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Gesundheit & Pflege

Notfallsanitäter

Notfallsanitäter versorgen Patienten im Rettungsdienst bis zum Eintreffen eines Arztes oder bis zur Übergabe im Krankenhaus. Sie arbeiten im Schichtdienst und treffen unter Zeitdruck medizinische Entscheidungen.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Notfallsanitäter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.200 € 3.500 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.600 € 4.000 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.100 € 4.800 € 49.200 €

Bei kommunalen Trägern und Hilfsorganisationen richtet sich die Bezahlung meist nach dem TVöD (Entgeltgruppe N) oder Haustarifen wie dem DRK-Reformtarifvertrag; private Anbieter zahlen teils deutlich darunter. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen erhöhen das reale Monatseinkommen spürbar und sind in diesen Werten nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Notfallsanitäter?

Notfallsanitäter fahren im Rettungswagen zu Einsätzen: Herzinfarkte, Stürze, Atemnot, Verkehrsunfälle, epileptische Anfälle, Alkoholintoxikationen, psychische Krisen. Am Einsatzort verschaffen sie sich einen Überblick, sprechen mit dem Patienten und Angehörigen, messen Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung, schreiben ein EKG, legen venöse Zugänge, geben Sauerstoff und im Rahmen festgelegter Vorgaben auch Medikamente. Sie beatmen, reanimieren, immobilisieren Wirbelsäulen und Knochenbrüche und stillen Blutungen.

Ein großer Teil der Einsätze ist medizinisch weniger dramatisch, als das Bild vom Rettungsdienst vermuten lässt: Hilflosigkeit alter Menschen, unklare Bauchschmerzen, Transporte in die Klinik ohne akute Bedrohung. Dazu kommt Dokumentation, Fahrzeugcheck, Nachbestücken von Material, Desinfektion und die Übergabe an die Notaufnahme. Wer die Fahrzeugverantwortung trägt, entscheidet, welche Klinik angefahren wird und ob ein Notarzt nachalarmiert werden muss.

Wie wird man Notfallsanitäter?

Der Weg führt über eine dreijährige Ausbildung nach dem Notfallsanitätergesetz. Sie findet an einer Rettungsdienstschule statt, ergänzt durch Praxiszeiten auf einer Lehrrettungswache und in Kliniken, etwa in Anästhesie, Intensivstation, Notaufnahme und Geburtshilfe. Am Ende steht eine staatliche Prüfung mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil.

Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss, ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung wird meist ebenfalls anerkannt. Rettungssanitäter mit Berufserfahrung können über eine verkürzte Ausbildung und eine Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter aufsteigen; diese Übergangsregelungen sind je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet. Quereinsteiger aus Pflege oder Feuerwehr sind häufig, ganz ohne Ausbildung geht es nicht.

Was der Beruf verlangt

Der Dienst läuft rund um die Uhr, in Zwölf- oder Vierundzwanzigstundenschichten, an Wochenenden und Feiertagen. Der Schlafrhythmus leidet dauerhaft. Körperlich ist die Arbeit fordernd: Patienten werden aus engen Treppenhäusern getragen, Tragen und Ausrüstung sind schwer, Rückenprobleme sind verbreitet.

Psychisch belasten vor allem Einsätze mit Kindern, Suiziden und schweren Verletzungen sowie Situationen, in denen trotz aller Maßnahmen nichts mehr zu machen ist. Übergriffe und Beleidigungen durch Betroffene oder Umstehende kommen vor. Viele Rettungsdienstbereiche arbeiten mit knappem Personal, Einsatzzahlen steigen, Pausen fallen aus. Wer den Beruf lange machen will, braucht ein belastbares Umfeld, die Fähigkeit abzuschalten und die Bereitschaft, Nachbesprechungen und psychosoziale Unterstützung anzunehmen.

Gefragt sind schnelle Entscheidungen mit unvollständigen Informationen, ruhiges Auftreten, klare Kommunikation im Team und mit Angehörigen sowie Sorgfalt in der Dokumentation, die im Zweifelsfall rechtlich zählt.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst. Alternde Bevölkerung, steigende Einsatzzahlen und die Umstellung der Rettungswagenbesetzung auf Notfallsanitäter sorgen dafür, dass Stellen bei Hilfsorganisationen, kommunalen Rettungsdiensten, Feuerwehren und privaten Anbietern in vielen Regionen unbesetzt bleiben. Die Übernahme nach der Ausbildung ist meist unproblematisch.

Entwicklungswege führen über Praxisanleitung, Lehrtätigkeit an Rettungsdienstschulen, Organisatorischen Leiter Rettungsdienst, Wach- oder Bereichsleitung sowie in die Leitstelle als Disponent. Wer studieren möchte, findet Bachelorstudiengänge in Rettungswissenschaft, Physician Assistance oder Notfallversorgung. Viele wechseln nach einigen Jahren aus dem Fahrdienst in weniger schichtlastige Bereiche, weil der Körper nicht mitmacht.

Aufgaben

  • Notfallpatienten am Einsatzort untersuchen und Vitalwerte erheben
  • EKG schreiben, venöse Zugänge legen und Sauerstoff verabreichen
  • Reanimation, Beatmung und Wundversorgung durchführen
  • Medikamente nach ärztlicher Vorgabe oder Standardarbeitsanweisung geben
  • Rettungswagen fahren und Patienten in die geeignete Klinik transportieren
  • Einsätze dokumentieren und an das Klinikpersonal übergeben
  • Fahrzeug, Material und Medikamente prüfen und nachbestücken
  • Angehörige informieren und beruhigen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter mit staatlicher Prüfung
  • mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung
  • Führerschein Klasse C1, häufig zusätzlich Nachweis der Fahreignung
  • körperliche Belastbarkeit für Tragen und Heben unter beengten Verhältnissen
  • psychische Stabilität und Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck
  • Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
  • polizeiliches Führungszeugnis und gesundheitliche Eignung

Wo man arbeitet

  • Rettungswachen kommunaler Träger
  • Hilfsorganisationen wie DRK, Malteser, Johanniter, ASB
  • Berufsfeuerwehren
  • private Rettungsdienstunternehmen
  • Integrierte Leitstellen
  • Werkrettungsdienste großer Industriebetriebe

Der Weg in den Beruf

Die Ausbildung dauert drei Jahre und besteht aus Theorieblöcken an einer Rettungsdienstschule, Praxiszeiten auf einer Lehrrettungswache und Einsätzen in Klinikabteilungen. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung und der Berufsbezeichnung Notfallsanitäter. Rettungssanitäter mit mehrjähriger Berufserfahrung können über verkürzte Verfahren und eine Ergänzungsprüfung nachqualifizieren.

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483
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