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Gesundheit & Pflege

Pflegefachkraft

Pflegefachkräfte versorgen kranke, alte und pflegebedürftige Menschen im Krankenhaus, in Pflegeheimen oder zu Hause. Sie übernehmen die pflegerische Versorgung, führen ärztliche Anordnungen aus und dokumentieren den Verlauf.

487 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pflegefachkraft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.800 € 4.300 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.400 € 52.800 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In kommunalen und kirchlichen Häusern gelten TVöD-P beziehungsweise AVR, die deutlich über dem liegen, was viele private Pflegeheime und ambulante Dienste zahlen. Zulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sowie Fachweiterbildungen etwa für Intensivpflege erhöhen das tatsächliche Monatseinkommen erheblich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft?

Der Arbeitstag beginnt meist mit der Übergabe: Was hat sich in der letzten Schicht verändert, wer hat schlecht geschlafen, wessen Wunde nässt, bei wem steht eine Untersuchung an. Danach geht es in die Versorgung. Pflegefachkräfte helfen beim Waschen und Anziehen, unterstützen beim Essen, lagern Menschen um, die sich nicht selbst bewegen können, und begleiten sie beim Gehen. Sie messen Blutdruck, Puls, Temperatur und Blutzucker, stellen Medikamente nach Plan, legen Infusionen an, versorgen Wunden, wechseln Verbände, legen Katheter und nehmen Blut ab.

Dazu kommt der Teil, den Außenstehende oft unterschätzen: die Beobachtung. Wer täglich am Bett steht, merkt zuerst, wenn jemand verwirrt wird, weniger trinkt oder Schmerzen verschweigt. Diese Beobachtungen müssen dokumentiert und an Ärztinnen, Angehörige und die nächste Schicht weitergegeben werden. Pflegefachkräfte planen den Pflegeprozess, leiten Pflegehilfskräfte und Auszubildende an, sprechen mit Angehörigen und begleiten Sterbende. In der ambulanten Pflege kommt das Fahren von Tour zu Tour hinzu, mit deutlich mehr Eigenverantwortung und weniger Rückhalt im Team.

Wie wird man Pflegefachkraft?

Üblicher Weg ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, die seit 2020 die früheren Ausbildungen in Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege zusammenfasst. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Die Ausbildung ist vergütet und wechselt zwischen Pflegeschule und Einsätzen in Klinik, Heim, ambulantem Dienst und Psychiatrie. Im letzten Ausbildungsjahr ist eine Spezialisierung möglich.

Daneben gibt es primärqualifizierende Studiengänge Pflege an Hochschulen, die mit einem Bachelor und der Berufszulassung enden. Quereinsteigende beginnen häufig als Pflegehilfskraft und hängen die Ausbildung an, teils in Teilzeit. Wer im Ausland einen Pflegeabschluss erworben hat, braucht ein Anerkennungsverfahren, oft verbunden mit Anpassungslehrgang und Sprachnachweis.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist körperlich und seelisch anstrengend. Heben, Umlagern, langes Stehen, Rückenbelastung. Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, Arbeit an Wochenenden und Feiertagen. Einspringen aus dem Frei ist in vielen Häusern Normalzustand, weil Personal fehlt. Die Folge ist Zeitdruck: Der Anspruch, jeden Menschen in Ruhe zu versorgen, lässt sich in vielen Schichten nicht einhalten, und dieser Widerspruch belastet viele mehr als die körperliche Arbeit.

Gefragt sind Sorgfalt beim Umgang mit Medikamenten, ein kühler Kopf in Notfällen, Belastbarkeit im Umgang mit Sterben und Aggression, und die Fähigkeit, im Team klar zu kommunizieren. Wer Ekel schlecht aushält oder Nähe zu fremden Körpern meidet, wird mit dem Alltag nicht zurechtkommen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Pflegefachkräfte finden bundesweit ohne Mühe eine Stelle, häufig auch die Möglichkeit, Arbeitszeitmodell und Einsatzbereich mitzubestimmen. Entwicklungswege gibt es viele: Fachweiterbildungen für Intensiv- und Anästhesiepflege, OP, Onkologie, Psychiatrie, Palliativversorgung oder Hygiene, dazu die Praxisanleitung für Auszubildende. Wer mehr Verantwortung will, geht in die Wohnbereichs- oder Stationsleitung, ins Pflegemanagement oder in die Qualitätssicherung. Ein Studium öffnet Wege in Lehre, Forschung und erweiterte Pflegepraxis.

Aufgaben

  • Grundpflege wie Waschen, Anziehen und Umlagern übernehmen
  • Vitalwerte und Blutzucker messen und Veränderungen bewerten
  • Medikamente nach ärztlicher Anordnung stellen und verabreichen
  • Wunden versorgen, Verbände wechseln, Infusionen und Katheter legen
  • Pflegeprozess planen und in der Pflegedokumentation festhalten
  • Pflegehilfskräfte und Auszubildende anleiten
  • Angehörige beraten und Patienten in der Sterbephase begleiten
  • An Visiten, Übergaben und Fallbesprechungen teilnehmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann beziehungsweise in Kranken- oder Altenpflege
  • Bei ausländischem Abschluss staatliche Anerkennung und Deutsch auf B2-Niveau
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
  • Körperliche Belastbarkeit, insbesondere für Rücken und Beine
  • Sorgfalt und Zuverlässigkeit im Umgang mit Medikamenten
  • Nachweis über Masernimmunität, teils weitere arbeitsmedizinische Vorgaben
  • In der ambulanten Pflege Führerschein Klasse B

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Fachkliniken
  • Alten- und Pflegeheime
  • Ambulante Pflegedienste
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Hospize und Palliativstationen
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit praktischen Einsätzen in Klinik, Heim und ambulantem Dienst. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung und der Berufszulassung. Alternativ führt ein dreieinhalb- bis vierjähriges Pflegestudium zum Bachelor mit derselben Berufszulassung.

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