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Handwerk & Produktion

Elektroniker für Geräte und Systeme

Elektroniker für Geräte und Systeme bauen elektronische Geräte und Komponenten zusammen, prüfen sie und halten sie in Stand. Der Beruf ist industriell geprägt und liegt zwischen Fertigung, Messtechnik und Fehlersuche.

13 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektroniker für Geräte und Systeme verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.000 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Entgelte deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Zulieferer und Reparaturbetriebe. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen können das monatliche Einkommen zusätzlich merklich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Geräte und Systeme?

Elektroniker für Geräte und Systeme stellen elektronische Bauteile, Baugruppen und komplette Geräte her: Steuerungen für Maschinen, Sensorik, Messgeräte, Leiterplatten für Medizintechnik oder Fahrzeugelektronik. Sie lesen Schaltpläne und Stücklisten, bestücken und löten Platinen, verdrahten Schaltschränke und Gehäuse, konfektionieren Kabel und montieren Module zu funktionsfähigen Einheiten. Ein zweiter großer Teil der Arbeit ist das Prüfen: Baugruppen werden mit Multimeter, Oszilloskop und automatisierten Prüfplätzen gemessen, Prüfprotokolle werden geschrieben, Abweichungen dokumentiert. Wenn ein Gerät nicht funktioniert, beginnt die Fehlersuche - Bauteil für Bauteil, Signal für Signal, bis die Ursache gefunden ist. Dazu kommen Aufgaben in der Softwareseite: Firmware aufspielen, Parameter setzen, Geräte in Betrieb nehmen. In kleineren Betrieben und in der Entwicklungsunterstützung bauen Elektronikerinnen Prototypen und Kleinserien, in größeren Werken arbeiten sie an Fertigungslinien, richten Bestückungsautomaten ein oder betreuen die Endprüfung. Reparatur, Nachrüstung und Kundendienst gehören ebenfalls dazu.

Wie wird man Elektroniker für Geräte und Systeme?

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, geregelt als Industrieberuf bei der Industrie- und Handelskammer. Der Abschluss lautet Elektroniker für Geräte und Systeme, die Prüfung besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen. Rechtlich gibt es keine Mindestvoraussetzung, in der Praxis stellen die Betriebe meist mit mittlerem Schulabschluss ein, mit gutem Hauptschulabschluss und solider Mathematik ist der Zugang möglich. Wer aus einem anderen technischen Beruf kommt, kann die Ausbildung verkürzen oder über eine Externenprüfung nach mehrjähriger einschlägiger Tätigkeit zum Abschluss kommen. Ein reiner Quereinstieg ohne Qualifikation führt in der Regel nur zu Helfertätigkeiten in der Montage.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist feinmotorisch anspruchsvoll. Bauteile im Millimeterbereich löten, unter Mikroskop oder Lupenleuchte arbeiten, stundenlang konzentriert prüfen - das setzt gute Augen, ruhige Hände und Geduld voraus. Wer schnell unruhig wird oder Routine schlecht erträgt, wird in Serienfertigung unglücklich. Körperlich ist der Beruf weniger belastend als andere Handwerksberufe, aber langes Sitzen oder Stehen am gleichen Platz, Lötdämpfe und Lärm in der Halle sind reale Faktoren. In der Industrie ist Schichtarbeit verbreitet, häufig Früh- und Spätschicht, in der Serienproduktion auch Nachtschicht. Vorschriften zur elektrischen Sicherheit, ESD-Schutz und Qualitätsnormen bestimmen den Alltag und lassen wenig Spielraum für eigene Improvisation. Elektrotechnik lässt sich nicht auswendig lernen, sondern muss verstanden werden; wer Physik und Mathematik in der Schule gemieden hat, wird sich in der Berufsschule schwertun.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in einigen Regionen deutlich höher als das Angebot an Fachkräften, besonders in Süddeutschland, in der Medizin- und Messtechnik und im Maschinenbau. Einfache Bestückungsarbeit wird zunehmend automatisiert oder ins Ausland verlagert, gefragt bleiben Prüfung, Inbetriebnahme, Fehleranalyse und Prototypenbau. Weiterbildungswege führen zum Industriemeister Elektrotechnik, zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik oder über die Fachhochschulreife in ein Studium der Elektrotechnik oder Mechatronik. Auch der Wechsel in Qualitätssicherung, technischen Service, Vertriebsinnendienst oder Fertigungsplanung ist ein häufiger Weg.

Aufgaben

  • Schaltpläne, Stücklisten und technische Zeichnungen lesen
  • Leiterplatten bestücken, löten und Baugruppen montieren
  • Kabel konfektionieren und Geräte verdrahten
  • Baugruppen mit Multimeter, Oszilloskop und Prüfplätzen messen
  • Fehler an Geräten eingrenzen und Bauteile tauschen
  • Firmware aufspielen und Geräte in Betrieb nehmen
  • Prüfprotokolle und Fertigungsdokumentation führen
  • Fertigungsmittel einrichten und Prototypen aufbauen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Geräte und Systeme oder vergleichbare Qualifikation
  • Verständnis für Elektrotechnik, Grundrechenarten und Formelumstellung
  • Feinmotorik, gutes Sehvermögen und Farbsehen für Bauteilkennzeichnungen
  • Sorgfalt und Geduld bei wiederkehrenden Prüf- und Montagearbeiten
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit in der industriellen Fertigung
  • Kenntnisse der elektrischen Sicherheitsvorschriften und des ESD-Schutzes

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe der Elektro- und Elektronikfertigung
  • Hersteller von Medizin-, Mess- und Regeltechnik
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Automobil- und Zulieferindustrie
  • Entwicklungsabteilungen und Prototypenwerkstätten
  • Reparatur- und Servicebetriebe für elektronische Geräte

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem Industriebetrieb mit Berufsschulunterricht, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen, der erste liegt nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit. Bei guten Leistungen oder vorheriger Berufserfahrung ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich.

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