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Gesundheit & Pflege

Hebamme

Hebammen begleiten Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett. Sie überwachen den Verlauf, leiten normale Geburten eigenverantwortlich und versorgen Mutter und Kind in den ersten Wochen danach.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Hebamme verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.100 € 3.500 € 3.900 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.100 € 4.700 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 4.900 € 6.000 € 58.800 €

In kommunalen und kirchlichen Kliniken richtet sich die Vergütung nach TVöD-K beziehungsweise AVR, meist in den Entgeltgruppen P8 bis P9, dazu kommen erhebliche Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste. Freiberufliche Hebammen rechnen nach dem Hebammenhilfevertrag ab; ihr Einkommen hängt stark von der Zahl der Geburtsbegleitungen und den Haftpflichtkosten ab und kann deutlich unter oder über den genannten Werten liegen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Hebamme?

Hebammen betreuen Frauen von der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit. In der Vorsorge tasten sie den Bauch ab, messen Blutdruck, kontrollieren Urin und Gewicht, hören die kindlichen Herztöne ab und dokumentieren alles im Mutterpass. Unter der Geburt überwachen sie Wehentätigkeit und CTG, prüfen den Muttermund, schlagen Positionswechsel vor, geben Schmerzlinderung und leiten regelrechte Geburten selbstständig – ohne Arzt. Bei Abweichungen holen sie die Geburtshilfe hinzu und assistieren bei Kaiserschnitt oder vaginaloperativer Geburt. Nach der Geburt versorgen sie Geburtsverletzungen im Rahmen ihrer Kompetenz, kontrollieren die Nachgeburt, wiegen und untersuchen das Neugeborene und legen es an die Brust.

Im Wochenbett kommen Nachsorge, Stillberatung, Kontrolle der Gebärmutterrückbildung, Nabelpflege und die Einschätzung der Neugeborenengelbsucht dazu. Ein großer Teil der Arbeit ist Gespräch: Ängste einordnen, über Risiken aufklären, Anzeichen einer Wochenbettdepression erkennen. Freiberufliche Hebammen fahren dafür von Haushalt zu Haushalt, führen Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse und rechnen selbst mit den Krankenkassen ab.

Wie wird man Hebamme?

Seit 2020 führt der Weg ausschließlich über ein duales Bachelorstudium Hebammenwissenschaft an einer Hochschule, gekoppelt an eine Klinik als Praxispartner. Es dauert sechs bis acht Semester und endet mit der staatlichen Prüfung und der Berufszulassung. Voraussetzung ist in der Regel die Fachhochschulreife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung mit entsprechender Zugangsberechtigung. Die Studienplätze sind knapp, die Bewerberzahlen deutlich höher als das Angebot. Der klassische Weg über die dreijährige Hebammenschule ist ausgelaufen; wer diese Ausbildung hat, bleibt uneingeschränkt berufsberechtigt. Ein Quereinstieg ohne Studium ist nicht möglich, Pflegefachkräfte können sich aber Teilleistungen anrechnen lassen. Männer dürfen den Beruf ausüben, die Bezeichnung lautet auch für sie Hebamme oder Entbindungspfleger.

Was der Beruf verlangt

Geburten richten sich nicht nach Dienstplänen. Klinikhebammen arbeiten in Wechselschicht, nachts, an Wochenenden und Feiertagen. Freiberufliche stehen in Rufbereitschaft, oft über Wochen. Die Arbeit ist körperlich fordernd – stundenlanges Stehen, Knien, Stützen – und emotional belastend, weil nicht jede Geburt gut ausgeht. Tot- und Fehlgeburten gehören dazu, ebenso Notfälle, in denen innerhalb von Minuten entschieden werden muss.

In vielen Kliniken betreut eine Hebamme mehrere Gebärende gleichzeitig. Das widerspricht dem eigenen fachlichen Anspruch und ist einer der Hauptgründe, warum Hebammen den Klinikdienst verlassen. Freiberufliche tragen zusätzlich das wirtschaftliche Risiko und die hohen Prämien der Berufshaftpflicht, die für Geburtshilfe außerhalb der Klinik besonders schwer wiegen. Wer nur Vorsorge und Wochenbett anbietet, zahlt deutlich weniger.

Aussichten

Der Bedarf ist hoch und wird es bleiben. Kreißsäle schließen weniger wegen fehlender Geburten als wegen fehlenden Personals, freiberufliche Nachsorge ist in vielen Regionen Monate im Voraus ausgebucht. Wer eine Stelle sucht, findet sie. Entwicklungswege führen in die Kreißsaalleitung, in die Praxisanleitung für Studierende, in die Lehre an Hochschulen oder über Masterstudiengänge in Forschung und Versorgungsmanagement. Spezialisierungen etwa in Stillberatung (IBCLC), Akupunktur oder Beckenbodentherapie erweitern das freiberufliche Angebot. Viele kombinieren Anstellung und Freiberuflichkeit.

Aufgaben

  • Schwangerenvorsorge mit Bauchpalpation, CTG und Blutdruckkontrolle
  • Geburten eigenverantwortlich leiten und den Verlauf dokumentieren
  • Wehen begleiten, Schmerzlinderung anbieten, Positionen anleiten
  • Neugeborene erstversorgen, untersuchen und anlegen
  • Geburtsverletzungen versorgen und den Wochenfluss kontrollieren
  • Wochenbettbesuche zu Hause und Stillberatung
  • Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse leiten
  • Notfälle erkennen und ärztliche Hilfe hinzuziehen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium Hebammenwissenschaft mit staatlicher Prüfung und Berufszulassung
  • Fachhochschulreife oder gleichwertige Zugangsberechtigung für das Studium
  • Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst oder Rufbereitschaft
  • Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Arbeiten in Zwangshaltungen
  • Ruhe in Notfallsituationen und schnelle Entscheidungsfähigkeit
  • Kommunikationsstärke und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Familien
  • Für Freiberufliche: Berufshaftpflichtversicherung und kaufmännische Grundkenntnisse

Wo man arbeitet

  • Geburtshilfliche Abteilungen von Kliniken
  • Hebammengeleitete Kreißsäle und Geburtshäuser
  • Eigene Praxis oder freiberufliche Tätigkeit im Hausbesuch
  • Gynäkologische Praxen
  • Hochschulen und Bildungseinrichtungen

Der Weg in den Beruf

Der Zugang erfolgt über ein duales Studium Hebammenwissenschaft an einer Hochschule in Kooperation mit einer geburtshilflichen Klinik. Es dauert sechs bis acht Semester, verbindet Theorie- und Praxisphasen und schließt mit dem Bachelor sowie der staatlichen Prüfung ab. Erst diese berechtigt zum Führen der Berufsbezeichnung Hebamme.

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