Was macht ein Mitarbeiter für Warenverräumung?
Warenverräumung heißt: Ware kommt auf Paletten oder in Rollcontainern an, und sie muss ins Regal. Der Arbeitstag beginnt damit, die Lieferung zu prüfen, Kartons zu öffnen, Artikel nach Warengruppen zu sortieren und an den richtigen Platz zu bringen. Dabei wird nach dem Prinzip gearbeitet, dass ältere Ware nach vorne rückt und neue dahinter kommt, damit nichts überlagert. Preisschilder und Regaletiketten werden kontrolliert und getauscht, Aktionsware wird aufgebaut, leere Kartons und Folien gehen in die Presse.
Dazu kommt die laufende Pflege der Fläche: Lücken auffüllen, Artikel gerade richten, umgestellte Ware zurücksortieren, verdorbene oder beschädigte Produkte aussortieren und über die Warenwirtschaft ausbuchen. In Lebensmittelmärkten gehört die Kontrolle von Mindesthaltbarkeitsdaten zum festen Ablauf, ebenso das Auffüllen von Obst, Gemüse und Kühlware. Bei Inventuren wird gezählt. Häufig fragen Kunden nach einem Artikel, während man am Regal steht - Auskunft geben gehört dazu, auch wenn Verkauf nicht die Hauptaufgabe ist.
Wie wird man Mitarbeiter für Warenverräumung?
Eine Ausbildung ist nicht erforderlich. Die Tätigkeit ist ein klassischer Einstieg für Menschen ohne einschlägigen Abschluss, für Quereinsteiger, für Studierende und für Wiedereinsteiger nach längerer Pause. Eingearbeitet wird im Betrieb, meist innerhalb weniger Tage: Sortiment, Regalplan, Handscanner, Umgang mit Hubwagen und Kartonpresse. Wer in der Lebensmittelbranche arbeitet, braucht eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz. Für das Fahren eines Elektro-Hubwagens verlangen viele Betriebe eine interne Unterweisung, für Gabelstapler einen Staplerschein.
Es gibt Anbieter, die Verräumung als Dienstleistung für Hersteller und Handelsketten übernehmen. Dort wird oft mit wechselnden Einsatzorten und eigenem Fahrzeug gearbeitet, ein Führerschein ist dann Voraussetzung. Wer bleiben will, kann sich zur Fachkraft im Verkauf weiterbilden oder eine verkürzte Ausbildung zum Verkäufer anschließen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Getränkekisten, Konserven, Tierfuttersäcke und Waschmittelpakete summieren sich über eine Schicht auf mehrere Tonnen. Gebückt, gekniet und über Kopf gearbeitet wird ständig, gesessen praktisch nie. Wer Probleme mit Rücken, Knien oder Schultern hat, kommt an Grenzen. In der Kühlung und im Tiefkühlbereich ist es kalt, in der Getränkeabteilung schwer.
Die Arbeitszeiten liegen häufig zwischen fünf und zehn Uhr morgens oder in den Abendstunden, dazu Samstage. Viele Stellen sind Teilzeit oder Minijob, feste Vollzeitstellen sind seltener. Das Tempo ist vorgegeben: Bis Ladenöffnung muss die Fläche stehen. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich, oft nah am Mindestlohn oder am Einstiegstarif des Einzelhandels.
Aussichten
Stellen gibt es fast überall und dauerhaft, weil die Fluktuation hoch ist und jeder Markt Ware verräumen muss. Automatisieren lässt sich die Tätigkeit bisher kaum. Der Einstieg ist entsprechend leicht, auch ohne Zeugnisse und ohne perfektes Deutsch. Wer zuverlässig ist, bekommt zusätzliche Aufgaben: Verantwortung für eine Warengruppe, Bestellungen, Anleitung neuer Kollegen, Schichtverantwortung. Über eine nachgeholte Ausbildung im Einzelhandel oder den Wechsel in die Logistik lässt sich das Einkommen deutlich verbessern - ohne diesen Schritt bleibt es meist bei einer gering bezahlten Tätigkeit.