Leiter der Bezirksdirektion
Leiter einer Bezirksdirektion führen die Vertriebsorganisation eines Versicherers oder Finanzdienstleisters in einer Region. Sie verantworten Umsatzziele, betreuen selbstständige Agenturen und angestellte Außendienstmitarbeiter und rekrutieren neue Vermittler.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Leiter der Bezirksdirektion verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.500 € | 5.800 € | 7.500 € | 69.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 6.500 € | 8.500 € | 11.000 € | 102.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.500 € | 11.000 € | 16.000 € | 132.000 € |
Ein großer Teil des Einkommens ist variabel und hängt an den Vertriebsergebnissen des Bezirks, weshalb die Spanne weit ist. Angestellte Innendienstpositionen richten sich nach dem Tarifvertrag für die private Versicherungswirtschaft, Vertriebsführungskräfte werden dagegen meist außertariflich mit Zielvereinbarung vergütet; Größe des Gebiets und Gesellschaft machen erhebliche Unterschiede.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Leiter der Bezirksdirektion?
Eine Bezirksdirektion ist die regionale Vertriebseinheit eines Versicherungsunternehmens, einer Bausparkasse oder eines Finanzvertriebs. Der Leiter verantwortet dort das Neugeschäft und den Bestand eines abgegrenzten Gebiets, das je nach Gesellschaft einen Landkreis oder ein halbes Bundesland umfasst. Unter ihm arbeiten Agenturinhaber, Handelsvertreter nach Paragraf 84 HGB, angestellte Außendienstmitarbeiter und oft ein kleines Innendienstteam.
Der Alltag besteht aus Steuerung und Gesprächen. Morgens werden Vertriebszahlen ausgewertet: Wer liegt hinter Plan, welche Sparte läuft schwach, wo brechen Bestände weg. Danach folgen Einzelgespräche mit Vermittlern, Begleitung bei Kundenterminen, Schulungen zu neuen Tarifen und Beratungsvorgaben. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit geht in die Personalgewinnung: Bewerber für Agenturen finden, auswählen, einarbeiten und durch die ersten schwierigen Monate begleiten. Dazu kommen Berichte an die Direktion oder Vertriebsleitung, Budgetplanung, Werbemaßnahmen im Bezirk sowie die Kontrolle, dass aufsichtsrechtliche Vorgaben zur Beratung und Dokumentation eingehalten werden.
Wie wird man Leiter der Bezirksdirektion?
Der klassische Weg führt über den Vertrieb selbst. Am Anfang steht meist eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, danach mehrere Jahre erfolgreiche Arbeit im Außendienst oder als Agenturinhaber. Wer Zahlen liefert und Menschen führen kann, wird zum Bezirks- oder Verkaufsleiter und später zum Leiter einer Bezirksdirektion befördert. Fachlich untermauert wird das durch die Weiterbildung zum Versicherungsfachwirt, zum Fachwirt für Finanzberatung oder ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Versicherung.
Quereinstiege kommen vor, meist aus dem Bankvertrieb, aus der Finanzberatung oder aus anderen Branchen mit Strukturvertrieb. Ohne eigene Vertriebserfahrung ist die Position schwer zu halten, weil die Führungsautorität stark davon abhängt, ob Vermittler dem Vorgesetzten fachlich zutrauen, ein schwieriges Kundengespräch selbst zu führen.
Was der Beruf verlangt
Die Stelle ist zielgetrieben. Vertriebsvorgaben werden jährlich, oft quartalsweise fortgeschrieben, und ein erheblicher Teil des Einkommens hängt daran. Wer sein Gebiet nicht in die Zahlen bringt, steht innerhalb weniger Quartale unter Druck. Die Arbeitszeit ist unregelmäßig: Vermittler und Kunden sind abends und samstags erreichbar, Schulungen und Tagungen liegen häufig außerhalb der regulären Zeiten. Reisen im Bezirk gehören zum Alltag, viele Stunden im Auto sind normal.
Schwer fällt vielen der Umgang mit Fluktuation. Ein großer Teil der neu gewonnenen Vermittler hält nicht durch, und der Leiter muss trennen, nachrekrutieren und gleichzeitig die verbleibenden motivieren. Dazu kommt die Doppelrolle zwischen Zentrale und Fläche: Vorgaben von oben müssen durchgesetzt werden, auch wenn sie im Bezirk unpopulär sind. Regulatorische Anforderungen, Dokumentationspflichten und Provisionsdiskussionen binden mehr Zeit als früher.
Aussichten
Die Nachfrage bleibt bestehen, weil Versicherer ihre Flächenpräsenz halten wollen und viele Agenturinhaber altersbedingt ausscheiden. Gleichzeitig schrumpfen Vertriebsorganisationen, Bezirke werden zusammengelegt, Beratung verlagert sich teilweise in digitale Kanäle. Wer Ergebnisse zeigt, kann in die Regional- oder Landesdirektion aufsteigen, in die Vertriebssteuerung der Zentrale wechseln oder sich als Mehrfachagent und Makler selbstständig machen. Ohne Ergebnisse ist die Position weniger sicher als vergleichbare Führungsaufgaben in der Verwaltung.
Aufgaben
- Vertriebsziele für den Bezirk planen und auf Agenturen verteilen
- Vermittler und Außendienstmitarbeiter fachlich führen und coachen
- neue Agenturinhaber und Berater rekrutieren und einarbeiten
- Kennzahlen zu Neugeschäft, Bestand und Stornoquote auswerten
- Kundentermine begleiten und bei komplexen Verträgen unterstützen
- Schulungen zu Produkten, Tarifen und Beratungspflichten durchführen
- Einhaltung aufsichtsrechtlicher Vorgaben im Bezirk sicherstellen
- Ergebnisse gegenüber der Vertriebs- oder Landesdirektion berichten
Voraussetzungen
- kaufmännische Ausbildung in der Versicherungs- oder Finanzbranche, häufig ergänzt durch Fachwirt oder Studium
- mehrjährige eigene Erfahrung im Außendienst oder in der Finanzberatung
- Sachkundenachweis nach der Versicherungsvermittlerverordnung
- Führungserfahrung und Bereitschaft, Zielvorgaben durchzusetzen
- Belastbarkeit bei variabler Vergütung und Zieldruck
- Führerschein und hohe Reisebereitschaft im Vertriebsgebiet
Wo man arbeitet
- Bezirksdirektionen und Geschäftsstellen von Versicherungsunternehmen
- Bausparkassen und Bankenvertriebe
- Finanzvertriebe und Strukturvertriebe
- Maklerpools und Vertriebsgesellschaften
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, gefolgt von mehreren Jahren im Vertrieb. Darauf baut eine Weiterbildung zum Versicherungsfachwirt oder ein betriebswirtschaftliches Studium auf. Die Leitung einer Bezirksdirektion wird in der Regel nach fünf bis zehn Jahren Vertriebs- und erster Führungserfahrung übertragen.
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