Was macht man im Logistikzentrum?
Ein Logistikzentrum ist der Ort, an dem Waren zwischengelagert und für den Weitertransport neu sortiert werden. Die Arbeit beginnt am Wareneingang: Lkw werden entladen, Paletten abgeglichen, Lieferscheine mit dem Wareneingangsschein im System verglichen, Beschädigungen dokumentiert. Danach wird eingelagert, oft mit Handhubwagen, Ameise oder Schubmaststapler in Regalhöhen von mehreren Metern. Der größte Teil der Arbeitszeit fällt im Kommissionieren an: Mit Scanner oder per Sprachsteuerung werden Artikel nach Auftragsliste aus den Regalen geholt, auf Rollcontainer oder Paletten gepackt und zur Packstation gebracht. Dort werden Sendungen verpackt, gewogen, mit Versandlabels versehen und nach Tour sortiert. Dazu kommen Inventurzählungen, Rückläuferbearbeitung, Bestandskorrekturen im Lagerverwaltungssystem und das Sauberhalten der Wege.
Der Takt ist vorgegeben. In großen Zentren zählt die Zahl der Picks pro Stunde, Leistungswerte sind sichtbar und werden ausgewertet. Wer im Versandhandel arbeitet, erlebt starke Saisonspitzen vor Weihnachten und rund um Aktionstage.
Wie wird man Mitarbeiter im Logistikzentrum?
Es gibt zwei Wege. Der geregelte ist die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik oder die zweijährige zum Fachlager
isten. Beide sind duale Ausbildungen, verlangt wird in der Praxis ein Haupt- oder Realschulabschluss. Der zweite Weg ist der Direkteinstieg als Lagerhelfer oder Kommissionierer, häufig zunächst über Zeitarbeit oder befristet als Saisonkraft. Formale Voraussetzungen gibt es dabei kaum, eingelernt wird in wenigen Tagen. Wer den Staplerschein hat oder im Betrieb erwirbt, bekommt anspruchsvollere Aufgaben und wird besser bezahlt. Quereinsteiger aus Handwerk, Gastronomie oder Produktion sind in der Branche üblich.
Was der Beruf verlangt
Die Belastung ist körperlich. Schichten von acht Stunden überwiegend im Stehen und Gehen, zehn bis fünfzehn Kilometer Laufweg am Tag sind in großen Hallen normal, dazu Heben und Tragen bis zu den erlaubten Grenzen. Kühl- und Frischelager arbeiten bei wenigen Grad, Hallen sind im Sommer heiß und im Winter zugig. Zwei- und Dreischichtbetrieb ist verbreitet, ebenso Nacht-, Samstags- und Sonntagsarbeit. Rücken, Knie und Füße merken die Jahre. Monotonie ist ein Thema: Wer Abwechslung braucht, kommt mit reinem Kommissionieren schwer zurecht. Verlässlichkeit zählt mehr als alles andere, weil ein fehlender Kollege die Schicht sofort spürbar belastet. Genauigkeit ist wichtig, weil jeder Fehlgriff eine Reklamation nach sich zieht.
Aussichten
Der Bedarf ist hoch und stabil. Onlinehandel, Ersatzteillogistik und Lebensmittelverteilung wachsen, offene Stellen gibt es in fast jeder Region mit Autobahnanbindung. Automatisierung verändert die Arbeit: Fördertechnik, Shuttlelager und autonome Transportfahrzeuge nehmen Laufwege ab, verlagern die Tätigkeit aber zur Anlagenbedienung und Störungsbehebung. Einfache Helfertätigkeit steht deshalb unter Druck, qualifizierte Fachkräfte sind gesucht. Entwicklungswege führen über Schichtvorarbeit und Gruppenleitung zum Logistikmeister oder zur geprüften Fachwirtin für Logistiksysteme, alternativ in die Disposition, den Gefahrgutbereich oder die Qualitätssicherung. Wer den Aufstieg nicht anstrebt, findet in tarifgebundenen Betrieben verlässliche, in nicht tarifgebundenen eher knapp bezahlte Arbeit.