Was macht eine Hauswirtschafterin oder Präsenzkraft?
Der Arbeitstag beginnt meist mit dem Frühstück: Tische decken, Brote schmieren, Kaffee aufsetzen, beim Essen dabeisitzen und darauf achten, dass jeder etwas zu sich nimmt. Danach wird abgeräumt, die Küche gereinigt, Wäsche sortiert, gewaschen und zusammengelegt. Mittags wird gekocht oder angeliefertes Essen portioniert und ausgegeben. Zwischendurch werden Zimmer und Gemeinschaftsräume gereinigt, Vorräte kontrolliert und Einkäufe erledigt.
Der zweite Teil der Arbeit ist die Präsenz. In stationären Einrichtungen und Wohngruppen sind Präsenzkräfte dafür da, ansprechbar zu sein: mit Bewohnern Karten spielen, vorlesen, Kuchen backen, spazieren gehen, zuhören. Bei Menschen mit Demenz zählt allein die Anwesenheit einer ruhigen, bekannten Person. In Privathaushalten der ambulanten Betreuung kommt die Begleitung zu Terminen und die Unterstützung im Alltag hinzu. Beobachtungen zum Zustand der Bewohner werden an die Pflegekräfte weitergegeben; Medikamente, Verbände und Körperpflege gehören nicht zum Aufgabenbereich, auch wenn die Grenzen im Alltag oft verschwimmen.
Wie wird man Hauswirtschafterin oder Präsenzkraft?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Hauswirtschafterin oder zum Hauswirtschafter in Betrieben der Sozialwirtschaft, in Heimen, Tagungshäusern oder landwirtschaftlichen Haushalten. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, in der Praxis ist der Hauptschul- oder Realschulabschluss üblich. Als Präsenz- oder Betreuungskraft ist der Einstieg auch ohne diese Ausbildung möglich: Für Betreuungskräfte nach Paragraf 53c SGB XI genügt eine mehrwöchige Qualifizierung mit Praktikum, die von Bildungsträgern und Einrichtungen angeboten wird. Viele kommen als Quereinsteigerinnen nach der Familienphase, aus der Gastronomie oder Reinigung. Ein Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz ist Pflicht, wenn mit Lebensmitteln gearbeitet wird, ein erweitertes Führungszeugnis verlangen die meisten Träger.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich: stehen, bücken, heben, tragen, Betten machen, mit Reinigungsmitteln umgehen. Rücken und Knie merken das nach Jahren. Der Dienst läuft in Einrichtungen meist im Früh- und Spätdienst, auch am Wochenende und an Feiertagen, oft in Teilzeit mit geteilten Diensten. Wer in Privathaushalten arbeitet, fährt zwischen Einsätzen hin und her.
Schwerer als das Körperliche ist häufig die Nähe zu den Menschen. Wer über Jahre dieselben Bewohner begleitet, erlebt deren Abbau und Tod. Aggressives Verhalten bei Demenz, Angehörige mit Forderungen und die eigene Zeitnot gehören dazu. Die Tätigkeit gilt vielen als Hilfsarbeit und wird entsprechend geringer bezahlt als die Pflege, obwohl die Verantwortung im Alltag hoch ist.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst, weil Einrichtungen Pflegekräfte von hauswirtschaftlichen Aufgaben entlasten müssen und Betreuungskräfte über die Pflegeversicherung finanziert werden. Stellen finden sich fast überall, viele davon in Teilzeit. Entwicklungswege gibt es über die Weiterbildung zur Fachwirtin für Ernährungs- und Versorgungsmanagement, über die Meisterprüfung in der Hauswirtschaft mit Leitung eines Hauswirtschaftsbereichs oder Ausbildungstätigkeit, sowie über den Wechsel in die Pflege: Die Zeit als Präsenzkraft wird bei einer Ausbildung zur Pflegefachfrau teilweise angerechnet.