Handwerker
Handwerker fertigen, montieren, reparieren und warten mit den Händen und mit Maschinen – vom Rohbau über Elektroinstallation bis zur Möbeltischlerei. Der Begriff fasst über 130 anerkannte Gewerke zusammen, die alle eine Ausbildung mit hohem Praxisanteil voraussetzen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Handwerker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.700 € | 3.100 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 4.000 € | 5.500 € | 48.000 € |
Entscheidend sind Gewerk, Tarifbindung und Region: Im Bauhauptgewerbe und in der Elektro- und Metallbranche gelten Tarifverträge mit festen Lohngruppen, viele kleine Betriebe zahlen dagegen frei verhandelt und teils deutlich unter Tarif. Zulagen für Montage, Rufbereitschaft und Überstunden machen im Handwerk oft mehrere hundert Euro im Monat aus, der Meisterbrief hebt das Niveau spürbar an.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Handwerker?
Handwerker stellen Dinge her oder bringen sie wieder in Ordnung. Was das konkret bedeutet, hängt vom Gewerk ab: Ein Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik verlegt Rohrleitungen, setzt Heizkessel und dichtet Verbindungen ab. Ein Elektroniker zieht Kabel, klemmt Verteiler und misst Schutzleiter durch. Ein Tischler sägt Platten zu, verleimt Korpusse und montiert Einbauschränke vor Ort. Ein Maurer stellt Wände auf, ein Maler spachtelt und streicht, ein Kfz-Mechatroniker liest Fehlerspeicher aus und tauscht Bauteile.
Gemeinsam ist allen Gewerken der Ablauf: Aufmaß nehmen, Material bestellen, den Arbeitsschritt planen, ausführen, prüfen, dokumentieren. Dazu kommt der Umgang mit Kunden, denn viele Handwerker arbeiten in Wohnungen, Büros oder auf Baustellen, wo andere Gewerke parallel tätig sind. Absprachen, Terminverschiebungen und fehlendes Material gehören zum Alltag.
Wie wird man Handwerker?
Der Regelweg ist eine duale Berufsausbildung von drei bis dreieinhalb Jahren, je nach Gewerk. Drei bis vier Tage pro Woche im Betrieb, der Rest in der Berufsschule, dazu überbetriebliche Lehrgänge in den Bildungszentren der Handwerkskammern. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Betriebe Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife ein. Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.
Quereinstieg ist möglich, aber selten ohne Abschluss dauerhaft tragfähig. Wer aus einem anderen Beruf kommt, kann eine verkürzte Umschulung machen, häufig gefördert über die Agentur für Arbeit. Für Hilfstätigkeiten braucht es keinen Abschluss, die Bezahlung liegt dann aber deutlich niedriger und die Aufstiegswege sind versperrt. In den zulassungspflichtigen Gewerken der Anlage A der Handwerksordnung darf nur ein Meister einen eigenen Betrieb führen.
Was der Beruf verlangt
Körperliche Belastung ist real und wird oft unterschätzt. Knien, über Kopf arbeiten, Lasten heben, Kälte im Winter, Hitze im Sommer, Lärm und Staub. Rücken, Knie und Gehör verschleißen, viele Handwerker wechseln mit Mitte vierzig in Arbeitsvorbereitung, Bauleitung oder Verkauf. Die Arbeit beginnt früh, oft um sieben, Fahrzeiten zur Baustelle kommen dazu und zählen nicht überall als Arbeitszeit. Notdienste und Wochenendeinsätze sind in einigen Gewerken üblich.
Gefordert sind räumliches Vorstellungsvermögen, handwerkliches Geschick, Sorgfalt und die Bereitschaft, sich an Normen und Vorschriften zu halten – ein falsch angeschlossener Schutzleiter oder eine nicht fachgerechte Abdichtung hat Folgen. Wer schnell ungeduldig wird oder mit Kritik am eigenen Werk schlecht umgeht, tut sich schwer, denn Nacharbeit gehört dazu.
Aussichten
Die Nachfrage ist in fast allen Gewerken hoch. Betriebe finden seit Jahren nicht genug Nachwuchs, Auftragsbücher sind vielerorts voll, besonders bei Heizung, Elektro, Dachdeckerei und Gebäudetechnik. Wer eine Gesellenprüfung besteht, findet in der Regel schnell eine Stelle. Konjunkturell abhängiger ist das Bauhauptgewerbe, das auf Zinsen und Fördermittel reagiert.
Entwicklungswege führen über die Meisterprüfung, den Techniker oder eine Spezialisierung – Wärmepumpen, Photovoltaik, Gebäudeautomation, Restaurierung. Der Meisterbrief eröffnet die Selbstständigkeit und die Ausbildungsberechtigung. Auch ein Studium in Bauingenieurwesen oder Versorgungstechnik ist mit Berufserfahrung möglich, in vielen Bundesländern auch ohne Abitur.
Aufgaben
- Bauteile, Leitungen oder Anlagen montieren und anschließen
- Aufmaß nehmen und den Materialbedarf ermitteln
- Störungen suchen, Schäden beheben, Verschleißteile tauschen
- Werkstücke nach Zeichnung oder Skizze anfertigen
- Wartungs- und Prüfarbeiten nach Normen durchführen
- Arbeitszeiten, Material und Leistungen dokumentieren
- Kunden beraten und Arbeiten mit anderen Gewerken abstimmen
- Baustelle einrichten, sichern und wieder aufräumen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Berufsausbildung im jeweiligen Gewerk, meist drei bis dreieinhalb Jahre
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit je nach Gewerk
- Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
- Führerschein Klasse B für Fahrten zu Baustellen und Kunden
- Grundrechenarten sicher beherrschen, technische Zeichnungen lesen
- Sorgfalt beim Einhalten von Normen und Arbeitsschutzvorschriften
- Für den eigenen Betrieb in zulassungspflichtigen Gewerken: Meisterbrief
Wo man arbeitet
- Handwerksbetriebe und Familienunternehmen
- Baustellen und Kundenwohnungen
- Industrie- und Gewerbebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Werkstätten und Fertigungshallen
- Kommunale Bauhöfe und Wohnungsgesellschaften
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine duale Ausbildung von drei bis dreieinhalb Jahren im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben Hauptschulabschluss oder mittlere Reife. Darauf aufbauend führen Meisterschule oder Technikerschule in ein bis drei Jahren zu Führungs- und Selbstständigkeitsoptionen.
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Handwerker - Klimageräte / Service / Installation (m/w/d)
Handwerker - Trockenbau / Sanierung / Innenausbau (m/w/d)
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