Was macht ein Kaufmann für Büromanagement?
Kaufleute für Büromanagement halten den Verwaltungsbetrieb einer Firma am Laufen. Sie bearbeiten Post und E-Mails, schreiben Angebote, erfassen Aufträge, prüfen Eingangsrechnungen und stellen Ausgangsrechnungen, buchen Belege vor und mahnen offene Posten an. Sie beschaffen Büromaterial, holen Angebote ein, vergleichen Preise und legen Verträge ab. Termine, Besprechungen und Dienstreisen werden von ihnen geplant, Protokolle geschrieben, Präsentationen und Statistiken vorbereitet.
In Speditionen, Fuhrparks und Logistikzentren verschiebt sich der Schwerpunkt: Dort werden Sendungsdaten in Transportmanagementsysteme eingegeben, Frachtbriefe und Zollpapiere zusammengestellt, Liefertermine mit Fahrern und Kunden abgestimmt, Reklamationen aufgenommen und Fehlmengen nachverfolgt. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Informationen zwischen Disposition, Lager, Buchhaltung und Kunden zu übersetzen und dafür zu sorgen, dass Unterlagen vollständig und fristgerecht vorliegen.
Wie wird man Kaufmann für Büromanagement?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Büromanagement, geregelt nach Berufsbildungsgesetz und abgeschlossen mit einer gestreckten Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer. Während der Ausbildung werden zwei Wahlqualifikationen festgelegt, etwa Auftragssteuerung, Einkauf und Logistik, kaufmännische Steuerung oder Personalwirtschaft. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; in der Praxis stellen Betriebe meist mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein. Die Ausbildung kann bei entsprechenden Leistungen verkürzt werden.
Der Quereinstieg ist in diesem Beruf verbreitet. Wer aus einem anderen kaufmännischen Feld kommt oder lange im Sekretariat gearbeitet hat, wird häufig auch ohne passenden Abschluss eingestellt, vor allem in kleinen Betrieben. Umschulungen über die Agentur für Arbeit sind möglich, ebenso die Externenprüfung nach mehreren Jahren einschlägiger Tätigkeit.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast ausschließlich am Bildschirm statt, im Sitzen, oft in offenen Büros mit hohem Geräuschpegel. Wer ständige Unterbrechungen durch Telefon und Zwischenrufe schlecht erträgt, wird damit zu kämpfen haben. Verlässlichkeit zählt mehr als Tempo: Ein falscher Betrag in einer Rechnung oder ein fehlendes Zolldokument kostet Geld und Zeit. Sicheres Deutsch in Wort und Schrift ist Grundvoraussetzung, in der Logistik zusätzlich Englisch.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, häufig mit Gleitzeit; in Speditionen mit Frühschichten oder Rufbereitschaft am Rand der Öffnungszeiten. Zum Monats- und Jahresabschluss wird es eng. Der Beruf gilt als leicht zugänglich, entsprechend hoch ist die Bewerberzahl auf attraktive Stellen, und Routinetätigkeiten werden zunehmend durch Software übernommen.
Aussichten
Kaufleute für Büromanagement gehören zu den am häufigsten gewählten Ausbildungsberufen in Deutschland, und Bedarf besteht in nahezu jeder Branche. Gleichzeitig fallen einfache Erfassungs- und Ablagetätigkeiten durch Digitalisierung weg. Wer sich spezialisiert, hat die besseren Karten: in der Logistik etwa auf Zollabwicklung, Gefahrgut oder Transportabrechnung, allgemein auf Buchhaltung, Personalwesen oder Controlling.
Weiterbildungen führen zum Fachwirt, etwa Wirtschaftsfachwirt oder Fachwirt für Logistiksysteme, zum Bilanzbuchhalter oder zur Personalfachkauffrau. Mit Hochschulzugang ist ein betriebswirtschaftliches Studium möglich, oft berufsbegleitend. Aufstiege in die Team- oder Abteilungsleitung sind realistisch, führen aber meist über mehrere Jahre im Betrieb.