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Projektmanager Bau

Projektmanager Bau steuern Bauvorhaben von der Planung bis zur Abnahme: Sie überwachen Termine, Kosten und Qualität, koordinieren Planer und Baufirmen und berichten an den Bauherrn.

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Gehalt

Was man als Projektmanager Bau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.700 € 7.000 € 68.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.500 € 10.000 € 90.000 €

Am stärksten wirken Betriebsgröße und Auftraggeberseite: Große Baukonzerne und private Projektentwickler zahlen deutlich über dem öffentlichen Dienst, wo der TVöD beziehungsweise TV-L mit den Entgeltgruppen 11 bis 14 den Rahmen setzt. In der Bauwirtschaft gilt für angestellte Führungskräfte häufig kein Tarifvertrag, Bonus- und Firmenwagenregelungen machen dort einen erheblichen Teil des Pakets aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Projektmanager Bau?

Projektmanager Bau halten ein Bauvorhaben zusammen. Sie erstellen Terminpläne für Rohbau, Ausbau und technische Gewerke, verfolgen den Baufortschritt gegen diese Pläne und greifen ein, wenn ein Gewerk hinterherhängt. Sie prüfen Nachträge von Bauunternehmen, verhandeln über Preise und Fristen, kontrollieren Rechnungen gegen Leistungsstand und führen die Kostenverfolgung fort. Sie leiten Baubesprechungen, protokollieren Entscheidungen, holen Freigaben beim Bauherrn ein und dokumentieren Mängel bis zur Beseitigung.

Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation zwischen Beteiligten, die unterschiedliche Interessen haben: Architekten, Fachplaner, Behörden, Nachunternehmer, Nutzer, Investoren. Der Projektmanager entscheidet nicht selbst über Statik oder Gestaltung, sondern sorgt dafür, dass Entscheidungen rechtzeitig fallen und ihre Folgen für Kosten und Termine sichtbar sind. Je nach Position arbeitet er auf Seiten des Bauherrn, für ein Projektsteuerungsbüro oder im Baumanagement eines Bauunternehmens.

Wie wird man Projektmanager Bau?

Der übliche Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens, der Architektur, des Baumanagements oder des Wirtschaftsingenieurwesens mit Vertiefung Bau. Danach folgen mehrere Jahre in der Bauleitung, Kalkulation oder Planung, bevor die Projektleitung übertragen wird. Ein Direkteinstieg als Junior-Projektmanager ist bei größeren Baukonzernen und Projektsteuerern möglich, meist mit Zuordnung zu einem erfahrenen Projektleiter.

Quereinstieg gelingt aus dem Handwerk über die Bautechniker- oder Meisterausbildung und langjährige Bauleitungserfahrung, ebenfalls über Weiterbildungen in Projektmanagement. Zertifikate wie IPMA oder PMP werden in Konzernen gern gesehen, ersetzen aber keine Baustellenerfahrung. Kenntnisse in VOB, HOAI, AHO-Leistungsbild und in Software wie MS Project, Powerproject und iTWO gehören zum Handwerkszeug, zunehmend auch BIM-Koordination.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist selten planbar. Lieferverzögerungen, Insolvenzen von Nachunternehmern, Baugrundüberraschungen und Planungsänderungen zwingen zu kurzfristigen Umdisponierungen. Termindruck ist der Normalzustand, besonders bei vertraglich vereinbarten Fertigstellungsterminen mit Vertragsstrafen. Überstunden vor Abgabeterminen und Inbetriebnahmen sind üblich.

Dazu kommt Reisetätigkeit: Wer mehrere Projekte betreut oder auf wechselnden Baustellen eingesetzt ist, verbringt viel Zeit im Auto oder auf Montage. Die Arbeit findet zwischen Büro und Baustelle statt, Sicherheitsschuhe und Helm gehören dazu. Konflikte müssen ausgehalten werden, denn Nachtragsverhandlungen und Mängelstreitigkeiten enden nicht immer freundlich. Wer Verantwortung für Millionenbudgets ungern trägt oder ausweichende Antworten nicht bemerkt, wird in dieser Rolle unglücklich.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Auch in Phasen schwacher Wohnungsbaukonjunktur bleiben Infrastruktur, Sanierung, Energie- und Industriebau als Auftragsfelder, und erfahrene Projektleiter sind schwer zu finden. Der Fachkräftemangel im Bauingenieurwesen wirkt hier deutlich, weil viele Erfahrene in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen.

Entwicklungswege führen zur Leitung mehrerer Projekte, zum Programm- oder Portfoliomanagement, in die Niederlassungs- oder Bereichsleitung oder in die Bauherrenvertretung bei Kommunen, Immobiliengesellschaften und Industrieunternehmen. Spezialisierungen etwa auf Claim Management, Terminplanung, BIM-Management oder Projektcontrolling sind gut nachgefragt. Auch der Schritt in die selbstständige Projektsteuerung ist verbreitet.

Aufgaben

  • Termin-, Kosten- und Qualitätskontrolle über den gesamten Projektverlauf
  • Baubesprechungen leiten und Protokolle mit Entscheidungen führen
  • Nachträge prüfen, verhandeln und Rechnungen gegen Leistungsstand freigeben
  • Planer, Baufirmen, Behörden und Nutzer koordinieren
  • Baufortschritt auf der Baustelle kontrollieren und Mängel verfolgen
  • Berichte und Entscheidungsvorlagen für Bauherrn und Geschäftsführung erstellen
  • Ausschreibungen und Vergabeverfahren begleiten
  • Risiken erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium in Bauingenieurwesen, Architektur oder Baumanagement, alternativ Bautechniker mit langer Praxis
  • Mehrjährige Erfahrung in Bauleitung, Kalkulation oder Planung
  • Kenntnisse in VOB, HOAI und Vertragsrecht am Bau
  • Sicherer Umgang mit Terminplanungs- und Kostenverfolgungssoftware
  • Verhandlungsstärke und Durchsetzungsvermögen gegenüber Nachunternehmern
  • Bereitschaft zu Reisetätigkeit und Führerschein Klasse B
  • Belastbarkeit bei Termindruck und Konflikten

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen und Generalunternehmer
  • Projektsteuerungs- und Ingenieurbüros
  • Immobilien- und Projektentwicklungsgesellschaften
  • Bauabteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Öffentliche Bauverwaltungen und kommunale Eigenbetriebe
  • Baustellen und Projektbüros vor Ort

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Bauingenieurwesen, Baumanagement oder in der Architektur mit sechs bis zehn Semestern. Darauf folgen meist drei bis fünf Jahre Praxis in der Bauleitung oder Kalkulation, bevor die eigenständige Projektleitung übernommen wird. Ergänzend sind Weiterbildungen zum Projektmanager mit IPMA-, PMP- oder AHO-Bezug verbreitet.

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