Mechatroniker / Industriemechaniker
Mechatroniker und Industriemechaniker bauen, warten und reparieren Maschinen und Anlagen in der Industrie. Sie verbinden Mechanik, Elektrik, Hydraulik und Steuerungstechnik und halten die Produktion am Laufen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mechatroniker / Industriemechaniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.500 € | 5.600 € | 54.000 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Entgelte deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Firmen, dazu kommen 35-Stunden-Woche und Sonderzahlungen. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen sowie Auslandseinsätze im Service können das Monatseinkommen spürbar erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mechatroniker oder Industriemechaniker?
Beide Berufe drehen sich um Maschinen und Anlagen, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Der Industriemechaniker kommt von der mechanischen Seite: Er fertigt Bauteile an Dreh- und Fräsmaschinen, montiert Baugruppen, richtet Anlagen aus, tauscht Lager, Dichtungen und Antriebselemente und stellt Maschinen nach einem Umbau wieder ein. Der Mechatroniker arbeitet an der Schnittstelle von Mechanik und Elektrik: Er verdrahtet Schaltschränke, montiert Sensoren, nimmt Steuerungen in Betrieb, sucht Fehler in Hydraulik-, Pneumatik- und SPS-Kreisen und prüft, ob Software und Hardware zusammenspielen.
Im Alltag überschneidet sich vieles. In der Instandhaltung eines Werks wird morgens die Störmeldung von der Nachtschicht abgearbeitet, mittags eine geplante Wartung gefahren, nachmittags ein Ersatzteil bestellt und der Vorgang im System dokumentiert. Im Anlagenbau geht es eher um Neumontage, Inbetriebnahme und Serviceeinsätze beim Kunden, teils im Ausland.
Wie wird man Mechatroniker oder Industriemechaniker?
Üblich ist die duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Sie dauert dreieinhalb Jahre und endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Verkürzung auf drei Jahre ist bei guten Leistungen oder mit Abitur möglich. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein, in kleineren Firmen auch mit gutem Hauptschulabschluss. Wichtig sind Mathematik und Physik, weil Toleranzen, Kräfte und Stromkreise berechnet werden.
Quereinstieg gibt es über Umschulungen, die von der Agentur für Arbeit gefördert werden können und meist zwei Jahre dauern. Wer aus einem verwandten Handwerk kommt, kann die Externenprüfung ablegen, wenn genug Berufspraxis nachweisbar ist. Ohne Abschluss ist ein Einstieg als Maschinen- oder Anlagenführer möglich, mit deutlich engerem Aufgabenfeld.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Schwere Bauteile, Arbeiten über Kopf, in engen Anlagenteilen oder auf Leitern gehören dazu, ebenso Lärm, Öl, Metallstaub und Zugluft in großen Hallen. Wer Rücken- oder Knieprobleme hat, merkt das schnell.
In der Produktion wird meist im Schichtsystem gearbeitet, oft im Dreischichtbetrieb mit Wochenendbereitschaft. Steht eine Anlage still, kostet jede Stunde Geld, entsprechend ist der Druck bei Störungen hoch. Im Service kommt Reisetätigkeit dazu, teilweise mit langen Abwesenheiten. Gefordert sind systematisches Fehlersuchen, Sorgfalt bei Dokumentation und Sicherheitsvorschriften und die Bereitschaft, sich laufend in neue Steuerungen und Diagnosesoftware einzuarbeiten.
Aussichten
Fachkräfte in der Instandhaltung werden fast überall gesucht, besonders Mechatroniker mit Steuerungskenntnissen. Die Nachfrage schwankt allerdings mit der Industriekonjunktur, im Automobilbereich stärker als in Pharma, Lebensmittel oder Energietechnik. Automatisierung ersetzt eher einfache Bedientätigkeiten als Instandhalter.
Weiterentwicklung führt über den Industriemeister Metall oder Mechatronik, den staatlich geprüften Techniker oder eine Spezialisierung auf SPS-Programmierung, Robotik, Schweißtechnik oder Qualitätssicherung. Mit Meister oder Techniker stehen Schichtführung, Arbeitsvorbereitung, Kundendienst oder Ausbildertätigkeit offen. Ein anschließendes Studium im Maschinenbau oder in der Mechatronik ist auch ohne Abitur möglich.
Aufgaben
- Maschinen und Anlagen warten, inspizieren und instand setzen
- Störungen an Mechanik, Hydraulik, Pneumatik und Elektrik eingrenzen
- Bauteile an konventionellen und CNC-Maschinen fertigen
- Baugruppen montieren, ausrichten und in Betrieb nehmen
- Sensoren, Aktoren und Schaltschränke verdrahten und prüfen
- Steuerungsprogramme testen und Parameter anpassen
- Wartungen, Prüfungen und Ersatzteile dokumentieren
- Sicherheitseinrichtungen kontrollieren und Anlagen freischalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Berufsausbildung als Mechatroniker oder Industriemechaniker, alternativ Umschulung
- Solide Kenntnisse in Mathematik, Physik und technischem Zeichnen
- Technisches Verständnis und systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche
- Körperliche Belastbarkeit, keine Einschränkungen bei Lärm, Staub und Zwangshaltungen
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- oder Bereitschaftsdienst
- Sorgfalt beim Einhalten von Sicherheits- und Prüfvorschriften
- Für Servicetätigkeit Führerschein und Reisebereitschaft
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Maschinen- und Anlagenbau
- Automobil- und Zulieferindustrie
- Chemie-, Pharma- und Lebensmittelwerke
- Technische Servicedienstleister
- Energieversorger und Werkstätten
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist die duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, die dreieinhalb Jahre dauert und mit der IHK-Abschlussprüfung endet. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich. Für Erwachsene gibt es geförderte Umschulungen von etwa zwei Jahren sowie die Externenprüfung bei ausreichender Berufspraxis.
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