Was macht ein Mitarbeiter im Controlling?
Controlling ist Zahlenarbeit mit Kontakt zu fast allen Abteilungen eines Unternehmens. Der Alltag besteht darin, Daten zusammenzutragen: Umsätze aus dem Vertriebssystem, Kosten aus der Finanzbuchhaltung, Stunden aus der Zeiterfassung, Bestände aus der Logistik. Aus diesen Daten entstehen Monatsberichte, in denen der Ist-Zustand dem Plan gegenübergestellt wird. Wo Abweichungen auftreten, beginnt die eigentliche Aufgabe: nachfragen, prüfen, erklären, warum eine Kostenstelle über Budget liegt oder eine Produktgruppe hinter der Erwartung bleibt.
Dazu kommen wiederkehrende Aufgaben im Jahresrhythmus. Bei der Budgetplanung sammeln Controller die Zahlen der Fachbereiche ein, prüfen sie auf Plausibilität und konsolidieren sie. Bei Investitionsanträgen rechnen sie Amortisation und Wirtschaftlichkeit. Viele Stellen umfassen außerdem die Pflege von Kalkulationen, Deckungsbeitragsrechnungen und Kennzahlensystemen. Ein großer Teil der Arbeit passiert in Excel, in ERP-Systemen wie SAP oder Microsoft Dynamics und zunehmend in BI-Werkzeugen wie Power BI.
Wie wird man Mitarbeiter im Controlling?
Der häufigste Weg führt über ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Controlling, Finanzen oder Rechnungswesen, als Bachelor an Hochschule oder Universität. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellter, mit anschließender Weiterbildung zum Controller, zum Bilanzbuchhalter oder zum Betriebswirt. Große Unternehmen besetzen Einstiegsstellen meist mit Hochschulabsolventen, im Mittelstand zählt Praxiserfahrung im Rechnungswesen oft mehr als der Abschluss.
Quereinstieg ist möglich, vor allem aus der Buchhaltung, aus dem Vertriebsinnendienst oder aus der Produktionsplanung. Wer dort mit Zahlen gearbeitet hat und ERP-Systeme kennt, kann sich über eine berufsbegleitende Weiterbildung ins Controlling bewegen. Ohne solides Verständnis von Kosten- und Leistungsrechnung geht es allerdings nicht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist an Termine gebunden, und diese Termine sind hart. Der Monatsabschluss muss zu einem festen Stichtag stehen, unabhängig davon, ob die Fachabteilung ihre Zahlen geliefert hat. In den Abschluss- und Planungsphasen sind Überstunden üblich, im Jahresabschluss und in der Budgetrunde teils erheblich. Dazwischen ist es ruhiger.
Gefordert sind Genauigkeit und Ausdauer bei Routinen, die sich jeden Monat wiederholen. Wer nur analysieren und nicht aufbereiten will, wird enttäuscht: Ein guter Teil der Zeit geht in Datenpflege, Abstimmung und Fehlersuche. Hinzu kommt eine Rolle, die nicht immer beliebt ist. Controlling stellt unangenehme Fragen zu Kosten und muss Auskünfte einfordern, die Kollegen ungern geben. Durchsetzungsfähigkeit und die Fähigkeit, Zahlen verständlich zu erklären, sind wichtiger als manche vermuten.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und über alle Branchen verteilt, weil praktisch jedes Unternehmen ab einer bestimmten Größe eine Steuerungsfunktion braucht. Reine Datensammlung verliert durch Automatisierung an Bedeutung, dafür wächst der Bedarf an Menschen, die Datenmodelle bauen, Berichte automatisieren und Ergebnisse interpretieren können. Kenntnisse in SQL, Power BI oder SAP Analytics verbessern die Position deutlich.
Entwicklungswege führen in Spezialgebiete wie Vertriebs-, Produktions- oder Beteiligungscontrolling, in die Konzernkonsolidierung oder über den Bereichscontroller zur Leitung einer Controlling-Abteilung. Auch der Wechsel in kaufmännische Geschäftsführung oder Unternehmensentwicklung kommt vor.