Was macht ein Lagermitarbeiter?
Der Arbeitstag beginnt oft mit einer Anlieferung: Lkw an der Rampe, Paletten abladen, Lieferschein und Ware vergleichen, Bruch und Fehlmengen dokumentieren. Danach wird eingelagert, entweder per Handscanner nach vorgegebenem Stellplatz oder frei nach Lagerlogik. Wer den Staplerschein hat, fährt Frontstapler, Schubmaststapler oder Kommissionierer und holt Paletten aus Regalen, die bis zu zwölf Meter hoch sein können. In der Kommissionierung werden Bestellungen nach Pickliste zusammengestellt, verpackt, gewogen, etikettiert und für den Versand bereitgestellt. Dazu kommen Inventurzählungen, Retourenbearbeitung, das Reinigen der Gänge und die tägliche Sichtprüfung des Staplers.
Die Steuerung läuft über ein Lagerverwaltungssystem. Scanner, Pick-by-Voice-Headset oder Tablet geben vor, welcher Artikel als nächstes gegriffen wird, und messen dabei mit, wie schnell das geht. Vorgaben zu Picks pro Stunde sind in großen Distributionszentren üblich.
Wie wird man Lagermitarbeiter?
Der Einstieg als Helfer ist ohne Ausbildung möglich, oft über Zeitarbeit oder befristete Saisonverträge. Wichtiger als ein Schulabschluss ist der Gabelstaplerführerschein, ein Lehrgang von zwei bis fünf Tagen mit theoretischer und praktischer Prüfung, den viele Betriebe selbst bezahlen. Wer dauerhaft besser bezahlt und sicherer arbeiten will, absolviert eine Ausbildung: zwei Jahre zur Fachlagerkraft oder drei Jahre zur Fachkraft für Lagerlogistik. Quereinsteiger aus Handwerk, Produktion oder Gastronomie finden hier vergleichsweise leicht Anschluss, weil Betriebe dauerhaft Personal suchen.
Was der Beruf verlangt
Die körperliche Belastung ist real. Kartons zwischen fünf und zwanzig Kilogramm werden hundertfach am Tag gehoben, viele Strecken zu Fuß auf Beton, dazu Zug und Kälte an der Rampe. In Tiefkühllagern liegt die Temperatur bei minus zwanzig Grad, gearbeitet wird in Kälteschutzkleidung mit vorgeschriebenen Pausen. Zwei- und Dreischichtbetrieb ist Standard, Nachtarbeit und Wochenendschichten kommen vor, im Weihnachtsgeschäft auch Überstunden über Wochen.
Der Umgang mit dem Stapler erfordert Ruhe und Genauigkeit. Ein Fehler beim Ausheben einer Palette in zehn Metern Höhe gefährdet Menschen, Unfälle mit Flurförderzeugen gehören zu den häufigsten in der Branche. Wer im Lager arbeitet, braucht außerdem Zuverlässigkeit bei monotonen Abläufen und muss Leistungsvorgaben aushalten, ohne die Sorgfalt zu verlieren. Deutsch auf einfachem Niveau reicht in vielen Betrieben, für Verantwortung im Wareneingang aber nicht.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil, getrieben von Onlinehandel und Ersatzteillogistik. Offene Stellen gibt es fast überall, besonders rund um Verkehrsknoten und Verteilzentren. Gleichzeitig verändert Automatisierung die Arbeit: Regalbediengeräte, fahrerlose Transportsysteme und automatische Sortieranlagen ersetzen einfache Transportwege, während Störungsbehebung, Anlagenbedienung und Qualitätskontrolle wichtiger werden. Reine Helfertätigkeit ohne Zusatzqualifikation bleibt am stärksten unter Druck, auch weil sie oft über Zeitarbeit vergeben wird.
Entwicklungswege führen über zusätzliche Berechtigungen für Schmalgangstapler, Kran oder Gefahrgut, über die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik und weiter zum Vorarbeiter, Schichtleiter oder Logistikmeister. Auch der Wechsel in Disposition oder Arbeitsvorbereitung ist möglich, meist mit Weiterbildung.