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Gesundheit & Pflege

Pflegefachkraft / Altenpfleger Schwerpunkt Nachtwache

Pflegefachkräfte im Nachtdienst betreuen Bewohner oder Patienten zwischen Abend und Morgen meist allein oder in kleinen Teams – von der Medikamentengabe über Lagerung bis zum Notfall um drei Uhr nachts.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pflegefachkraft / Altenpfleger Schwerpunkt Nachtwache verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.700 € 4.100 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.000 € 4.600 € 48.000 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: Nach TVöD-P (öffentliche Häuser) oder den Kirchentarifen AVR Caritas und AVR Diakonie liegen die Gehälter deutlich über denen mancher privater Träger ohne Tarif. Die Nachtzuschläge von rund 20 bis 30 Prozent auf den Stundenlohn plus Wochenend- und Feiertagszuschläge sind hier nicht eingerechnet und erhöhen das tatsächliche Monatsentgelt merkbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft im Nachtdienst?

Der Dienst beginnt gegen 20 oder 21 Uhr mit der Übergabe von der Spätschicht: Wer hat Fieber, wer ist unruhig, wer bekommt Bedarfsmedikation, bei wem steht eine Insulingabe an. Danach folgt die erste Runde durch die Zimmer oder den Wohnbereich. In der Nacht geht es um Lagerung zur Dekubitusprophylaxe, Inkontinenzversorgung, Schmerzmittelgabe, Absaugen, Sondenkost, Blutzuckerkontrollen und das Beruhigen von Menschen, die desorientiert aufwachen und nicht wissen, wo sie sind. Zwischen den Runden wird dokumentiert, werden Medikamente für den Folgetag gestellt, Verbandwagen aufgefüllt und Wäsche sortiert.

Das Besondere ist die Alleinverantwortung. Wer nachts arbeitet, entscheidet ohne Rückfrage, ob ein Sturz beobachtet werden kann oder den Rettungsdienst braucht, ob ein Angehöriger nachts angerufen wird, ob eine Sterbebegleitung ansteht. In der Altenpflege betreut eine Nachtwache in vielen Häusern vierzig bis sechzig Bewohner über mehrere Etagen, im Krankenhaus sind es je nach Station weniger, dafür mit höherem medizinischem Aufwand.

Wie wird man Pflegefachkraft im Nachtdienst?

Über die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, die die früheren Wege Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zusammenfasst. Zugang ist in der Regel der mittlere Schulabschluss, mit Hauptschulabschluss plus einjähriger Pflegehelferausbildung ebenfalls möglich. Die Ausbildung ist vergütet und wechselt zwischen Pflegeschule und Praxiseinsätzen in Klinik, Altenheim, ambulantem Dienst und Psychiatrie.

Der Nachtdienst ist kein eigener Ausbildungsberuf, sondern eine Einsatzform. Manche gehen bewusst dorthin, weil sich die Zeiten mit Familie oder Studium besser vertragen und die Zulagen das Gehalt merkbar heben. Wer aus dem Ausland kommt, braucht die Anerkennung der Berufsqualifikation und meist Deutsch auf B2-Niveau. Quereinstieg als Pflegehilfskraft ist möglich, für die alleinige Nachtverantwortung wird aber fast überall die dreijährige Qualifikation verlangt.

Was der Beruf verlangt

Dauerhafte Nachtarbeit greift in den Schlafrhythmus ein. Ein- und Durchschlafstörungen, Magenprobleme und ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko sind belegt, ebenso die Schwierigkeit, tagsüber am sozialen Leben teilzunehmen. Körperlich bleibt die Arbeit fordernd: Umlagern, Transfers, Heben, langes Stehen. Dazu kommt die Einsamkeit der Verantwortung – nachts ist niemand da, mit dem man eine schwierige Entscheidung schnell besprechen kann. Sterbefälle, aggressives Verhalten bei Demenz und der Druck, mit zu wenig Personal zu viele Menschen zu versorgen, gehören zum Alltag. Wer regelmäßig Dauernachtwache macht, sollte das ärztlich begleiten lassen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird weiter steigen; Nachtdienste sind in vielen Einrichtungen besonders schwer zu besetzen, was die Verhandlungsposition verbessert. Wer bleiben will, kann sich in Palliativpflege, Wundmanagement, Praxisanleitung oder Gerontopsychiatrie weiterbilden. Über Weiterbildungen zur Wohnbereichs- oder Pflegedienstleitung oder ein Studium in Pflegemanagement führen Wege aus der Nacht heraus. Viele wechseln nach einigen Jahren zurück in den Tagdienst oder reduzieren die Zahl der Nächte pro Monat.

Aufgaben

  • stündliche oder zweistündliche Kontrollrunden durch Zimmer und Wohnbereiche
  • Medikamente nach Plan verabreichen und Bedarfsmedikation entscheiden
  • Lagern, Transfers und Inkontinenzversorgung in der Nacht
  • Vitalzeichen, Blutzucker und Sauerstoffsättigung kontrollieren
  • auf Stürze, Atemnot und akute Verschlechterungen reagieren und Rettungsdienst alarmieren
  • desorientierte und unruhige Bewohner beruhigen und begleiten
  • Sterbende betreuen und Angehörige informieren
  • Pflegedokumentation führen und die Übergabe an den Frühdienst vorbereiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachkraft, Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Bereitschaft zu dauerhafter Nachtarbeit, Wochenend- und Feiertagsdiensten
  • Fähigkeit, allein und ohne Rückfrage Entscheidungen zu treffen
  • körperliche Belastbarkeit für Heben, Transfers und langes Stehen
  • Ruhe in Notfallsituationen und sichere Kenntnis der Notfallabläufe
  • gute Deutschkenntnisse für Dokumentation und Übergabe
  • in manchen Häusern ein aktueller Impfnachweis und ein erweitertes Führungszeugnis

Wo man arbeitet

  • Alten- und Pflegeheime
  • Krankenhäuser und Fachkliniken
  • Wohngruppen für Menschen mit Demenz
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Hospize und Palliativstationen
  • Kurzzeit- und Intensivpflegedienste

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit Praxiseinsätzen, die mit einer staatlichen Prüfung endet. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss; mit Hauptschulabschluss geht es über eine einjährige Pflegehelferausbildung. Der Einsatz als Nachtwache erfolgt nach der Ausbildung, meist nach einer Einarbeitungsphase im Tagdienst.

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