Was macht ein Industriemechaniker Hydraulik?
Hydraulik steckt in Pressen, Spritzgießmaschinen, Bagger- und Kranarmen, Aufzügen, Werkzeugmaschinen und Prüfständen. Wer in diesem Bereich arbeitet, montiert Zylinder, Pumpen, Ventilblöcke, Aggregate und Speicher, verlegt Rohre und Schläuche, presst Armaturen und stellt Drücke sowie Volumenströme ein. Vor der Inbetriebnahme werden Systeme gespült und gefiltert, danach folgen Druckprüfung, Messung von Öltemperatur und Verschmutzungsgrad und die Feinjustierung an der Steuerung.
Ein großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung. Eine Maschine verliert Öl, ein Zylinder fährt zu langsam, ein Ventil schaltet nicht mehr sauber - dann wird anhand von Hydraulikschaltplänen eingegrenzt, gemessen, ausgebaut, gedichtet oder getauscht. Dazu gehören Ölwechsel, Filterwechsel, Schlauchprüfungen nach Fristen und Dokumentation der Arbeiten. Wer im Service arbeitet, fährt zu Kunden und repariert vor Ort, oft unter Zeitdruck, weil eine stehende Anlage Geld kostet.
Wie wird man Industriemechaniker Hydraulik?
Der Standardweg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Industriemechaniker, meist in der Fachrichtung Instandhaltung oder Maschinen- und Anlagenbau. Hydraulik ist dort Teil der Ausbildung, die eigentliche Spezialisierung entsteht im Betrieb und über Lehrgänge, etwa zur Hydraulikfachkraft oder zum Schlauchleitungsprüfer. Betriebe erwarten in der Regel einen mittleren Schulabschluss, nehmen aber auch Hauptschulabsolventen mit brauchbaren Noten in Mathematik und Physik.
Quereinstieg ist möglich, vor allem aus verwandten Metallberufen wie Anlagenmechanik, Konstruktionsmechanik oder Land- und Baumaschinenmechatronik. Wer aus einem ganz anderen Feld kommt, braucht meist eine Umschulung, die von der Arbeitsagentur gefördert werden kann und in verkürzter Form etwa zwei Jahre dauert.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Zylinder und Aggregate sind schwer, montiert wird in Gruben, unter Maschinen, auf Leitern und in engen Räumen. Hydrauliköl riecht, verschmutzt Kleidung und Haut, und in der Werkstatt ist es laut. Wer eine Hautempfindlichkeit gegen Öle oder Reinigungsmittel hat, sollte das vorher ärztlich klären lassen.
Sicherheit ist ein ständiges Thema: Systeme stehen unter hohem Druck, Speicher bleiben auch nach dem Abschalten geladen, ein feiner Ölstrahl kann Haut durchdringen. Vorgeschriebene Abläufe zum Druckabbau und zur Freischaltung sind kein Papierkram, sondern die Grundlage des Berufs.
In der Produktion ist Schichtarbeit üblich, in der Instandhaltung kommen Rufbereitschaft, Wochenendeinsätze und Arbeit in Betriebsferien hinzu, weil dann stillgestanden wird. Im Außendienst fällt viel Reisezeit an. Wer Ordnung und Sauberkeit braucht oder ungern improvisiert, wird sich schwertun.
Aussichten
Fachkräfte sind gesucht, besonders in der Instandhaltung und im mobilen Service - Hydraulik lässt sich nicht komplett durch Elektrifizierung ersetzen, verändert sich aber. Elektrohydraulische Steuerungen, Sensorik und Zustandsüberwachung gewinnen an Gewicht, wer sich hier einarbeitet, wird schwer zu ersetzen. Entwicklungswege führen über den Industriemeister Metall, den Technikerabschluss oder eine Weiterbildung zur Fluidtechnik-Fachkraft in Richtung Schichtführung, Instandhaltungsplanung, Prüfstandsbetrieb oder technischen Vertrieb. Ein Maschinenbaustudium ist mit Fachhochschulreife oder über die Meisterqualifikation offen.