Kaufmännischer Mitarbeiter
Kaufmännische Mitarbeiter erledigen die Büro- und Verwaltungsarbeit eines Betriebs: Rechnungen, Angebote, Bestellungen, Kundenkontakt und Ablage. Der Beruf ist eine Sammelbezeichnung und je nach Betrieb sehr unterschiedlich geschnitten.
20 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kaufmännischer Mitarbeiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.650 € | 3.000 € | 31.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.200 € | 3.800 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.900 € | 4.900 € | 46.800 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In der Metall- und Elektroindustrie oder nach TVöD Entgeltgruppe 6 bis 9a liegen die Gehälter deutlich über dem, was kleine Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe ohne Tarifvertrag zahlen. Spezialkenntnisse in Buchhaltung, Lohn oder Zoll heben das Gehalt merklich an.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein kaufmännischer Mitarbeiter?
Kaufmännische Mitarbeiter halten den administrativen Betrieb eines Unternehmens am Laufen. Der Alltag besteht aus Aufträgen, die erfasst und bestätigt werden, Angeboten, die kalkuliert und verschickt werden, Rechnungen, die geschrieben und auf Eingang geprüft werden, sowie Bestellungen bei Lieferanten. Dazu kommt die Korrespondenz per E-Mail und Telefon mit Kunden, Lieferanten, Speditionen oder Behörden.
Der Zuschnitt hängt stark vom Betrieb ab. In einem kleinen Handwerksunternehmen macht eine Person alles: Buchhaltungsvorbereitung, Lohnzettel sammeln, Material bestellen, Termine koordinieren. In einem größeren Unternehmen sitzt man in einer Abteilung und bearbeitet einen Ausschnitt, etwa Auftragsabwicklung, Debitorenbuchhaltung, Einkauf oder Personalverwaltung. Gearbeitet wird fast durchgehend am Bildschirm, mit ERP-Systemen wie SAP, DATEV oder branchenspezifischer Software, und mit Excel.
Wie wird man kaufmännischer Mitarbeiter?
Der klassische Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung, meist als Kaufmann für Büromanagement, Industriekaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung. Voraussetzung ist in der Praxis mittlere Reife oder Abitur, wobei Betriebe auch Hauptschulabschlüsse berücksichtigen.
Weil die Bezeichnung nicht geschützt ist, gibt es viele Quereinsteiger: Menschen aus dem Verkauf, aus dem Handwerk mit Rückenproblemen, Wiedereinsteigerinnen nach Elternzeit, Umschülerinnen über Bildungsgutschein. Wer ohne kaufmännischen Abschluss einsteigt, sollte Nachweise über EDV-Kenntnisse, Buchhaltungsgrundlagen oder eine Umschulung mitbringen. Kleine Betriebe stellen eher nach Eignung als nach Zeugnis ein, große Unternehmen und der öffentliche Dienst verlangen den formalen Abschluss.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich leicht, aber sitzend und bildschirmintensiv. Belastend sind Zeitdruck zum Monats- und Jahresende, Unterbrechungen durch Telefon und Rückfragen und die Notwendigkeit, mehrere Vorgänge gleichzeitig im Kopf zu behalten. Fehler in Rechnungen oder Bestellungen fallen auf und kosten Geld, deshalb ist Genauigkeit wichtiger als Tempo.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Montag bis Freitag, oft mit Gleitzeit. Schichtdienst kommt selten vor, in Speditionen oder im Kundenservice gibt es Frühschichten und Samstagsdienste. Teilzeit ist gut möglich, Homeoffice teilweise.
Ehrlich gesagt ist die Bezahlung im unteren Mittelfeld, besonders in kleinen Betrieben ohne Tarifbindung und in Branchen wie Handel oder Dienstleistung. Wer ausschließlich Standardvorgänge bearbeitet, hat wenig Verhandlungsspielraum. Ein Teil der einfachen Sachbearbeitung wird zudem automatisiert, etwa Rechnungseingang und Belegerfassung.
Aussichten
Kaufmännische Mitarbeiter werden weiter gesucht, allerdings verschiebt sich die Nachfrage von reiner Erfassung zu Aufgaben mit Fachwissen. Wer sich spezialisiert, hat deutlich bessere Karten: Finanzbuchhaltung, Lohnabrechnung, Personalwesen, Einkauf, Zoll und Außenwirtschaft oder Controlling. Aufstiegsfortbildungen zum Fachwirt, Bilanzbuchhalter oder Personalfachkaufmann sind der übliche Weg nach oben und werden von Arbeitgebern oft mitfinanziert.
Die Breite des Berufsfelds ist ein Vorteil: Nahezu jedes Unternehmen braucht solche Stellen, ein Branchenwechsel ist ohne neue Ausbildung möglich. Wer Führungsverantwortung anstrebt, kann Teamleitung in der Verwaltung oder Büroleitung übernehmen, in kleineren Betrieben auch die kaufmännische Leitung.
Aufgaben
- Aufträge erfassen, bestätigen und nachverfolgen
- Angebote erstellen und Preise kalkulieren
- Rechnungen schreiben, prüfen und Zahlungseingänge überwachen
- Bestellungen bei Lieferanten auslösen und Liefertermine abstimmen
- Kunden- und Lieferantenkorrespondenz per Telefon und E-Mail führen
- Belege für die Buchhaltung oder das Steuerbüro vorbereiten
- Daten in ERP-Systemen pflegen und Auswertungen in Excel erstellen
- Termine, Reisen und Dokumente für die Geschäftsleitung organisieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufspraxis
- Sichere Kenntnisse in Word, Excel und Outlook, häufig auch in einem ERP-System
- Gute Rechtschreibung und sicheres Formulieren von Geschäftsbriefen und E-Mails
- Sorgfalt im Umgang mit Zahlen, Fristen und Belegen
- Freundliches, klares Auftreten am Telefon
- Englischkenntnisse bei Betrieben mit Auslandsgeschäft
- Bereitschaft zu überwiegend sitzender Bildschirmarbeit
Wo man arbeitet
- Industrie- und Produktionsbetriebe
- Handels- und Großhandelsunternehmen
- Handwerksbetriebe und kleine Dienstleister
- Speditionen und Logistikunternehmen
- Steuerberatungs- und Dienstleistungsbüros
- Behörden, Verbände und soziale Einrichtungen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im kaufmännischen Bereich, etwa als Kaufmann für Büromanagement oder Industriekaufmann, mit Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Alternativ führen eine zweijährige Umschulung oder eine kaufmännische Weiterbildung mit Praxisphasen in den Beruf. Der Quereinstieg über Berufserfahrung ist in kleinen Betrieben verbreitet, für den öffentlichen Dienst dagegen kaum möglich.
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