Was macht ein Lagerist und Fahrer?
Der Arbeitstag beginnt meist früh mit der Warenannahme: Lkw entladen, Lieferscheine mit dem Inhalt der Paletten vergleichen, Bruch und Fehlmengen melden. Danach wird eingelagert, häufig mit Gabelstapler, Hubwagen oder Regalbediengerät. Aus den eingegangenen Bestellungen entstehen Kommissionieraufträge: Artikel aus dem Regal holen, zählen, auf Paletten oder in Kartons packen, wickeln, kennzeichnen und im Warenwirtschaftssystem abbuchen. Ein Teil der Sendungen geht an einen Paketdienst oder eine Spedition, den Rest fährt der Lagerist selbst aus - mit Transporter, 7,5-Tonner oder Pritschenwagen zu Handwerksbetrieben, Filialen, Baustellen oder Privatkunden. Dort wird abgeladen, oft von Hand, Empfang quittiert, gelegentlich Bargeld oder Retouren mitgenommen. Zwischendurch fallen Inventurzählungen, Ordnung im Lager, Ladungssicherung und kleine Pflegearbeiten am Fahrzeug an.
Wie wird man Lagerist und Fahrer?
Die Kombinationsstelle wird häufig ohne formale Ausbildung besetzt; verlangt werden ein Führerschein, körperliche Belastbarkeit und Zuverlässigkeit. Wer eine Grundlage will, absolviert die zweijährige Ausbildung zur Fachlagerist oder die dreijährige zur Fachkraft für Lagerlogistik. Der Staplerschein wird meist im Betrieb in wenigen Tagen erworben. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ist der Führerschein C1 oder C nötig, bei gewerblichen Fahrten zusätzlich die Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz und alle fünf Jahre eine Weiterbildung. Quereinstieg ist verbreitet, viele kommen aus Handwerk, Produktion oder Gastronomie.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Getränkekisten, Baustoffe, Farbeimer, Ersatzteile - vieles wird von Hand bewegt, im Sommer in aufgeheizten Hallen, im Winter an offenen Toren. Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft belastet. Der Tag beginnt oft zwischen fünf und sieben Uhr; Schichtbetrieb ist in größeren Lagern die Regel, in Handel und Handwerksbelieferung dagegen selten. Auf der Straße kommen Zeitdruck, Parkplatzsuche, Staus und Kunden dazu, die die Verzögerung nicht einkalkuliert haben. Wer Termine liefert, trägt Verantwortung für Ladung und Papiere. Fehler beim Kommissionieren fallen sofort auf, weil beim Kunden das falsche Teil ankommt. Sorgfalt trotz Tempo ist die eigentliche Anforderung.
Aussichten
Lager- und Fahrpersonal wird bundesweit gesucht, besonders im Baustoffhandel, im technischen Großhandel und bei Lebensmittellieferanten. Stellen sind meist unbefristet und schnell zu bekommen, die Bezahlung liegt aber im unteren Drittel des Arbeitsmarkts, sofern kein Tarifvertrag gilt. Entwicklung ist möglich: Schichtführung, Verantwortung für einen Lagerbereich, Gefahrgutschein nach ADR, Ladungssicherungsschein, Prüfung zum Logistikmeister oder eine Weiterbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik mit anschließender Disposition. Automatisierung verändert große Distributionszentren spürbar, der Mischbetrieb aus kleinem Lager und eigener Auslieferung bleibt davon vorerst weitgehend unberührt.