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Physiotherapeut Krankengymnastik

Physiotherapeuten behandeln Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder nach Verletzungen und Operationen. Sie arbeiten mit Krankengymnastik, manuellen Techniken und gezieltem Training an Beweglichkeit, Kraft und Funktion.

21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Physiotherapeut Krankengymnastik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.750 € 3.100 € 33.000 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.700 € 4.600 € 44.400 €

Entscheidend ist der Arbeitgeber: In Kliniken nach TVöD-B oder TV-L liegt die Vergütung meist über der in privaten Praxen, die häufig ohne Tarifbindung zahlen. Zusatzqualifikationen wie Manuelle Therapie oder Lymphdrainage erhöhen den Marktwert spürbar, weil sie abrechenbare Leistungen freischalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Physiotherapeut?

Physiotherapeuten behandeln Patienten, deren Bewegungsapparat, Nervensystem oder innere Organe eingeschränkt funktionieren. Der Anlass reicht vom Bandscheibenvorfall über den Kreuzbandriss bis zum Schlaganfall, von der Skoliose beim Kind bis zur Atemtherapie auf der Intensivstation. Am Anfang steht ein Befund: Beweglichkeit prüfen, Kraft testen, Gangbild beobachten, fragen, wann und wobei es weh tut. Daraus entsteht ein Behandlungsplan.

Die Behandlung selbst besteht aus aktiven und passiven Anteilen. Aktiv heißt: Übungen anleiten, korrigieren, steigern, ein Heimprogramm mitgeben. Passiv heißt: Gelenke mobilisieren, Muskulatur behandeln, Narben lösen, Lymphe abtransportieren. Dazu kommen Wärme, Kälte, Elektrotherapie oder Ultraschall. Jede Behandlung wird dokumentiert, jede Verordnung abgerechnet. In der Praxis folgt ein Termin auf den nächsten, meist im Zwanzig-Minuten-Takt, in der Klinik verteilt sich der Tag auf Stationen, Therapieraum und Frühmobilisation am Bett.

Wie wird man Physiotherapeut?

Üblich ist die dreijährige schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule mit staatlicher Prüfung. Voraussetzung ist mindestens ein mittlerer Schulabschluss. Viele Schulen sind in privater Trägerschaft und verlangen Schulgeld, das je nach Bundesland und Träger erlassen oder erstattet wird - das gehört zu den Punkten, die man vor der Anmeldung klären sollte. Parallel gibt es ausbildungsintegrierende und primärqualifizierende Bachelorstudiengänge, die zusätzlich zur Berufszulassung einen akademischen Abschluss bringen. Die Vollakademisierung ist politisch beschlossen, die Umsetzung läuft schrittweise.

Nach der Ausbildung folgen fast zwangsläufig Fortbildungen, weil viele Leistungen nur mit Zertifikat abgerechnet werden dürfen: Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät, Bobath, PNF. Diese Kurse dauern Wochen bis Monate und werden häufig selbst bezahlt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Wer acht Stunden am Tag mobilisiert, steht, hebt und mit den Händen arbeitet, spürt das in Rücken, Schultern und Daumengelenken. Der Takt in Praxen ist eng, die Zeit pro Patient knapp, und die Dokumentation frisst Pausen. Dazu kommt die Nähe: Man berührt Menschen, hört Lebensgeschichten, begleitet Verläufe, die nicht immer besser werden. In der Neurologie oder Geriatrie gehören Rückschläge zum Alltag.

Die Bezahlung ist der wunde Punkt des Berufs. In privaten Praxen liegt sie deutlich unter dem, was die Qualifikation nahelegt, in Kliniken des öffentlichen Dienstes ist sie besser planbar. Arbeitszeiten sind meist geregelt, in Praxen aber oft mit Randzeiten am frühen Morgen und Abend, in Kliniken mit Wochenend- und Feiertagsdiensten.

Aussichten

Der Bedarf ist hoch und wächst mit der Alterung der Bevölkerung. Stellen sind fast überall zu besetzen, Wartelisten in Praxen sind lang. Wer bereit ist, den Ort zu wechseln, findet praktisch immer Arbeit. Entwicklungswege führen über Spezialisierungen wie Sportphysiotherapie, Neurorehabilitation oder Kinderphysiotherapie, über Praxisleitung, über die Selbstständigkeit mit eigener Praxis oder über ein Studium in Richtung Lehre, Wissenschaft oder Gesundheitsmanagement. Der Direktzugang ohne ärztliche Verordnung wird seit Jahren diskutiert und würde die Rolle des Berufs deutlich aufwerten.

Aufgaben

  • Befund erheben und Beweglichkeit, Kraft und Schmerz testen
  • Behandlungsziele festlegen und Therapiepläne anpassen
  • Übungen anleiten, korrigieren und Heimprogramme erstellen
  • Gelenke mobilisieren und Muskulatur manuell behandeln
  • Manuelle Lymphdrainage, Massage und physikalische Anwendungen durchführen
  • Patienten nach Operationen mobilisieren und Gangschulung durchführen
  • Behandlungsverläufe dokumentieren und Verordnungen abrechnen
  • Angehörige im Umgang mit Hilfsmitteln anleiten

Voraussetzungen

  • Staatliche Anerkennung als Physiotherapeut nach dreijähriger Ausbildung oder Studium
  • Mindestens mittlerer Schulabschluss für den Ausbildungszugang
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Stehen und manuelles Behandeln
  • Anatomisches und physiologisches Grundverständnis
  • Geduld und Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit Schmerzpatienten
  • Bereitschaft zu kostenpflichtigen Zertifikatsfortbildungen
  • Gesundheitszeugnis und Impfnachweise für die Arbeit in Kliniken

Wo man arbeitet

  • Physiotherapeutische Praxen
  • Akutkrankenhäuser
  • Rehabilitationskliniken
  • Pflegeheime und ambulante Dienste
  • Sportvereine und Leistungssportzentren
  • Eigene Praxis

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die dreijährige schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule für Physiotherapie, die mit der staatlichen Prüfung und der Berufszulassung endet. Alternativ führen primärqualifizierende oder ausbildungsintegrierende Bachelorstudiengänge in dreieinhalb bis vier Jahren zum gleichen Ziel plus akademischem Abschluss. Zertifikatsfortbildungen wie Manuelle Therapie oder Lymphdrainage folgen meist in den ersten Berufsjahren.

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