Was macht ein Finance & Accounting Manager?
Finance & Accounting Manager tragen die Verantwortung dafür, dass die Zahlen eines Unternehmens stimmen und rechtzeitig vorliegen. Sie steuern die Finanz- und Anlagenbuchhaltung, prüfen Buchungen auf Kontierung und Umsatzsteuer, stimmen Konten ab und stellen Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB, in internationalen Konzernen zusätzlich nach IFRS. Sie erstellen Reportings für Geschäftsführung und Gesellschafter, planen Liquidität, überwachen offene Posten und geben Zahlungsläufe frei.
Dazu kommt die Arbeit an den Prozessen: Freigabewege für Eingangsrechnungen definieren, Schnittstellen zwischen Vorsystemen und ERP sauber halten, Kontenpläne pflegen, Richtlinien für Reisekosten oder Anlagenaktivierung schreiben. Wer in einem wachsenden Unternehmen arbeitet, führt oft neue Systeme ein oder migriert von einer Buchhaltungssoftware auf SAP, DATEV oder Microsoft Dynamics. Externe Partner nehmen viel Zeit ein: Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Banken, Betriebsprüfung des Finanzamts. Die meisten führen zwei bis zehn Mitarbeitende in Kreditoren-, Debitoren- und Hauptbuchhaltung.
Wie wird man Finance & Accounting Manager?
Der häufigste Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder Accounting and Finance, danach einige Jahre in der Buchhaltung, im Konzernrechnungswesen oder in der Wirtschaftsprüfung. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Ausbildung: Steuerfachangestellte oder Industriekaufleute, die sich zum Bilanzbuchhalter weiterbilden und über Jahre Verantwortung übernehmen. Der geprüfte Bilanzbuchhalter (IHK) gilt in vielen Mittelstandsunternehmen als gleichwertig zum Studium, teilweise als wertvoller. Wer aus der Wirtschaftsprüfung kommt, bringt Abschlusssicherheit mit, muss sich aber in die operative Buchhaltung einarbeiten. Eine Führungsposition ohne mehrere Jahre eigene Abschlusserfahrung ist selten.
Was der Beruf verlangt
Der Arbeitsrhythmus ist von Fristen bestimmt. In den ersten Tagen eines Monats, vor allem aber in der Jahresabschlussphase zwischen Januar und März, entstehen längere Arbeitstage und Wochenendarbeit. Umsatzsteuervoranmeldungen, Meldungen an Statistikämter und Konzernreportings haben feste Termine, die nicht verschiebbar sind. Fehler fallen auf und werden teuer, deshalb gehört Genauigkeit unbedingt dazu.
Die Arbeit ist überwiegend sitzend am Bildschirm, mit vielen Tabellen und wiederkehrenden Abstimmungen. Wer schnelle Abwechslung sucht, wird damit nicht glücklich. Gleichzeitig verlangt die Rolle Standfestigkeit: gegen Vertrieb und Geschäftsführung durchsetzen, dass Belege vorliegen, Rückstellungen gebildet und Sachverhalte korrekt dargestellt werden. Das Steuer- und Bilanzrecht ändert sich fortlaufend, laufende Fortbildung ist Teil des Jobs. Homeoffice ist in diesem Beruf gut möglich, oft zwei bis drei Tage pro Woche.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil hoch. Qualifizierte Bilanzbuchhalter und Abschlusssichere sind seit Jahren knapp, viele Stellen bleiben monatelang offen. Wer HGB und IFRS beherrscht und ein ERP-System tief kennt, hat eine gute Verhandlungsposition. Entwicklungswege führen zum Leiter Finanzen und Controlling, zum Head of Accounting in einem Konzern oder zum kaufmännischen Geschäftsführer. Auch Spezialisierungen tragen: Konzernkonsolidierung, Steuern, Transaction Services oder die Einführung von Buchhaltungssystemen als Berater. Automatisierung nimmt einfache Buchungsarbeit weg, verschiebt die Rolle aber in Richtung Prozesssteuerung und Analyse, statt sie abzuschaffen.