Was macht ein Prüfungsassistent in der Wirtschaftsprüfung?
Prüfungsassistenten kontrollieren, ob die Zahlen in Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang eines Unternehmens stimmen. Sie arbeiten dabei nicht allein, sondern in Prüfungsteams, die von einem Prüfungsleiter und einem Wirtschaftsprüfer geführt werden. Zu Beginn übernehmen sie einzelne Prüffelder: Sachanlagen, Vorräte, Forderungen, Rückstellungen oder Personalaufwand. Sie fordern Belege an, stimmen Saldenbestätigungen mit Banken und Kunden ab, rechnen Abschreibungen nach, nehmen an Inventuren teil und dokumentieren jeden Prüfungsschritt in einer Prüfsoftware. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Nachweise zu beschaffen und Abweichungen zu klären - oft im Gespräch mit der Buchhaltung des geprüften Unternehmens.
Die Arbeit findet in Wellen statt. Von Januar bis etwa April, der sogenannten Busy Season, laufen die Abschlussprüfungen der Kalenderjahre. In den ruhigeren Monaten stehen prüfungsnahe Beratung, Sonderprüfungen, interne Schulungen und die Prüfungsplanung an. Prüfungsassistenten sind häufig beim Mandanten vor Ort, in kleineren Kanzleien regional, bei großen Gesellschaften teils bundesweit oder international.
Wie wird man Prüfungsassistent?
Üblich ist ein abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsrecht oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung, Steuern oder Controlling. Bachelor genügt für den Einstieg, viele Bewerber haben einen Master, weil dieser die Zulassungsvoraussetzungen für das Wirtschaftsprüferexamen verkürzt. Praktika in Prüfung, Steuerberatung oder Konzernrechnungswesen sind bei den großen Gesellschaften faktisch Standard. Ein Quereinstieg gelingt Bilanzbuchhaltern und Steuerfachwirten mit einschlägiger Berufserfahrung, meist über kleinere und mittelständische Kanzleien.
Nach dem Einstieg beginnt in der Regel die Vorbereitung auf ein Examen: Steuerberater nach drei Jahren Praxis, Wirtschaftsprüfer nach mehreren Jahren Prüfungstätigkeit. Viele Arbeitgeber übernehmen Kurskosten und gewähren Freistellungstage, die Lernzeit selbst fällt jedoch überwiegend in die Freizeit.
Was der Beruf verlangt
Die Belastung ist ungleich verteilt und in der Busy Season hoch. Sechzig-Stunden-Wochen sind in dieser Phase verbreitet, Überstunden werden je nach Haus ausgeglichen oder pauschal abgegolten. Reisetätigkeit bedeutet Hotelübernachtungen und lange Rückwege am Freitag. Die Tätigkeit erfordert Genauigkeit über viele Stunden, Ausdauer bei Dokumentationsarbeit und die Fähigkeit, im Mandantengespräch unbequeme Fragen sachlich zu stellen. Wer die eigene Leistung sofort sichtbar sehen will, findet den Beruf zäh: Prüfungsakten sind Fleißarbeit, und der Anteil an Beratung wächst erst mit den Jahren.
Hinzu kommt Prüfungsdruck durch das Examen, dessen Durchfallquoten hoch sind. Die Fluktuation in den ersten drei Jahren ist entsprechend groß, viele wechseln ins Konzernrechnungswesen oder Controlling.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil Abschlussprüfungen gesetzlich vorgeschrieben sind und dem Berufsstand der Nachwuchs fehlt. Wer bleibt, steigt vom Assistenten über Prüfungsleiter und Manager bis zum Partner auf, mit dem Wirtschaftsprüferexamen als entscheidender Schwelle. Alternativ öffnet die Erfahrung Türen in Konzernbilanzierung, interne Revision, Transaktionsberatung oder Aufsichtsbehörden. Die Kombination aus Berufserfahrung und Examen gilt am Arbeitsmarkt als sehr gut verwertbar.