Was macht ein Prozesstechnologe?
Prozesstechnologen der Fachrichtung Metall arbeiten dort, wo Stahl, Aluminium oder andere Metalle erschmolzen, gegossen, gewalzt, gezogen oder beschichtet werden. Die Anlagen laufen weitgehend automatisiert, häufig rund um die Uhr. Die Arbeit besteht darin, diese Anlagen zu bedienen, zu überwachen und einzurichten: Prozessparameter wie Temperatur, Walzkraft, Bandgeschwindigkeit oder Kühlmittelzufuhr werden über Leitstände eingestellt und im laufenden Betrieb nachgeregelt.
Dazu kommt die Qualitätssicherung. Proben werden entnommen, Maße und Oberflächen geprüft, Werte dokumentiert und mit den Vorgaben abgeglichen. Weicht etwas ab, muss die Ursache gefunden werden - ein verschlissenes Walzenpaar, eine falsche Legierungszusammensetzung, ein Sensorfehler. Prozesstechnologen rüsten Anlagen für neue Aufträge um, wechseln Werkzeuge, führen Wartungsarbeiten aus und arbeiten bei Instandsetzungen mit der Werkstatt zusammen. Sie kennen die Materialeigenschaften der Werkstoffe, mit denen sie umgehen, und wissen, wie sich Temperatur und Umformung auf das Gefüge auswirken.
Ein großer Teil des Alltags spielt sich zwischen Leitstand und Anlage ab: Bildschirmarbeit im klimatisierten Steuerraum, dann wieder Kontrollgänge in einer Halle mit Hitze, Lärm und Staub.
Wie wird man Prozesstechnologe?
Üblich ist die duale Ausbildung zum Prozesstechnologen Metall, die 2022 eingeführt wurde und dreieinhalb Jahre dauert. Sie ersetzt frühere Berufe wie Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie. Betriebe erwarten in der Regel einen mittleren Schulabschluss und brauchbare Noten in Mathematik und Physik; mit gutem Hauptschulabschluss ist ein Einstieg möglich. Ausgebildet wird in Stahlwerken, Gießereien, Walzwerken und bei Herstellern von Halbzeug.
Quereinsteiger kommen häufig aus verwandten Metall- oder Verfahrensberufen, etwa als Industriemechaniker, Gießereimechaniker oder Chemikant, und werden im Betrieb angelernt. Ohne Ausbildung ist ein Einstieg als Produktionshelfer möglich, mit deutlich geringerem Verdienst und weniger Verantwortung.
Was der Beruf verlangt
Die Produktion läuft in den meisten Betrieben im Vollkonti-Schichtsystem, also auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Das ist der Punkt, an dem viele scheitern - der Körper gewöhnt sich nur begrenzt an wechselnde Schichten, und das Privatleben richtet sich danach. Die Zulagen sind der Grund, warum viele trotzdem bleiben.
Hinzu kommen Hitze in der Nähe von Öfen und Gießanlagen, Lärm, Schutzkleidung und die Notwendigkeit, konzentriert zu bleiben, wenn stundenlang alles normal läuft. Bei Störungen kehrt sich das um: Dann muss schnell entschieden werden, weil ein Stillstand teuer ist und ein Fehler gefährlich. Technisches Verständnis, Ruhe und Verlässlichkeit sind wichtiger als körperliche Kraft, ganz ohne geht es aber nicht.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, aber an die Metallindustrie gebunden. Stahl- und Aluminiumwerke stehen unter Kosten- und Umbaudruck, gleichzeitig gehen viele erfahrene Mitarbeiter in Rente, und Nachwuchs ist knapp. Wer den Beruf gelernt hat, findet in den Industrieregionen an Rhein, Ruhr, Saar und in Ostdeutschland Arbeit.
Weiterentwickeln kann man sich zum Industriemeister der Fachrichtung Metall oder Hüttentechnik, zum Techniker oder über eine Zusatzqualifikation in Richtung Prozessleittechnik und Qualitätsmanagement. Mit Fachhochschulreife steht ein Studium in Werkstofftechnik oder Verfahrenstechnik offen. Mit Meistertitel folgt meist die Schichtführung.