rauheit hat. Toleranzen von zwei bis fünf Mikrometern sind Alltag.

Die Arbeit beginnt am Einrichten: Werkstück zwischen Spitzen oder im Spannfutter aufnehmen, Schleifscheibe wählen, abrichten und ausbalancieren, Kühlschmierstoffzufuhr einstellen, Programm an der CNC-Steuerung laden oder anpassen. Dann folgt das Einschleifen des ersten Teils, das Messen mit Bügelmessschraube, Innenfeinmessgerät oder auf der Messmaschine, das Korrigieren der Werte. Läuft die Serie, überwacht der Rundschleifer mehrere Maschinen, prüft in festgelegten Abständen Stichproben, dokumentiert Messwerte und greift ein, wenn Maße wandern, die Scheibe stumpf wird oder Rattermarken auftreten. Innenrundschleifen, Außenrundschleifen und Einstechschleifen erfordern jeweils andere Vorgehensweisen.

Wie wird man Rundschleifer?

Der klassische Weg ist die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker in der Fachrichtung Schleiftechnik. Sie läuft dual im Betrieb und in der Berufsschule und endet mit der Gesellenprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Auch Industriemechaniker, Werkzeugmechaniker oder Feinwerkmechaniker arbeiten an Schleifmaschinen, wenn sie sich im Betrieb einarbeiten.

Ein Quereinstieg ist möglich und in vielen Betrieben üblich. Angelernte Kräfte bedienen zunächst eingerichtete Maschinen, übernehmen Beladen, Messen und Dokumentation und wachsen über Jahre in das Einrichten hinein. Der Unterschied zwischen bedienen und einrichten ist der entscheidende in diesem Beruf, beim Gehalt wie bei der Sicherheit des Arbeitsplatzes. Wer aus einem anderen Metallberuf kommt, kann eine Teilqualifikation oder eine Externenprüfung anschließen.

Was der Beruf verlangt

Die meisten Schleifereien fahren Zwei- oder Dreischichtbetrieb, teils mit Wochenendschichten, weil die Maschinen ausgelastet sein müssen. Es ist laut, die Luft riecht nach Kühlschmierstoff, und Schleifschlamm setzt sich überall ab. Hautkontakt mit Emulsion führt bei manchen zu Ekzemen, hier hilft konsequenter Handschutz. Gehörschutz und Schutzbrille sind Pflicht. Werkstücke können schwer sein, gehoben wird mit Kran oder Manipulator, gestanden wird trotzdem die ganze Schicht.

Gefordert sind Geduld und Genauigkeit. Wer schnell arbeiten will, produziert Ausschuss. Räumliches Vorstellungsvermögen, sicherer Umgang mit technischen Zeichnungen und Messmitteln sowie ein Gefühl für Geräusche und Schwingungen der Maschine sind wichtiger als körperliche Kraft. Farbsehen und ein ausreichendes Sehvermögen sollten gegeben sein.

Aussichten

Erfahrene Schleifer, die selbstständig einrichten und optimieren, sind knapp und werden in der Automobilzulieferung, im Maschinenbau, in der Lager- und Hydraulikfertigung sowie in der Luftfahrtindustrie gesucht. Automatisierung verändert die Arbeit: Beladeroboter und Messautomatik nehmen Routine ab, das Einrichten und die Prozessbeurteilung bleiben. Wer sich weiterentwickeln will, geht in die Qualitätssicherung, wird Einrichter für mehrere Maschinengruppen, macht den Industriemeister Metall oder wechselt in die Anwendungstechnik eines Schleifmaschinen- oder Schleifmittelherstellers. Abhängigkeit von der Autokonjunktur ist ein realer Nachteil.

Aufgaben

  • Rundschleifmaschinen einrichten und Werkstücke spannen
  • Schleifscheiben auswählen, abrichten und wechseln
  • CNC-Programme laden, anpassen und Korrekturwerte eingeben
  • Maße mit Messschraube, Feinmessgerät und Lehren prüfen
  • Oberflächengüte und Rundlauf beurteilen
  • Messwerte dokumentieren und Prozessabweichungen melden
  • Maschinen reinigen, warten und Kühlschmierstoff kontrollieren

Voraussetzungen

  • Ausbildung als Zerspanungsmechaniker Schleiftechnik oder vergleichbarer Metallberuf, für einfache Bedientätigkeiten auch Anlernen möglich
  • Sicheres Lesen technischer Zeichnungen und Umgang mit Messmitteln
  • Genauigkeit, Geduld und Konzentration über eine ganze Schicht
  • Bereitschaft zu Schicht- und teils Wochenendarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit für Stehen, Lärm und Kontakt mit Kühlschmierstoffen
  • Keine Neigung zu Hautekzemen an den Händen

Wo man arbeitet

  • Lohnschleifereien und Härtereien
  • Automobil- und Motorenzulieferer
  • Maschinen- und Werkzeugbaubetriebe
  • Hersteller von Lagern, Hydraulik- und Pneumatikkomponenten
  • Luft- und Raumfahrtzulieferer

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker mit Fachrichtung Schleiftechnik, die mit der IHK-Abschlussprüfung endet. Alternativ arbeiten sich Fachkräfte aus anderen Metallberufen im Betrieb ein oder starten als angelernte Maschinenbediener und übernehmen nach einigen Jahren das Einrichten. Aufbauend möglich sind Industriemeister Metall oder eine Weiterbildung in der Qualitätssicherung.

Offene Stellen als Rundschleifer

In der Suche fortsetzen

Zu diesem Beruf steht gerade keine Anzeige im Bestand. Der Bestand wird täglich abgeglichen; die Suche zeigt auch verwandte Bezeichnungen.

Verwandte Berufe

Feinwerkmechaniker

Feinwerkmechaniker fertigen und montieren präzise Bauteile, Werkzeuge, Maschinen und Vorrichtungen aus Metall, meist mit Toleranzen im Hundertstelmillimeterbereich. Sie arbeiten an konventionellen Maschinen und an CNC-Anlagen.

Offene Stellen
8
Monatsbrutto
2.500 – 4.900 €

Industriemechaniker

Industriemechaniker bauen, warten und reparieren Maschinen und Produktionsanlagen. Sie fertigen Bauteile, montieren Anlagen und halten die Produktion am Laufen.

Offene Stellen
200
Monatsbrutto
2.600 – 5.500 €

Maschinen- und Anlagenführer

Maschinen- und Anlagenführer richten Produktionsmaschinen ein, bedienen sie, überwachen den laufenden Betrieb und halten die Anlagen instand. Der Beruf gehört zum Kern der industriellen Fertigung und läuft meist im Schichtbetrieb.

Offene Stellen
118
Monatsbrutto
2.400 – 4.400 €

Werkzeugmechaniker

Werkzeugmechaniker fertigen und reparieren Werkzeuge, Formen und Vorrichtungen, mit denen andere Betriebe millionenfach Teile herstellen. Sie arbeiten an Fräs- und Schleifmaschinen, an CNC-Anlagen und in Präzision im Hundertstelmillimeterbereich.

Offene Stellen
17
Monatsbrutto
2.600 – 5.200 €

Zerspanungsmechaniker

Zerspanungsmechaniker fertigen Metallbauteile auf CNC-gesteuerten Dreh- und Fräsmaschinen mit Toleranzen im Hundertstelmillimeterbereich. Sie richten die Maschinen ein, überwachen die Produktion und prüfen die Maße der Werkstücke.

Offene Stellen
127
Monatsbrutto
2.500 – 4.800 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz