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Hörakustiker

Hörakustiker passen Hörgeräte an Menschen mit Hörverlust an: Sie messen das Gehör, fertigen Ohrpassstücke und programmieren die Geräte. Die Arbeit verbindet Handwerk, Messtechnik und intensive Kundenbetreuung.

10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Hörakustiker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.650 € 3.000 € 31.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €

Die Grundvergütung folgt oft dem Tarifvertrag für das Hörakustiker-Handwerk der Bundesinnung, in vielen Ketten wird jedoch frei verhandelt und ein spürbarer Teil des Einkommens über Provisionen und Umsatzprämien erzielt. Meistertitel, Filialverantwortung und die Region wirken sich am stärksten aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Hörakustiker?

Der Arbeitstag beginnt meist mit Terminen in der Messkabine. Hörakustiker führen Ton- und Sprachaudiometrie durch, prüfen, bei welchen Frequenzen und Lautstärken ein Kunde noch hört, und dokumentieren die Ergebnisse in einem Audiogramm. Auf dieser Grundlage wählen sie geeignete Hörsysteme aus, nehmen einen Abdruck des Ohres, fertigen daraus im Labor ein Ohrpassstück und schleifen und polieren es, bis es dicht sitzt und nicht drückt. Anschließend wird das Gerät am Rechner programmiert und in mehreren Sitzungen feinjustiert, denn das Gehirn braucht Wochen, um sich an wiedergewonnene Höreindrücke zu gewöhnen.

Dazu kommt viel Beratung: Erklären, warum Hören mit Gerät anders klingt als in der Erinnerung, Reinigung und Batteriewechsel zeigen, Zuzahlungen und Kassenleistungen aufschlüsseln. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Reparatur und Wartung, außerdem die Abrechnung mit Krankenkassen sowie Gehörschutz für Betriebe und Musiker.

Wie wird man Hörakustiker?

Über eine dreijährige duale Ausbildung im Handwerk. Der praktische Teil findet im Fachbetrieb statt, der theoretische geblockt an der Bundesoffenen Landesberufsschule in Lübeck, wo nahezu alle Auszubildenden Deutschlands zusammenkommen — das bedeutet mehrere Wochen Internat pro Jahr. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, eingestellt werden überwiegend Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur, weil Physik und Mathematik in der Ausbildung Gewicht haben.

Nach der Gesellenzeit ist die Meisterprüfung der übliche nächste Schritt; sie ist Voraussetzung, um einen eigenen Betrieb zu führen oder eine Filiale zu leiten. Quereinstieg ist selten, aber möglich: Wer aus Optik, Zahntechnik oder einem medizinisch-technischen Beruf kommt, kann verkürzt ausbilden. Ergänzend gibt es Bachelorstudiengänge in Hörakustik und Audiologie.

Was der Beruf verlangt

Geduld, vor allem. Die Kundschaft ist überwiegend älter, manche schwerhörig und dadurch schwer zu erreichen, manche enttäuscht, weil ein Hörgerät kein normales Gehör zurückbringt. Gespräche müssen langsam und laut geführt werden, oft dieselbe Erklärung mehrfach. Feinmotorik ist unverzichtbar: Bauteile und Schläuche sind millimeterklein. Im Labor wird mit Kunststoffen, Fräsen und Schleifmaschinen gearbeitet, dabei entstehen Staub und Geruch.

Die Arbeitszeiten liegen in Ladenöffnungszeiten, Samstagsdienst ist in vielen Filialen üblich, Nachtarbeit gibt es nicht. In Ketten wächst der Vertriebsdruck: Umsatzziele, Zusatzverkäufe, Zielvorgaben pro Anpassung. Wer das ablehnt, ist in kleineren Meisterbetrieben besser aufgehoben, verdient dort aber nicht zwangsläufig mehr.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst, weil die Bevölkerung altert und Hörverlust häufiger diagnostiziert und früher versorgt wird. Fachkräfte sind bundesweit knapp, Stellen für Gesellen und besonders für Meister bleiben oft monatelang offen. Wechsel zwischen Betrieben sind entsprechend leicht.

Entwicklungswege führen über die Meisterprüfung in die Filialleitung oder Selbstständigkeit, in die Pädakustik für die Versorgung von Kindern, in die Cochlea-Implantat-Nachsorge oder in Technik, Schulung und Vertrieb bei Herstellern. Ein Studium öffnet Wege in Audiologie und Entwicklung. Die Digitalisierung verändert die Geräte, ersetzt aber die Anpassung am Menschen nicht.

Aufgaben

  • Hörtests in der Messkabine durchführen und auswerten
  • Abdrücke vom Ohr nehmen und Ohrpassstücke im Labor fertigen
  • Hörsysteme auswählen, programmieren und feinjustieren
  • Kunden in Handhabung, Reinigung und Pflege einweisen
  • Hörgeräte reinigen, warten und reparieren
  • Individuellen Gehörschutz für Betriebe und Musiker anfertigen
  • Versorgungen mit Krankenkassen abrechnen und dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zum Hörakustiker, in der Regel mit mittlerem Schulabschluss
  • Feinmotorik und handwerkliches Geschick für kleinste Bauteile
  • Sicheres Verständnis von Physik, Akustik und Messtechnik
  • Geduld und deutliche Aussprache im Umgang mit schwerhörigen Menschen
  • Eigenes gutes Gehör und normales Farbsehen
  • Bereitschaft zu Samstagsdiensten

Wo man arbeitet

  • Hörakustik-Fachgeschäfte und Filialen großer Ketten
  • Meisterbetriebe des Hörakustiker-Handwerks
  • Kliniken und HNO-Praxen mit angeschlossener Versorgung
  • Hersteller von Hörsystemen in Technik und Schulung
  • Mobile Versorgung in Pflegeheimen

Der Weg in den Beruf

Dreijährige duale Ausbildung im Hörakustiker-Handwerk mit Abschluss als Hörakustikergeselle. Der schulische Teil findet geblockt an der bundesoffenen Berufsschule in Lübeck statt, verbunden mit mehrwöchigen Internatsaufenthalten. Anschließend ist die Meisterprüfung möglich und für die Betriebsleitung erforderlich.

Offene Stellen als Hörakustiker

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