Sicherheitsingenieur
Sicherheitsingenieure sorgen dafür, dass Arbeitsplätze, Maschinen und Abläufe in einem Betrieb keine vermeidbaren Gefahren enthalten. Sie beraten die Unternehmensleitung, erstellen Gefährdungsbeurteilungen und untersuchen Unfälle.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sicherheitsingenieur verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.400 € | 6.300 € | 64.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.500 € | 6.800 € | 8.500 € | 81.600 € |
Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In der chemischen Industrie und in der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter nach Flächentarifvertrag deutlich über denen bei kleineren überbetrieblichen Diensten und Ingenieurbüros. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L, meist um die Entgeltgruppen 11 bis 13.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sicherheitsingenieur?
Sicherheitsingenieure sind die technische Instanz für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in einem Unternehmen. Rechtlich gesehen sind sie Fachkräfte für Arbeitssicherheit nach dem Arbeitssicherheitsgesetz, die die Geschäftsführung beraten – ohne eigene Weisungsbefugnis, aber mit direktem Zugang zur Leitung.
Der Alltag besteht aus Begehungen und Schreibtischarbeit. Bei Betriebsbegehungen werden Maschinen, Fluchtwege, Lagerung von Gefahrstoffen, Absturzsicherungen und Elektroinstallationen geprüft, Mängel dokumentiert und Fristen für die Beseitigung vereinbart. Am Schreibtisch entstehen Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen, Explosionsschutzdokumente und Unterweisungsunterlagen. Dazu kommen Unfalluntersuchungen: Hergang rekonstruieren, Ursache benennen, Maßnahmen ableiten – und die Meldung an die Berufsgenossenschaft prüfen. Sicherheitsingenieure sitzen im Arbeitsschutzausschuss, arbeiten mit Betriebsarzt, Betriebsrat und Sicherheitsbeauftragten zusammen und begleiten Prüfungen durch Aufsichtsbehörden und Unfallversicherungsträger. Bei Neuanschaffungen und Umbauten werden sie früh beteiligt, damit Sicherheitsanforderungen nicht nachträglich teuer korrigiert werden müssen.
Wie wird man Sicherheitsingenieur?
Die übliche Grundlage ist ein abgeschlossenes Ingenieurstudium – Maschinenbau, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Bauingenieurwesen oder Sicherheitstechnik. Darauf folgt die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit nach DGUV Vorschrift 2, ein mehrstufiger Lehrgang mit Präsenzphasen, Selbstlernanteilen und Praktikum, angeboten unter anderem von Berufsgenossenschaften, TÜV und DEKRA. Wer Sicherheitstechnik oder Sicherheitsingenieurwesen studiert hat, kann den Ausbildungsteil teilweise bereits im Studium abgedeckt haben.
Ein Quereinstieg gelingt Technikern und Meistern: Sie durchlaufen dieselbe Ausbildung und arbeiten dann als Fachkraft für Arbeitssicherheit, führen aber nicht die Berufsbezeichnung Sicherheitsingenieur. Berufserfahrung in der Produktion oder auf der Baustelle ist ein großer Vorteil, weil sie Glaubwürdigkeit bei den Beschäftigten schafft.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind meist regulär, in Schichtbetrieben kommen frühe Begehungen und gelegentlich Nachtschichtbesuche dazu. Belastend ist weniger die körperliche Seite als die Rolle: Sicherheitsingenieure bringen Anforderungen ins Haus, die Geld kosten und Abläufe verlangsamen. Wer Konflikte scheut oder unbedingt gemocht werden will, hat es schwer. Gleichzeitig hilft reines Beharren auf Vorschriften nicht weiter – gefragt sind Lösungen, die im Betrieb tatsächlich funktionieren.
Die Rechtslage ändert sich laufend, Normen, Technische Regeln und DGUV-Vorschriften müssen kontinuierlich nachverfolgt werden. Dokumentationsaufwand ist hoch. Nach schweren Unfällen entsteht Druck von mehreren Seiten, teilweise auch mit haftungsrechtlichen Fragen. Wer als externe Fachkraft bei einem überbetrieblichen Dienst arbeitet, verbringt viel Zeit im Auto und betreut zahlreiche Kunden parallel mit knappen Einsatzzeiten.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und eher steigend. Jeder Betrieb ab einer bestimmten Größe ist zur sicherheitstechnischen Betreuung verpflichtet, und in der Industrie, im Bauwesen, in der Chemie und in der Logistik werden qualifizierte Fachkräfte gesucht. Der Arbeitsmarkt ist für Bewerber günstig, besonders in Regionen abseits der Ballungsräume.
Entwicklungswege führen in die Leitung einer HSE-Abteilung, in Konzernfunktionen mit Standortverantwortung oder in die Spezialisierung: Explosionsschutz, Strahlenschutz, Gefahrgut, Maschinensicherheit, Umweltmanagement. Auch die Selbstständigkeit als externe Fachkraft ist ein gängiger Weg, ebenso der Wechsel zu Berufsgenossenschaften, Aufsichtsbehörden oder Prüforganisationen.
Aufgaben
- Gefährdungsbeurteilungen erstellen und regelmäßig fortschreiben
- Betriebsbegehungen durchführen und Mängel dokumentieren
- Unfälle und Beinaheunfälle untersuchen und Maßnahmen ableiten
- Unterweisungen und Schulungen für Beschäftigte vorbereiten und halten
- Betriebsanweisungen für Maschinen und Gefahrstoffe verfassen
- Geschäftsführung und Führungskräfte in Arbeitsschutzfragen beraten
- Im Arbeitsschutzausschuss mitwirken und mit Betriebsarzt und Betriebsrat abstimmen
- Neubauten, Umbauten und Maschinenbeschaffungen sicherheitstechnisch begleiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Ingenieurstudium, bevorzugt Maschinenbau, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik oder Sicherheitstechnik
- Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit nach DGUV Vorschrift 2
- Sicherer Umgang mit Rechtsvorschriften, Normen und Technischen Regeln
- Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, Konflikte sachlich zu führen
- Verständliche Kommunikation gegenüber Facharbeitern wie Geschäftsführung
- Führerschein Klasse B, bei externer Betreuung Reisebereitschaft
- Körperliche Eignung für Begehungen in Produktion, auf Baustellen und in Höhen
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen der Metall-, Chemie- und Automobilbranche
- Bauunternehmen und Baustellen
- Überbetriebliche sicherheitstechnische Dienste und Ingenieurbüros
- Kliniken, Hochschulen und öffentliche Verwaltungen
- Berufsgenossenschaften, Prüforganisationen und Aufsichtsbehörden
- Logistik- und Energieunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Ingenieurwesen mit sechs bis zehn Semestern, anschließend die berufsbegleitende Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, die je nach Anbieter etwa ein bis zwei Jahre dauert. Wer Sicherheitstechnik oder Sicherheitsingenieurwesen studiert, kann Teile dieser Ausbildung bereits im Studium erwerben. Techniker und Meister können denselben Lehrgang absolvieren und als Fachkraft für Arbeitssicherheit arbeiten.
Offene Stellen als Sicherheitsingenieur
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Sicherheitsingenieur - Arbeitssicherheit / Gefahrstoff (m/w/d)
Sicherheitsingenieur (m/w/d)
Sicherheitsingenieur - SiGeKo / Baustelle (m/w/d)
Verwandte Berufe
Fachkraft für Arbeitssicherheit
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- Offene Stellen
- 47
- Monatsbrutto
- 3.300 – 8.000 €
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- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 3.400 – 9.000 €
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- Offene Stellen
- 5
- Monatsbrutto
- 3.800 – 9.000 €
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