Löter
Löterinnen und Löter verbinden elektronische Bauteile und Metallteile dauerhaft mit Lot, meist von Hand an Leiterplatten in der Elektronikfertigung. Die Arbeit verlangt ruhige Hände, gute Augen und Geduld für sehr kleine Teile.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Löter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.450 € | 2.800 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.200 € | 40.800 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Entgelte deutlich über denen kleiner Zulieferer und der Zeitarbeit. Zertifizierte Lötfachkräfte in Medizin-, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Schichtzulagen heben das Einkommen spürbar an.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Löter?
Löten heißt, zwei Metallteile mit einem geschmolzenen Zusatzwerkstoff zu verbinden, ohne die Teile selbst zu schmelzen. In der Praxis bedeutet das meist: An einem Arbeitsplatz mit Lötstation, Absaugung und Stereomikroskop werden Widerstände, Kondensatoren, Steckverbinder oder Mikrocontroller auf Leiterplatten gesetzt und verlötet. Ein Teil der Arbeit ist bedrahtete Technik, bei der Bauteilbeinchen durch Bohrungen gesteckt und auf der Rückseite verlötet werden. Der andere Teil ist Oberflächenmontage, bei der Bauteile von wenigen Millimetern Kantenlänge auf Lötpads gesetzt werden.
Dazu kommen Nacharbeit und Reparatur: Lötbrücken entfernen, kalte Lötstellen nachbessern, defekte Bauteile auslöten und ersetzen, Leiterbahnen ausbessern. In vielen Betrieben gehört das Bestücken von Baugruppen, das Konfektionieren und Verlöten von Kabeln und Steckern sowie eine Sichtprüfung nach Norm dazu. Wer an Serienanlagen arbeitet, bereitet Lötrahmen vor, bestückt Wellenlötanlagen oder überwacht Reflow-Öfen und prüft die Ergebnisse. Jede Baugruppe wird dokumentiert, fehlerhafte Teile werden gekennzeichnet und der Fertigungsleitung gemeldet.
Wie wird man Löter?
Einen Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es nicht. Der übliche Weg führt über eine Ausbildung in der Elektronik oder Metalltechnik, etwa als Elektroniker für Geräte und Systeme oder Fachkraft für Metalltechnik. Viele Löterinnen sind aber angelernt: Betriebe stellen Menschen ohne einschlägige Ausbildung ein und schulen sie intern über Wochen bis Monate.
Entscheidend ist in der Elektronikfertigung die Zertifizierung. Lehrgänge nach IPC J-STD-001 oder DIN EN IEC 61191-4 dauern wenige Tage bis zwei Wochen und schließen mit einer praktischen Prüfung ab. Für Luftfahrt, Medizintechnik und Raumfahrt sind solche Nachweise Pflicht und müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Der Quereinstieg ist damit realistisch, sofern die Feinmotorik stimmt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist sitzend, statisch und über Stunden auf einen Punkt konzentriert. Nacken, Schultern und Augen werden dabei stark beansprucht, besonders bei Arbeit unter dem Mikroskop. Wer zittrige Hände hat oder Farben schlecht unterscheidet, wird Schwierigkeiten haben. Lötrauch enthält Flussmittelreste, deshalb ist eine funktionierende Absaugung nicht optional, und bleihaltige Lote unterliegen Schutzvorschriften.
In der Serienfertigung gibt es Taktvorgaben und Stückzahlen, in vielen Werken Zwei- oder Dreischichtbetrieb. Die Tätigkeit gilt als angelernte Produktionsarbeit und wird entsprechend eingruppiert, auch wenn sie hohe Präzision verlangt. Ein Teil der Beschäftigung läuft über Zeitarbeit, gerade bei Auftragsspitzen. Wer nur einfache Standardarbeiten beherrscht, steht in Konkurrenz zu automatischer Bestückung.
Aussichten
Maschinen bestücken Serienplatinen schneller und günstiger als Menschen. Was bleibt, ist alles, was Maschinen schlecht können: Kleinserien, Prototypen, Sonderbauteile, Reparatur, Nacharbeit und Baugruppen mit sehr hohen Qualitätsanforderungen. In diesen Bereichen ist die Nachfrage stabil bis gut, weil qualifizierte Handlöter knapp sind.
Wer weiterkommen will, sammelt Zertifikate, wird Trainer für Lötverfahren, wechselt in die Qualitätsprüfung oder übernimmt eine Gruppenleitung in der Fertigung. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung stehen zusätzlich Wege in die Prüftechnik, die Arbeitsvorbereitung oder eine Technikerweiterbildung offen.
Aufgaben
- Bauteile auf Leiterplatten bestücken und von Hand verlöten
- Feinstlötarbeiten unter Stereomikroskop ausführen
- Defekte Bauteile aus- und neue einlöten
- Kabel, Litzen und Steckverbinder konfektionieren und anlöten
- Lötstellen nach IPC-Kriterien sichtprüfen und Fehler dokumentieren
- Wellenlöt- und Reflow-Anlagen bestücken und Ergebnisse kontrollieren
- Arbeitsplatz nach ESD-Vorgaben einrichten und Werkzeuge pflegen
Voraussetzungen
- Sehr gute Feinmotorik und ruhige Hände
- Gutes Nahsehvermögen, oft Farbsehtest gefordert
- Konzentrationsfähigkeit über lange, gleichförmige Arbeitsphasen
- Technisches Verständnis und Lesen einfacher Schaltpläne und Stücklisten
- Häufig Lötzertifikat nach IPC J-STD-001 oder DIN EN IEC 61191-4
- Bereitschaft zu Schichtarbeit in der Serienfertigung
- Deutschkenntnisse für Arbeitsanweisungen und Prüfprotokolle
Wo man arbeitet
- Elektronikfertigung und Auftragsbestücker
- Maschinen- und Anlagenbau
- Medizin-, Luftfahrt- und Wehrtechnik
- Reparatur- und Servicebetriebe für Elektronik
- Forschungs- und Prototypenwerkstätten
- Zeitarbeitsfirmen mit Industriekunden
Der Weg in den Beruf
Ein eigener Ausbildungsberuf existiert nicht. Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung in der Elektronik oder Metalltechnik, sehr häufig aber auch der Einstieg als angelernte Kraft mit betrieblicher Schulung. Ergänzt wird das durch mehrtägige Lötlehrgänge mit Zertifikat nach IPC J-STD-001, die in sicherheitsrelevanten Branchen verpflichtend sind und regelmäßig erneuert werden müssen.
Offene Stellen als Löter
In der Suche fortsetzen
Löter (m/w/d)
Löter (m/w/d)
Löter (m/w/d)
Löterin (m/w/d)
Verwandte Berufe
Elektroniker für Geräte und Systeme
Elektroniker für Geräte und Systeme bauen elektronische Geräte und Komponenten zusammen, prüfen sie und halten sie in Stand. Der Beruf ist industriell geprägt und liegt zwischen Fertigung, Messtechnik und Fehlersuche.
- Offene Stellen
- 13
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.000 €
Fachkraft für Metalltechnik
Fachkräfte für Metalltechnik fertigen und montieren Bauteile aus Metall – sie sägen, bohren, drehen, fräsen, schweißen und fügen Werkstücke nach technischen Zeichnungen zusammen. Der Beruf wird in einer zweijährigen Ausbildung mit vier Fachrichtungen erlernt.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.200 €
Schweißer
Schweißer verbinden Metallteile dauerhaft durch Hitze, meist mit Lichtbogen- oder Schutzgasverfahren. Sie arbeiten in der Metallbau- und Stahlbaufertigung, im Anlagenbau und auf Baustellen und müssen ihre Nähte nach genormten Prüfungen belegen können.
- Offene Stellen
- 102
- Monatsbrutto
- 2.400 – 5.200 €
Passend dazu im Ratgeber
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...
- Der Lebenslauf: Aufbau, Lücken und die häufigsten Fehler Der Lebenslauf wird schneller gelesen als jedes andere Dokument der Bewerbung. Was hineing...
- Das Anschreiben, das gelesen wird Ein Anschreiben hat eine Aufgabe: erklären, warum ausgerechnet diese Bewerbung zu dieser S...