BIM Manager
BIM-Manager steuern die digitale Arbeitsweise in Bauprojekten: Sie legen fest, wie Modelldaten erstellt, geprüft und ausgetauscht werden, und koordinieren alle Planungsbeteiligten in einem gemeinsamen Datenmodell.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als BIM Manager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.600 € | 5.500 € | 6.500 € | 66.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 7.000 € | 9.000 € | 84.000 € |
Am stärksten wirken Betriebsgröße und Branche: große Bauunternehmen, Projektsteuerer und Softwarehäuser zahlen deutlich mehr als kleine Planungsbüros. Ein Tarifvertrag greift nur im öffentlichen Dienst, dort meist Entgeltgruppe 12 bis 14 TVöD beziehungsweise TV-L, was nach oben begrenzt; die Privatwirtschaft verhandelt frei.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein BIM-Manager?
Building Information Modeling bedeutet, ein Bauwerk vor der Ausführung vollständig digital abzubilden – mit Geometrie, Bauteileigenschaften, Terminen und Kosten. Der BIM-Manager verantwortet diese Arbeitsweise auf Projekt- oder Unternehmensebene. Er formuliert die BIM-Ziele und Anwendungsfälle mit dem Bauherrn, schreibt Auftraggeber-Informationsanforderungen und BIM-Abwicklungspläne und legt fest, welche Software, welche Datenformate und welche Namenskonventionen gelten.
Im Projektalltag richtet er die gemeinsame Datenumgebung ein, verwaltet Zugriffsrechte und Ordnerstrukturen und führt die Fachmodelle von Architektur, Tragwerksplanung und technischer Gebäudeausrüstung zu einem Koordinationsmodell zusammen. Er fährt Kollisionsprüfungen, dokumentiert Konflikte, moderiert die Koordinationsbesprechungen und verfolgt, ob die Planer die Punkte abarbeiten. Dazu kommt Qualitätssicherung: Prüfregeln definieren, Modelle gegen die vereinbarten Anforderungen testen, IFC-Exporte kontrollieren. Viele BIM-Manager schulen außerdem Kollegen, entwickeln Vorlagen und Bibliotheken und programmieren kleinere Automatisierungen, etwa mit Dynamo oder Python.
Wie wird man BIM-Manager?
Es gibt keine Ausbildung mit diesem Titel. Der übliche Weg führt über ein Studium in Architektur, Bauingenieurwesen, Gebäudetechnik oder Bauinformatik und mehrere Jahre praktische Planungsarbeit. Wer Modelle selbst gezeichnet und Ausführungspläne verantwortet hat, versteht später, was von Fachplanern realistisch zu verlangen ist. Auch Bauzeichner und Technische Systemplaner mit Weiterbildung kommen in die Rolle, häufig zunächst als BIM-Koordinator.
Die fachliche Qualifikation wird meist über Zertifikatskurse nachgeholt, etwa nach den Standards von buildingSMART oder VDI 2552. Solche Lehrgänge dauern einige Wochen bis Monate und laufen oft berufsbegleitend. Entscheidend bleibt die Softwarepraxis: Revit, Archicad, Allplan, Navisworks, Solibri, Desite und eine gängige Projektplattform.
Was der Beruf verlangt
Die Rolle sitzt zwischen allen Beteiligten und hat selten Weisungsbefugnis. Wer Fachplaner dazu bringen muss, gewohnte Arbeitsweisen zu ändern, braucht Geduld und Durchsetzungsvermögen. Widerstand ist normal, besonders bei kleineren Büros ohne BIM-Erfahrung. Termindruck in Planungsphasen führt zu Überstunden, Abgabefristen und Freigabetermine bestimmen den Kalender.
Die Arbeit findet überwiegend am Bildschirm statt, mit vielen Besprechungen und Videokonferenzen. Baustellenbesuche und Reisen zu Projektbeteiligten kommen dazu. Technisch veraltet man schnell: Formate, Normen und Werkzeuge ändern sich laufend, Einlesen in der Freizeit gehört dazu. Frustrierend ist für manche, dass die eigene Arbeit unsichtbar bleibt – gelungene Koordination fällt niemandem auf, ein übersehener Konflikt auf der Baustelle schon.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Öffentliche Auftraggeber, allen voran Bund, Bahn und Autobahngesellschaft, schreiben BIM zunehmend verbindlich vor, große Bauunternehmen und Generalplaner bauen eigene Abteilungen auf. Qualifizierte Bewerber sind knapp, weil Planungserfahrung und IT-Verständnis selten zusammenkommen.
Entwicklungswege führen vom Koordinator zum Projekt- und weiter zum unternehmensweiten BIM-Manager, in die Leitung einer Digitalisierungsabteilung, in die Beratung oder zu Softwareherstellern. Schwächt sich die Baukonjunktur ab, trifft das auch diese Stellen – Digitalisierungsbudgets werden in Krisen früh gekürzt.
Aufgaben
- BIM-Abwicklungspläne und Informationsanforderungen erstellen
- gemeinsame Datenumgebung einrichten und Rechte verwalten
- Fachmodelle zu einem Koordinationsmodell zusammenführen
- Kollisionsprüfungen durchführen und Konflikte nachverfolgen
- Koordinationsbesprechungen mit Planungsbeteiligten moderieren
- Modellqualität gegen vereinbarte Prüfregeln kontrollieren
- Vorlagen, Bibliotheken und Automatisierungen entwickeln
- Mitarbeiter und externe Planer in der BIM-Arbeitsweise schulen
Voraussetzungen
- Studium in Bauingenieurwesen, Architektur, Gebäudetechnik oder Bauinformatik, alternativ technische Ausbildung mit einschlägiger Berufserfahrung
- mehrjährige Praxis in der Planung oder Bauausführung
- sichere Beherrschung von Autorensoftware und Prüfwerkzeugen wie Revit, Archicad, Navisworks oder Solibri
- Kenntnis der offenen Standards, insbesondere IFC, BCF und der Normenreihe ISO 19650
- Kommunikationsstärke und Durchsetzungsvermögen ohne formale Weisungsbefugnis
- Bereitschaft zu laufender Weiterbildung und gelegentlichen Dienstreisen
Wo man arbeitet
- Architektur- und Ingenieurbüros
- Bau- und Generalunternehmen
- Projektsteuerungs- und Beratungsgesellschaften
- öffentliche Bauverwaltungen und Infrastrukturbetreiber
- Immobilienunternehmen mit eigenem Bauressort
- Softwarehäuser der Bauwirtschaft
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Bauwesen mit anschließend drei bis fünf Jahren Planungspraxis. Darauf folgt eine Weiterbildung zum BIM-Koordinator oder BIM-Manager, meist als berufsbegleitender Zertifikatslehrgang nach buildingSMART- oder VDI-Standard über wenige Monate. Der Einstieg erfolgt in der Regel über die Koordinatorenrolle im Projekt.
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