Was macht ein Monteur im Rohrleitungsbau?
Rohrleitungsbauer setzen Rohrsysteme zusammen, die später Trinkwasser, Abwasser, Gas, Fernwärme, Dampf oder chemische Medien transportieren. Die Arbeit beginnt mit dem Lesen von Isometrien und Rohrleitungsplänen: Welche Nennweite, welcher Werkstoff, welcher Verlauf, welche Halterung. Dann wird zugeschnitten, angefast, geheftet und geschweißt - je nach Werkstoff und Vorschrift im WIG-, E-Hand-, MAG- oder Orbitalverfahren. Edelstahl in der Lebensmittelindustrie verlangt andere Nahtvorbereitung und Wurzelschutz als eine dickwandige Dampfleitung im Kraftwerk.
Dazu kommt alles, was um die Naht herum passiert: Rohre mit Kettenzug oder Kran ausrichten, Flanschverbindungen mit Drehmoment verschrauben, Rohrbrücken und Halterungen montieren, Armaturen und Pumpen einbauen, Leitungen mit Wasser oder Luft abdrücken und die Prüfprotokolle ausfüllen. Bei Instandhaltungsarbeiten kommt Demontage hinzu, häufig unter Zeitdruck während eines Anlagenstillstands. Im Tiefbau arbeitet man dagegen im Rohrgraben, verlegt Guss- oder PE-Leitungen, verschweißt Kunststoff im Heizelementstumpfschweißverfahren und dokumentiert die Trassenlage.
Wie wird man Monteur im Rohrleitungsbau?
Der klassische Weg ist eine duale Ausbildung: Rohrleitungsbauer im Bauhauptgewerbe, Anlagenmechaniker mit Schwerpunkt Rohrsystemtechnik oder Konstruktionsmechaniker. Alle drei dauern drei bis dreieinhalb Jahre und endenmit einem Gesellenbrief oder Facharbeiterabschluss der Industrie- und Handelskammer beziehungsweise der Handwerkskammer. Vorausgesetzt wird üblicherweise ein Hauptschulabschluss, in der Industrie häufiger ein mittlerer Abschluss.
Wer als Schweißer arbeiten will, braucht gültige Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606, getrennt nach Verfahren, Werkstoffgruppe, Position und Wanddicke. Diese Zeugnisse müssen regelmäßig verlängert werden. Sie sind der eigentliche Marktwert: Ein Monteur mit Orbital- und WIG-Zulassung für Edelstahl in Zwangslage findet leichter Arbeit als ein Kollege ohne Nachweise. Quereinstieg kommt vor, meist über Schweißkurse an einer Schweißtechnischen Lehranstalt und Anlernarbeit als Rohrschlosser oder Helfer. Ohne Ausbildung bleibt man dabei oft länger auf niedrigerem Lohnniveau.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd. Heben, Bücken, Arbeiten über Kopf, in Gräben, auf Gerüsten, in engen Behältern. Im Winter friert man, im Sommer steht man neben heißen Leitungen. Schweißrauch, Lärm, Schleifstaub und Zwangshaltungen gehören dazu, Schutzausrüstung ist Pflicht und trotzdem verschleißen Knie, Schultern und Rücken über die Jahre.
Montageeinsätze sind in vielen Betrieben der Normalfall: Wochen oder Monate auswärts, Rückfahrt am Wochenende, in Stillstandsphasen Zwölfstundenschichten und Wochenendarbeit. Wer Familie hat, spürt das deutlich. Verlangt wird außerdem Genauigkeit unter Termindruck, denn jede Naht kann geröntgt werden, und ein Fehler bedeutet Ausschneiden und Neuschweißen. Schwindelfreiheit, körperliche Eignung nach arbeitsmedizinischer Untersuchung und meist ein Führerschein sind Grundbedingungen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Wassernetze und Fernwärmeleitungen müssen erneuert werden, Industrieanlagen brauchen Instandhaltung, der Umbau von Energie- und Wasserstoffinfrastruktur bindet zusätzlich Fachkräfte. Geprüfte Schweißer sind knapp, gute Leute werden gehalten und abgeworben.
Entwicklungswege führen über den Vorarbeiter und Obermonteur zum Baustellen- oder Montageleiter. Mit Weiterbildung sind der Industriemeister Metall, der Werkpolier oder Vorarbeiter im Rohrleitungsbau, die Schweißfachkraft und der Schweißtechniker möglich, außerdem Prüftätigkeiten in der Qualitätssicherung. Wer die Baustelle verlassen will, wechselt in Arbeitsvorbereitung, Aufmaß oder Vertrieb.