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Gesundheit & Pflege

Zahntechniker

Zahntechniker fertigen Zahnersatz, Kronen, Brücken, Prothesen und Schienen nach den Abdrücken und Scans, die Zahnarztpraxen liefern. Die Arbeit findet im Labor statt, mit Gips, Keramik, Metall und zunehmend mit CAD-Software und Fräsmaschinen.

19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Zahntechniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 1.900 € 2.300 € 2.600 € 27.600 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.850 € 3.300 € 34.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.600 € 4.700 € 43.200 €

Maßgeblich sind die regionalen Tarifverträge zwischen den Zahntechniker-Innungen und der IG Metall beziehungsweise dem Zentralverband, an die längst nicht alle Labore gebunden sind. Deutlich mehr zahlen große Fräszentren, Kliniken nach TVöD und die Dentalindustrie, kleine Labore in strukturschwachen Regionen liegen oft am unteren Rand.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Zahntechniker?

Zahntechniker stellen her, was später im Mund von Patienten sitzt: Kronen, Brücken, Teil- und Vollprothesen, Implantataufbauten, Knirscherschienen, kieferorthopädische Apparaturen. Grundlage ist ein Abdruck oder ein digitaler Intraoralscan aus der Zahnarztpraxis, dazu ein Auftragszettel mit Farbangabe, Material und Termin.

Der klassische Weg beginnt mit dem Ausgießen des Abdrucks in Gips, dem Sägen und Trimmen des Modells und dem Einsetzen in den Artikulator, der die Kieferbewegung nachbildet. Dann wird modelliert, gegossen, gepresst oder geschichtet. Keramik wird in dünnen Lagen aufgetragen und im Brennofen gesintert, bis Farbe und Transparenz zum Nachbarzahn passen. Metallgerüste werden gefräst, gelötet oder gelasert, Prothesenkunststoff wird polymerisiert, alles wird ausgearbeitet und auf Hochglanz poliert.

Ein wachsender Teil der Arbeit läuft am Bildschirm. Modelle werden gescannt, Kronen in CAD-Software konstruiert, Daten an Fräsmaschinen oder 3D-Drucker geschickt. Wer digital arbeitet, verbringt weniger Zeit am Gipstrog und mehr an der Maus, das handwerkliche Finish bleibt trotzdem Handarbeit.

Wie wird man Zahntechniker?

Über eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren im zahntechnischen Labor mit Berufsschule, Abschluss ist der Gesellenbrief der Handwerkskammer. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Wichtiger als Noten sind ruhige Hände, räumliches Vorstellungsvermögen und Geduld. Farbsehen sollte normal sein, Rot-Grün-Schwäche ist bei der Zahnfarbbestimmung ein echtes Hindernis.

Nach der Gesellenzeit ist die Meisterprüfung der übliche nächste Schritt, sie berechtigt zur Führung eines eigenen Labors und zur Ausbildung. Daneben gibt es Weiterbildungen zum Zahntechnikermeister mit Schwerpunkt Implantologie, Kieferorthopädie oder CAD/CAM sowie Studiengänge in Dentaltechnologie. Quereinstieg ohne Ausbildung ist unüblich, allenfalls als Hilfskraft in der Modellherstellung.

Was der Beruf verlangt

Der Alltag ist sitzend, konzentriert und feinmotorisch anspruchsvoll, oft acht Stunden am selben Arbeitsplatz mit Lupenbrille. Rücken, Nacken und Augen tragen das über die Jahre mit. Im Labor wird gestaubt, geschliffen und mit Kunststoffen, Legierungen und Säuren gearbeitet, Absaugung und Schutzausrüstung sind Pflicht, Allergien gegen Methacrylate kommen vor.

Termindruck ist ständig da. Praxen bestellen kurzfristig, Patienten warten mit einer provisorischen Versorgung, Nacharbeiten nach einer Anprobe müssen oft über Nacht fertig werden. Überstunden gegen Abend sind in vielen Laboren normal, Schichtdienst dagegen nicht. Die Bezahlung liegt im Vergleich zum Ausbildungsaufwand und zur geforderten Präzision niedrig, das ist der häufigste Grund, warum Fachkräfte in den Dentalhandel, den Außendienst oder ganz aus dem Beruf wechseln.

Aussichten

Der Bedarf ist stabil, die Bevölkerung altert und braucht Zahnersatz. Gleichzeitig steht die Branche unter Preisdruck durch Auslandsfertigung und durch Praxen, die einfache Arbeiten mit eigenen Fräseinheiten selbst erledigen. Labore, die hochwertige Keramik, Implantatprothetik und digitale Fertigung beherrschen, finden dagegen kaum Nachwuchs und suchen dauerhaft.

Entwicklungswege führen über die Spezialisierung auf Verblendkeramik oder CAD/CAM, über den Meisterbrief in die Laborleitung oder Selbstständigkeit, oder in die Dentalindustrie als Anwendungsberater, Techniktrainer oder in den Vertrieb. Dort wird meist deutlich besser bezahlt als am Arbeitstisch.

Aufgaben

  • Abdrücke ausgießen, Modelle sägen und im Artikulator montieren
  • Kronen und Brücken in CAD-Software konstruieren und fräsen lassen
  • Keramik schichten, brennen und farblich an die Nachbarzähne anpassen
  • Total- und Teilprothesen aufstellen, polymerisieren und ausarbeiten
  • Implantataufbauten und Modellgussgerüste anfertigen
  • Knirscherschienen und kieferorthopädische Apparaturen herstellen
  • Reparaturen und Unterfütterungen kurzfristig erledigen
  • Arbeiten dokumentieren und mit der Zahnarztpraxis abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zum Zahntechniker, meist mit mittlerem Schulabschluss begonnen
  • Sehr gute Feinmotorik und ruhige Hände
  • Normales Farbsehen für die Zahnfarbbestimmung
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Sinn für Ästhetik
  • Geduld und Konzentration über lange Sitzzeiten
  • Bereitschaft, sich in CAD-Software und digitale Fertigung einzuarbeiten
  • Belastbarkeit bei Termindruck und kurzfristigen Nacharbeiten

Wo man arbeitet

  • Gewerbliche Dentallabore
  • Praxislabore in Zahnarztpraxen
  • Kliniken für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
  • Dentalindustrie und Fräszentren
  • Dentalhandel und technischer Außendienst

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die duale Ausbildung zum Zahntechniker über dreieinhalb Jahre im Labor und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Danach folgt häufig die Meisterprüfung, die zur Laborleitung, zur Selbstständigkeit und zum Ausbilden berechtigt. Spezialisierungen auf CAD/CAM, Implantatprothetik oder Verblendkeramik laufen über Kurse der Innungen und Hersteller.

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