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Bildung & Soziales

Betreuungskraft

Betreuungskräfte begleiten pflegebedürftige Menschen im Alltag: Sie unterhalten sich mit ihnen, spielen, singen, gehen spazieren und geben Struktur im Tagesablauf. Pflegerische Aufgaben gehören ausdrücklich nicht dazu.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Betreuungskraft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.450 € 2.750 € 29.400 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.700 € 3.050 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.600 € 2.950 € 3.400 € 35.400 €

Entscheidend ist die Tarifbindung des Trägers: Bei kirchlichen und öffentlichen Einrichtungen gelten AVR Caritas, AVR Diakonie oder der TVöD-P mit festen Entgeltgruppen, private Betreiber zahlen oft nur den Pflegemindestlohn für Betreuungskräfte. Zulagen für Wochenend- und Feiertagsdienste kommen hinzu, viele Stellen sind Teilzeit.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Betreuungskraft?

Betreuungskräfte kümmern sich in Pflegeheimen und ambulanten Diensten um das, wofür Pflegekräfte keine Zeit haben: um Zuwendung und Beschäftigung. Sie lesen einer Bewohnerin die Zeitung vor, sortieren mit einem an Demenz erkrankten Mann Knöpfe, backen mit einer Gruppe Kuchen, begleiten zum Friseur oder zum Gottesdienst, spielen Karten, singen alte Lieder, gehen im Garten spazieren. Sie erkennen, wer sich zurückzieht, wer unruhig wird, wer Besuch braucht. Ihre Arbeit dokumentieren sie kurz im Pflegesystem, damit die Pflegefachkräfte Veränderungen mitbekommen.

Die rechtliche Grundlage ist § 43b SGB XI. Pflegeeinrichtungen erhalten dafür eine eigene Vergütung und stellen Betreuungskräfte zusätzlich zum Pflegepersonal ein. Behandlungspflege, Grundpflege oder Medikamentengabe sind nicht Teil der Aufgabe. In der Praxis ist die Grenze weicher: Beim Toilettengang helfen, Essen anreichen, Trinken erinnern gehört häufig dazu.

Wie wird man Betreuungskraft?

Es gibt keine Ausbildung im klassischen Sinn. Vorgeschrieben ist eine Qualifizierung nach den Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes: ein Orientierungspraktikum, ein Basiskurs und ein Aufbaukurs mit insgesamt 160 Unterrichtsstunden, dazu ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum in einer Pflegeeinrichtung. Träger sind Volkshochschulen, Pflegeschulen, private Bildungsanbieter. In Vollzeit dauert der Kurs wenige Monate, in Teilzeit oft ein halbes Jahr bis Jahr. Die Kosten übernimmt häufig die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter über einen Bildungsgutschein, manchmal der künftige Arbeitgeber.

Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht verlangt. Wichtiger sind ausreichende Deutschkenntnisse, ein erweitertes Führungszeugnis und persönliche Eignung. Viele Betreuungskräfte kommen aus anderen Berufen, oft nach der Familienphase oder nach einem Berufswechsel jenseits der vierzig. Wer eine Pflegeausbildung hat, kann direkt einsteigen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist emotional anspruchsvoll. Betreuungskräfte begleiten Menschen, die sich verschlechtern, die aggressiv werden können, die sie am nächsten Tag nicht mehr erkennen, die sterben. Sie brauchen Geduld für die zwanzigste Wiederholung derselben Frage und die Fähigkeit, nach einem harten Tag abzuschalten.

Körperlich ist der Beruf leichter als die Pflege, aber nicht leicht: viel Stehen, Gehen, Bewegen von Rollstühlen. Die Arbeitszeiten liegen meist tagsüber, oft im Frühdienst oder mittleren Dienst, Wochenenddienste sind üblich, Nachtdienst nicht. Häufig werden Teilzeitstellen angeboten.

Die größte Belastung nennen Betreuungskräfte selbst: zu viele Menschen für zu wenig Zeit. Wenn Personal fehlt, werden sie außerdem in der Pflege eingesetzt, obwohl das nicht ihre Aufgabe ist. Die Bezahlung liegt unter der von Pflegefachkräften und der Aufstieg ist ohne weitere Qualifikation begrenzt.

Aussichten

Der Bedarf ist hoch und wächst mit der Zahl pflegebedürftiger Menschen. Praktisch jedes Pflegeheim sucht Betreuungskräfte, in vielen Regionen bekommt man schnell nach dem Kurs eine Stelle. Wer weiterkommen will, spezialisiert sich auf Demenzbegleitung, gerontopsychiatrische Betreuung oder Alltagsbegleitung mit Kunst und Musik, übernimmt die Koordination des Betreuungsteams oder nutzt den Beruf als Einstieg in eine Ausbildung zur Pflegefachkraft oder zum Pflegehelfer.

Aufgaben

  • Gespräche führen und Zeit mit einzelnen Bewohnern verbringen
  • Gruppenangebote wie Singen, Gedächtnistraining oder Backen anleiten
  • Spaziergänge, Ausflüge und Arztbesuche begleiten
  • Tagesstruktur für Menschen mit Demenz aufrechterhalten
  • Veränderungen im Verhalten beobachten und ans Pflegeteam weitergeben
  • Betreuungsleistungen kurz dokumentieren
  • Jahreszeitliche Feste und Veranstaltungen mitvorbereiten
  • Angehörige ansprechen und in Aktivitäten einbeziehen

Voraussetzungen

  • Qualifizierung nach § 43b SGB XI mit 160 Unterrichtsstunden und Praktika
  • erweitertes Führungszeugnis ohne relevante Einträge
  • Deutschkenntnisse für Gespräche und Dokumentation
  • Geduld und Belastbarkeit im Umgang mit demenzkranken und sterbenden Menschen
  • Bereitschaft zu Wochenenddiensten
  • körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Gehen

Wo man arbeitet

  • stationäre Pflegeheime
  • ambulante Pflegedienste
  • Tagespflegeeinrichtungen
  • betreute Wohnanlagen und Wohngruppen
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine Qualifizierung zur Betreuungskraft nach § 43b SGB XI mit 160 Unterrichtsstunden, einem Orientierungspraktikum und einem zweiwöchigen Betreuungspraktikum. In Vollzeit dauert der Kurs etwa drei bis vier Monate, in Teilzeit länger, und endet mit einem Zertifikat des Bildungsträgers. Die Kosten werden oft über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanziert.

Offene Stellen als Betreuungskraft

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Pflegehelfer

Pflegehelfer unterstützen Pflegefachkräfte bei der Betreuung und Grundpflege von kranken, alten oder behinderten Menschen. Sie helfen beim Waschen, Essen und Bewegen und übernehmen einfache pflegerische Aufgaben.

Offene Stellen
8
Monatsbrutto
2.200 – 3.500 €

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