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Projekt- und Prozessmanager

Projekt- und Prozessmanager planen und steuern zeitlich befristete Vorhaben und verbessern gleichzeitig die wiederkehrenden Arbeitsabläufe eines Unternehmens. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fachabteilungen, IT und Geschäftsführung.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Projekt- und Prozessmanager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 4.000 € 4.800 € 48.000 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.400 € 6.600 € 64.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.200 € 9.500 € 86.400 €

Am stärksten wirken Branche und Betriebsgröße: Automobil, Pharma, Chemie und Finanzsektor zahlen deutlich über Mittelstand, Sozialwirtschaft und öffentlicher Dienst. In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Vergütung nach Tarifwerken wie dem der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) oder dem TVöD beziehungsweise TV-L, in der Privatwirtschaft und in der Beratung wird meist frei verhandelt, dort oft mit variablem Anteil.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Projekt- und Prozessmanager?

Der Beruf verbindet zwei Aufgaben, die im Alltag oft ineinandergreifen. Im Projektteil geht es um einmalige Vorhaben: eine neue Software einführen, ein Werk umbauen, ein Produkt an den Markt bringen, zwei Abteilungen zusammenlegen. Dazu gehören Projektauftrag und Ziele klären, Aufgaben und Termine planen, Budget überwachen, Risiken benennen, Statusberichte schreiben und Lenkungsausschüsse informieren. Im Prozessteil geht es um das Dauerhafte: Abläufe aufnehmen, in Modellen darstellen, Kennzahlen dazu erheben, Engpässe und doppelte Arbeit finden und einen besseren Ablauf mit den Beteiligten abstimmen und einführen.

Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Gesprächen. Wer Abläufe verändert, greift in die Arbeitsweise anderer Menschen ein, und die haben dazu eine Meinung. Workshops moderieren, Interviews mit Sachbearbeitern führen, zwischen Abteilungsinteressen vermitteln, Widerstände ernst nehmen und trotzdem zu einer Entscheidung kommen: das prägt den Alltag stärker als jedes Planungswerkzeug. Dazu kommt Dokumentation in Projektmanagement- und Modellierungssoftware, Auswertungen in Tabellen und Datenbanken sowie Präsentationen für die Leitungsebene.

Wie wird man Projekt- und Prozessmanager?

Der übliche Weg führt über ein Studium: Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, Industrial Engineering oder ein technisches Fach mit betriebswirtschaftlicher Ergänzung. Eine eigene Erstausbildung für den Beruf gibt es nicht. Sehr viele kommen aus einer Fachfunktion und wachsen hinein, weil sie ihren Bereich genau kennen: Sachbearbeiter, Techniker, Einkäufer, Pflegefachkräfte im Klinikmanagement. Quereinstieg ist deshalb üblich, meist über die Mitarbeit in Projekten und die schrittweise Übernahme der Leitung.

Zertifikate spielen eine erkennbare Rolle. Verbreitet sind IPMA-Level, PMP, PRINCE2 sowie Scrum- und Lean-Six-Sigma-Zertifikate für die Prozessseite. Sie ersetzen keine Erfahrung, öffnen aber Bewerbungsverfahren und werden in Ausschreibungen oft verlangt.

Was der Beruf verlangt

Die Verantwortung ist hoch, die formale Macht meist gering. Projektleitung heißt in vielen Unternehmen, Ergebnisse zu liefern, ohne den Beteiligten Anweisungen geben zu können. Termindruck kurz vor Meilensteinen, Berichte am Abend, Konflikte, die andere lieber ungelöst lassen, gehören dazu. Wer Bestätigung durch sichtbare eigene Werkstücke braucht, wird hier wenig finden; der Erfolg liegt darin, dass andere besser arbeiten können.

Die Arbeitszeiten sind überwiegend Bürozeiten, in Projektphasen aber deutlich länger. Reisetätigkeit fällt an, wenn mehrere Standorte betroffen sind, in der Beratung oft mehrere Tage pro Woche. Homeoffice ist verbreitet, ersetzt aber nicht die Präsenz dort, wo der Ablauf tatsächlich stattfindet. Belastend ist zudem, dass Veränderungsprojekte manchmal Stellen betreffen und der Prozessmanager als Bote schlechter Nachrichten wahrgenommen wird.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und breit verteilt: Industrie, Versicherungen, Banken, Energieversorger, Krankenhäuser, öffentliche Verwaltung, Beratungshäuser. Digitalisierungs- und Automatisierungsvorhaben schaffen laufend neuen Bedarf. Entwicklungswege führen zur Leitung mehrerer Projekte, ins Projektportfolio- oder Programmmanagement, in ein Prozessmanagement-Office, in die Organisationsentwicklung oder in eine Fachbereichsleitung. Die Erfahrung ist auch branchenübergreifend verwertbar, was den Wechsel erleichtert.

Aufgaben

  • Projektziele, Umfang und Termine mit Auftraggebern abstimmen
  • Zeit-, Ressourcen- und Budgetpläne erstellen und fortschreiben
  • Risiken und Abhängigkeiten bewerten und Gegenmaßnahmen einleiten
  • Bestehende Abläufe aufnehmen, modellieren und mit Kennzahlen bewerten
  • Workshops mit Fachabteilungen moderieren und Verbesserungen abstimmen
  • Statusberichte und Entscheidungsvorlagen für die Leitungsebene erstellen
  • Einführung neuer Abläufe begleiten und Beschäftigte einweisen
  • Projektabschluss dokumentieren und Erfahrungen auswerten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium in Wirtschaft, Technik oder Wirtschaftsinformatik oder vergleichbare Berufserfahrung
  • Sicherer Umgang mit Projektmanagement-, Modellierungs- und Tabellenkalkulationssoftware
  • Fähigkeit, Gruppen zu moderieren und Konflikte auszuhalten
  • Analytisches Denken und Freude an Zahlen und Zusammenhängen
  • Klare schriftliche und mündliche Darstellung komplexer Sachverhalte
  • Englischkenntnisse in internationalen Unternehmen
  • Bereitschaft zu Dienstreisen zwischen Standorten

Wo man arbeitet

  • Industrieunternehmen und Zulieferer
  • Banken, Versicherungen und Energieversorger
  • Beratungs- und IT-Dienstleistungshäuser
  • Krankenhäuser und Sozialträger
  • Behörden und öffentliche Verwaltung
  • Handels- und Logistikunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Viele steigen alternativ aus einer Fachfunktion ein und übernehmen nach einigen Jahren erst Teilprojekte, dann die Projektleitung. Zertifikate wie IPMA, PMP, PRINCE2, Scrum Master oder Lean Six Sigma werden meist berufsbegleitend erworben.

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