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Leitung Werkfeuerwehr

Die Leitung einer Werkfeuerwehr verantwortet den betrieblichen Brandschutz und die technische Hilfeleistung auf einem Werksgelände. Sie führt hauptamtliche Einsatzkräfte, plant Einsatzmittel und vertritt den Betrieb gegenüber Behörden.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Leitung Werkfeuerwehr verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.500 € 5.400 € 6.500 € 64.800 €
Mit Berufserfahrung 5.800 € 6.800 € 8.200 € 81.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.000 € 8.500 € 11.000 € 102.000 €

Entscheidend sind Branche und Größe der Werkfeuerwehr: In der chemischen Industrie und bei Raffinerien richtet sich die Vergütung meist nach den Bundesentgelttarifverträgen der Chemie beziehungsweise dem Tarifvertrag der Mineralölindustrie und liegt deutlich über kleineren Industriebetrieben; an kommunalen Flughäfen und in öffentlichen Einrichtungen gilt oft der TVöD, dort etwa Entgeltgruppe 12 bis 14. Rufbereitschafts- und Schichtzulagen kommen häufig hinzu und sind hier nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht die Leitung einer Werkfeuerwehr?

Eine Werkfeuerwehr ist eine behördlich anerkannte Feuerwehr eines Unternehmens, meist in Chemieparks, Raffinerien, Stahl- und Automobilwerken, an Flughäfen oder in Kraftwerken. Die Leitung trägt die Gesamtverantwortung für Einsatzdienst, Personal, Fahrzeuge und Ausrüstung. Sie erstellt Alarm- und Ausrückeordnungen, Feuerwehrpläne und Objektpläne, legt die Mindeststärke der Wachabteilungen fest und stimmt sich mit der öffentlichen Feuerwehr, der Aufsichtsbehörde und dem Werkschutz ab.

Ein großer Teil der Arbeit ist vorbeugender Brandschutz: Brandschutzkonzepte prüfen, Baumaßnahmen begleiten, Genehmigungsverfahren nach Störfallverordnung und Betriebssicherheitsverordnung begleiten, Gefahrenanalysen für neue Anlagen bewerten. Dazu kommen Übungsplanung, Ausbildung der Einsatzkräfte, Nachbereitung von Einsätzen und Budgetverantwortung für Beschaffungen, die schnell in die Millionen gehen. Bei größeren Schadenslagen übernimmt die Leitung selbst die Einsatzleitung oder die Funktion in der Werkeinsatzleitung neben Betriebsleitung und Umweltschutz.

Wie wird man Leitung einer Werkfeuerwehr?

Der klassische Weg führt über ein ingenieurwissenschaftliches Studium, häufig Sicherheitstechnik, Gefahrenabwehr, Maschinenbau, Verfahrens- oder Bauingenieurwesen, und anschließend die Laufbahnausbildung für den gehobenen oder höheren feuerwehrtechnischen Dienst an einer Landesfeuerwehrschule oder einem Institut der Feuerwehr. Große Werkfeuerwehren verlangen für die Leitung in der Regel die Befähigung für den höheren Dienst, kleinere lassen den gehobenen Dienst mit entsprechender Praxis zu.

Der zweite verbreitete Weg beginnt in der Werkfeuerwehr selbst: Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau oder zum Werkfeuerwehrmann, Jahre im Wachdienst, Gruppen- und Zugführerlehrgänge, dann ein berufsbegleitendes Studium und die Laufbahnprüfung. Wer aus einer kommunalen Berufsfeuerwehr kommt, wechselt oft mit Erfahrung als Abteilungsleitung in die Industrie. Ohne Feuerwehrpraxis und Laufbahnbefähigung ist die Position nicht erreichbar.

Was der Beruf verlangt

Die Leitung arbeitet überwiegend im Tagdienst, steht aber in Rufbereitschaft und wird bei Großschadenslagen nachts, am Wochenende und an Feiertagen geholt. Die körperliche Tauglichkeit nach arbeitsmedizinischer Vorsorge für Atemschutz muss regelmäßig nachgewiesen werden, ebenso die Fahrerlaubnis der Klasse C oder CE.

Belastend ist die Doppelrolle: Auf dem Papier viel Verwaltung, Dokumentation und Behördenkorrespondenz, im Ereignisfall Entscheidungen unter Zeitdruck mit Verantwortung für Menschenleben, Anlagen und Nachbarschaft. Dazu kommen Konflikte mit Betriebsleitungen, die Stillstände vermeiden wollen, und der Umgang mit Personalengpässen im Wachdienst. Nach schweren Einsätzen mit Verletzten oder Toten bleibt die Nachsorge für die Mannschaft Aufgabe der Leitung.

Aussichten

Die Zahl der Stellen ist begrenzt, weil es in Deutschland nur wenige hundert anerkannte Werkfeuerwehren gibt. Gleichzeitig ist der Kreis qualifizierter Bewerber klein, sodass Positionen oft lange offen bleiben, besonders abseits der großen Chemiestandorte. Wer bereit ist umzuziehen, hat gute Chancen.

Entwicklungswege führen in die übergeordnete Leitung von Sicherheit und Werkschutz, in den technischen Umweltschutz, in das Krisenmanagement eines Konzerns oder in die Beratung für Brandschutzkonzepte und Anlagensicherheit. Auch ein Wechsel in die kommunale Berufsfeuerwehr oder in die Aufsichtsbehörde ist möglich. Die Anforderungen aus Störfallrecht und Anlagensicherheit nehmen zu, was die Rolle im Betrieb tendenziell stärkt.

Aufgaben

  • Einsatzdienst, Personal und Ausrüstung der Werkfeuerwehr verantworten
  • Alarm- und Ausrückeordnung, Feuerwehr- und Objektpläne erstellen
  • Brandschutzkonzepte für Anlagen und Bauvorhaben prüfen
  • Übungen planen und die Einsatzkräfte fortbilden
  • bei Großschadenslagen die Einsatzleitung übernehmen
  • mit Aufsichtsbehörde, öffentlicher Feuerwehr und Betriebsleitung abstimmen
  • Budget für Fahrzeuge, Geräte und Löschmittel planen
  • Einsätze dokumentieren und nachbereiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes ingenieurwissenschaftliches Studium, meist Sicherheitstechnik oder Gefahrenabwehr
  • Befähigung für den gehobenen oder höheren feuerwehrtechnischen Dienst
  • mehrjährige Erfahrung im Einsatzdienst einer Berufs- oder Werkfeuerwehr
  • Atemschutztauglichkeit nach arbeitsmedizinischer Vorsorge
  • Führerschein Klasse C oder CE
  • Führungserfahrung und Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck
  • Kenntnisse in Störfallverordnung, Baurecht und Anlagensicherheit

Wo man arbeitet

  • Chemieparks und Raffinerien
  • Stahl-, Automobil- und Reifenwerke
  • Kraftwerke und Energieanlagen
  • Verkehrsflughäfen
  • Logistikzentren und Tanklager mit Gefahrstoffen
  • Pharma- und Lebensmittelproduktion

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Sicherheitstechnik, Gefahrenabwehr oder einer verwandten Ingenieurdisziplin, gefolgt von der ein- bis zweijährigen Laufbahnausbildung für den gehobenen oder höheren feuerwehrtechnischen Dienst mit Laufbahnprüfung. Der zweite Weg beginnt mit der zweijährigen Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau oder zum Werkfeuerwehrmann, mehreren Jahren Wachdienst, Führungslehrgängen und einem berufsbegleitenden Studium. In beiden Fällen sind mehrere Jahre Einsatz- und Führungserfahrung Voraussetzung für die Leitungsstelle.

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