Zum Inhalt springen
Handwerk & Produktion

Industrieelektroniker

Industrieelektroniker installieren, prüfen und reparieren elektrische Anlagen, Maschinen und Steuerungen in Produktionsbetrieben. Sie halten Fertigungslinien am Laufen und suchen Fehler in Schaltschränken, Sensorik und Antriebstechnik.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Industrieelektroniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.300 € 52.800 €

Am stärksten hängt das Gehalt am Tarifvertrag: In der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) liegen die Entgelte deutlich über denen kleiner Handwerks- und Servicebetriebe ohne Tarifbindung. Schicht-, Nacht- und Rufbereitschaftszulagen können das Monatseinkommen zusätzlich merklich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Industrieelektroniker?

Industrieelektroniker sorgen dafür, dass die Elektrik und Elektronik in einem Produktionsbetrieb funktioniert. Sie verdrahten Schaltschränke nach Stromlaufplan, montieren Sensoren und Antriebe an Maschinen, nehmen Steuerungen in Betrieb und messen Spannungen, Ströme und Signale nach. Bleibt eine Anlage stehen, grenzen sie den Fehler ein: Ist es ein durchgebrannter Motorschutz, ein defekter Näherungsschalter, ein Kabelbruch in der Schleppkette oder ein Fehler im SPS-Programm. Dazu gehören das Lesen von Schaltplänen, das Arbeiten mit Multimeter und Oszilloskop und immer häufiger das Auslesen von Diagnosedaten über die Steuerungssoftware.

Ein zweiter Teil der Arbeit ist die geplante Instandhaltung: Prüffristen einhalten, ortsveränderliche Geräte messen, Anlagen nach DGUV Vorschrift 3 prüfen, Verschleißteile tauschen, Umbauten und Erweiterungen dokumentieren. Wer in der Fertigung von Geräten arbeitet, baut und testet Baugruppen, lötet Leiterplatten, führt Funktionsprüfungen durch und nimmt Serienprodukte ab.

Wie wird man Industrieelektroniker?

Der heute übliche Weg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist als Elektroniker für Betriebstechnik oder als Elektroniker für Geräte und Systeme, in der Industrie auch als Mechatroniker. Die Berufsbezeichnung Industrieelektroniker stammt aus älteren Ausbildungsordnungen und wird in Betrieben weiter als Sammelbegriff verwendet. Betriebe erwarten in der Regel einen guten Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife, gute Noten in Mathematik und Physik helfen deutlich.

Quereinstieg ist möglich, aber begrenzt: Ohne Ausbildung oder Nachqualifizierung darf man an elektrischen Anlagen nur eingeschränkt arbeiten, weil die Betriebe eine Elektrofachkraft im Sinne der Unfallverhütungsvorschriften brauchen. Wer aus einem verwandten Metallberuf kommt, kann sich über eine Umschulung oder eine Externenprüfung qualifizieren. Nach der Ausbildung sind Zusatzqualifikationen in SPS-Programmierung, Antriebstechnik, Bustechnik oder Gebäudeautomation üblich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet dort statt, wo die Maschinen stehen: laut, staubig, manchmal heiß, oft in engen Anlagenteilen oder auf Leitern und Hebebühnen. Ein Teil der Tätigkeit ist körperlich, etwa beim Ziehen von Kabeln oder Montieren schwerer Antriebe. In Betrieben mit durchlaufender Produktion gehört Schichtarbeit dazu, häufig auch Rufbereitschaft an Wochenenden, weil ein Anlagenstillstand teuer ist. Der Druck bei Störungen ist real: Wenn die Linie steht, warten alle auf eine Diagnose.

Gefordert sind sorgfältiges, regelgetreues Arbeiten und Respekt vor Spannung. Fehler beim Freischalten können tödlich sein, die fünf Sicherheitsregeln sind kein Formalismus. Farbsehvermögen ist bei Verdrahtungsarbeiten wichtig, ebenso Feinmotorik. Wer sich nicht gern in Normen, Schaltpläne und Herstellerdokumentation einliest, wird in dem Beruf unzufrieden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und seit Jahren stabil. Elektrofachkräfte fehlen in fast allen Industriezweigen, zusätzlich in Energieversorgung, Anlagenbau und Gebäudetechnik. Automatisierung ersetzt den Beruf nicht, sondern verschiebt die Aufgaben in Richtung Steuerung, Netzwerktechnik und Diagnose.

Entwicklungswege führen über den Industriemeister Elektrotechnik oder den staatlich geprüften Techniker in die Schicht- oder Instandhaltungsleitung. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium der Elektrotechnik möglich. Spezialisierungen auf Servicetechnik mit Reisetätigkeit, Prüfdienstleistungen oder Robotik werden gut bezahlt.

Aufgaben

  • Schaltschränke nach Stromlaufplan verdrahten und prüfen
  • Störungen an Produktionsanlagen eingrenzen und beheben
  • Sensoren, Motoren und Frequenzumrichter montieren und parametrieren
  • SPS-Steuerungen in Betrieb nehmen und Signale kontrollieren
  • Wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel durchführen
  • Umbauten, Messwerte und Instandhaltungsarbeiten dokumentieren
  • Baugruppen und Geräte fertigen, löten und Funktionstests fahren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf oder Anerkennung als Elektrofachkraft
  • Sicheres Lesen von Schaltplänen und technischen Zeichnungen
  • Kenntnisse der VDE-Vorschriften und der fünf Sicherheitsregeln
  • Sorgfalt, Fehlersuchgeschick und technisches Verständnis
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit und Rufbereitschaft
  • Normales Farbsehvermögen, Höhentauglichkeit, körperliche Belastbarkeit

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Elektro- und Gerätefertigung
  • Energieversorger und Netzbetreiber
  • Technische Servicedienstleister

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, meist als Elektroniker für Betriebstechnik oder für Geräte und Systeme, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Verkürzung auf drei Jahre ist bei guten Leistungen oder Abitur möglich. Danach folgen häufig Weiterbildungen zum Industriemeister Elektrotechnik oder zum staatlich geprüften Techniker.

Offene Stellen als Industrieelektroniker

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Elektroniker für Automatisierungstechnik

Elektroniker für Automatisierungstechnik bauen, programmieren und warten Steuerungsanlagen, die Maschinen und Produktionsprozesse selbsttätig ablaufen lassen. Sie arbeiten an der Schnittstelle von Elektrotechnik, Mechanik und Software.

Offene Stellen
14
Monatsbrutto
2.700 – 5.600 €

Elektroniker für Betriebstechnik

Elektroniker für Betriebstechnik installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen in Industriebetrieben und Gebäuden. Sie sorgen dafür, dass Maschinen, Schaltanlagen und Steuerungen zuverlässig laufen.

Offene Stellen
76
Monatsbrutto
2.700 – 5.500 €

Industriemeister Elektrotechnik

Industriemeister der Fachrichtung Elektrotechnik führen Instandhaltungs- und Produktionsteams in Industriebetrieben, verantworten die Elektrosicherheit der Anlagen und organisieren Wartung, Störungsbehebung und Personaleinsatz. Der Aufstieg erfolgt über eine Weiterbildung nach abgeschlossener Elektroausbildung.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
3.600 – 7.000 €

Mechatroniker

Mechatroniker bauen, warten und reparieren Anlagen und Maschinen, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik zusammenwirken. Sie montieren Bauteile, verdrahten Schaltschränke, programmieren Steuerungen und suchen Fehler in komplexen Systemen.

Offene Stellen
132
Monatsbrutto
2.700 – 5.500 €

Servicetechniker Elektrotechnik

Servicetechniker Elektrotechnik installieren, prüfen und reparieren elektrische Anlagen und Maschinen beim Kunden vor Ort. Sie sind viel unterwegs und suchen Fehler an Systemen, die gerade stillstehen.

Offene Stellen
6
Monatsbrutto
2.900 – 5.800 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz