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Augenoptiker

Augenoptiker beraten Kunden bei der Brillenwahl, messen die Sehstärke und fertigen Brillen in der Werkstatt an. Der Beruf verbindet Handwerk, Messtechnik und Verkauf im direkten Kundenkontakt.

61 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Augenoptiker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.400 € 2.700 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.900 € 3.400 € 34.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.100 € 3.700 € 4.800 € 44.400 €

Entscheidend sind Betriebsart und Zusatzqualifikation: Filialketten zahlen häufig etwas über den Tarifverträgen des Augenoptikerhandwerks, dafür mit Umsatzprämien, kleine Handwerksbetriebe liegen oft am unteren Rand. Refraktionsberechtigung, Kontaktlinsenspezialisierung, Meisterbrief oder Filialleitung heben das Gehalt deutlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Augenoptiker?

Augenoptiker arbeiten an drei Orten gleichzeitig: im Verkaufsraum, im Refraktionsraum und in der Werkstatt. Im Beratungsgespräch klären sie ab, wofür die Brille gebraucht wird, ob am Bildschirm, beim Autofahren oder beim Lesen, und suchen mit dem Kunden ein Gestell aus, das zu Gesicht, Sehstärke und Preisvorstellung passt. Anschließend messen sie den Pupillenabstand und die Einschlifhöhe, nehmen Gestelldaten auf und geben den Auftrag ins Labor oder fertigen ihn selbst.

In der Werkstatt werden Gläser zentriert, mit dem automatischen Schleifautomaten in Form gebracht, gebohrt und in die Fassung eingesetzt. Dazu kommt die tägliche Kleinarbeit: Bügel richten, Nasenpads tauschen, gebrochene Fassungen löten, Brillen reinigen und anpassen. Wer die Berechtigung hat, führt außerdem die Refraktion durch, bestimmt also mit Phoropter oder Messbrille die Sehstärke, und berät zu Kontaktlinsen, einschließlich Anpassung und Handhabungsschulung. In vielen Betrieben gehören Führung der Kasse, Bestellwesen, Lagerpflege und die Abrechnung mit Krankenkassen dazu.

Wie wird man Augenoptiker?

Über eine dreijährige duale Ausbildung im Augenoptikerhandwerk. Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein, mit gutem Hauptschulabschluss ist ein Einstieg möglich. In der Berufsschule stehen Optik, Werkstofftechnik, Anatomie des Auges und Rechnen mit Dioptrien und Prismen auf dem Plan. Nach der Gesellenprüfung ist die Meisterprüfung der klassische nächste Schritt, sie ist Voraussetzung für einen eigenen Betrieb und erweitert die Befugnisse deutlich. Alternativ gibt es Studiengänge in Augenoptik und Optometrie an Hochschulen, etwa in Aalen, Berlin, Jena oder Lübeck. Quereinstieg ohne Ausbildung ist praktisch nur im reinen Verkauf möglich, nicht in Werkstatt und Refraktion.

Was der Beruf verlangt

Der Anteil Verkauf wird von Bewerbern häufig unterschätzt. In Filialketten stehen Umsatzziele, Zusatzverkäufe von Veredelungen und Aktionswochen im Vordergrund, das passt nicht zu jedem, der wegen des Handwerks gekommen ist. Ladenöffnungszeiten bedeuten Samstagsarbeit, meist im Wechsel, und wenig Spielraum für kurzfristige Termine. Die Arbeit findet überwiegend stehend statt, in der Werkstatt sind ruhige Hände, gute Feinmotorik und ein Auge für Zehntelmillimeter gefordert. Farbsehen muss normal sein.

Geduld ist täglich nötig: bei älteren Kunden, die sich an eine Gleitsichtbrille nicht gewöhnen, bei Reklamationen und bei Menschen, die eine Brille für zwanzig Euro erwarten. Die Bezahlung im Handwerk ist im Verhältnis zur Verantwortung eher niedrig, besonders in kleinen Betrieben.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und steigt langsam, weil die Bevölkerung altert und Kurzsichtigkeit bei Jüngeren zunimmt. Fachkräfte werden gesucht, offene Stellen bleiben in vielen Regionen lange unbesetzt, was die Verhandlungsposition verbessert. Entwicklungswege führen über die Refraktionsberechtigung, die Spezialisierung auf Kontaktlinsen oder Vergrößernde Sehhilfen, die Meisterprüfung, die Filialleitung oder ein Studium der Optometrie mit anschließender Arbeit in der Sehschule, im Screening oder in der Zusammenarbeit mit Augenärzten. Die Selbstständigkeit ist möglich, steht aber unter dem Druck großer Ketten und des Onlinehandels.

Aufgaben

  • Kunden zu Gläsern, Fassungen und Veredelungen beraten
  • Sehstärke mit Messbrille oder Phoropter bestimmen
  • Pupillenabstand und Zentrierdaten am Kunden messen
  • Brillengläser schleifen, bohren und in Fassungen einsetzen
  • Brillen anpassen, richten und reparieren
  • Kontaktlinsen anpassen und Handhabung schulen
  • Bestellungen, Kasse und Abrechnung mit Krankenkassen bearbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Augenoptiker, für Refraktion und Betriebsführung Meisterprüfung oder entsprechende Berechtigung
  • normales Farbsehen und gutes räumliches Sehen
  • Feinmotorik und Sorgfalt bei Arbeiten im Zehntelmillimeterbereich
  • Freude an Verkauf und Beratung, auch bei schwierigen Kunden
  • Grundverständnis für Optik und Rechnen mit Dioptrien
  • Bereitschaft zu Samstagsarbeit und langem Stehen

Wo man arbeitet

  • Augenoptikerfachgeschäfte im Handwerk
  • Filialen großer Optikerketten
  • Optometrie- und Kontaktlinsenzentren
  • augenärztliche Praxen mit angeschlossener Optik
  • Industrie und Labore für Brillenglasfertigung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung im Augenoptikerhandwerk mit Abschluss als Augenoptikergeselle. Danach folgen häufig die Refraktionsberechtigung und die Meisterprüfung, die für einen eigenen Betrieb notwendig ist. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Augenoptik und Optometrie in den Beruf.

Offene Stellen als Augenoptiker

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