Leiter Finanzen
Leiter Finanzen verantworten Buchhaltung, Controlling, Liquidität und Berichtswesen eines Unternehmens. Sie liefern der Geschäftsführung die Zahlen für Entscheidungen und tragen die Verantwortung für Jahresabschluss und Steuerthemen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Leiter Finanzen verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.500 € | 5.500 € | 7.000 € | 66.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 6.000 € | 7.500 € | 9.500 € | 90.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.000 € | 10.500 € | 16.000 € | 126.000 € |
Entscheidend sind Unternehmensgröße und Branche: In kleinen Mittelstandsbetrieben liegt die Leitung Finanzen oft nahe am Gehalt eines erfahrenen Bilanzbuchhalters, in Konzerngesellschaften mit Konsolidierung und IFRS deutlich darüber, meist mit variablem Anteil von zehn bis dreißig Prozent. Tarifbindung besteht selten; im öffentlichen Dienst nach TVöD (etwa E 13 bis E 15) sind die Werte enger und im oberen Bereich niedriger als in der Privatwirtschaft.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Leiter Finanzen?
Der Leiter Finanzen führt den kaufmännischen Bereich eines Unternehmens: Finanzbuchhaltung, Controlling, oft auch Personalabrechnung, Einkauf oder IT, je nach Größe des Betriebs. Zum Kern gehört, dass Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse fristgerecht und prüfungsfest fertig werden, nach HGB und in Konzernen zusätzlich nach IFRS. Dazu kommen Liquiditätsplanung, Budgetierung, Forecasts, Kennzahlenberichte für Geschäftsführung und Gesellschafter sowie Verhandlungen mit Banken, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern.
Ein großer Teil des Alltags besteht aus Abstimmung: mit dem Vertrieb über Deckungsbeiträge, mit der Produktion über Kalkulationen, mit der Geschäftsführung über Investitionen. Wer in einem mittelständischen Unternehmen arbeitet, bucht und prüft häufig noch selbst mit, in größeren Häusern verschiebt sich die Arbeit zu Führung, Prozessgestaltung und Systemthemen, etwa der Einführung eines neuen ERP-Systems.
Wie wird man Leiter Finanzen?
Der verbreitetste Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Finanzen, Controlling oder Rechnungswesen, danach mehrere Jahre in Buchhaltung, Controlling oder Wirtschaftsprüfung. Die Position ist keine Einstiegsstelle: üblich sind fünf bis zehn Jahre Berufserfahrung, davon ein Teil mit Führungsverantwortung.
Ebenso tragfähig ist der Aufstieg ohne Studium. Wer eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und anschließend den Bilanzbuchhalter oder Controller nach IHK-Standard erworben hat, kann in kleinen und mittleren Unternehmen in die Leitungsfunktion wachsen. Für Konzernpositionen sind Abschlusssicherheit nach IFRS, Konsolidierungserfahrung und Englisch praktisch Pflicht. Ein Wechsel aus der Wirtschaftsprüfung in die Industrie ist ein häufiger und gut angesehener Pfad.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitsbelastung ist ungleich verteilt. In der Abschlussphase, meist die ersten Arbeitstage des Monats und die Wochen um den Jahresabschluss, sind Überstunden die Regel; dazwischen ist es ruhiger. Fristen sind hart und nicht verhandelbar, Fehler in der Bilanz haben Folgen bis zur persönlichen Haftung.
Der Beruf verlangt Genauigkeit über lange Strecken und gleichzeitig die Fähigkeit, Zahlen für Menschen zu übersetzen, die keine Bilanz lesen können. Unangenehm wird es, wenn Sparvorgaben umgesetzt, Investitionen abgelehnt oder Stellen gestrichen werden müssen. In wirtschaftlich schwierigen Lagen sitzt der Leiter Finanzen zwischen Gesellschaftern, Banken und Belegschaft. Wer Konflikte scheut, wird die Rolle als anstrengend empfinden. Die Arbeit findet überwiegend am Schreibtisch statt, Homeoffice ist in Teilen möglich, in der Abschlusszeit oft nicht.
Aussichten
Qualifizierte Finanzfachkräfte mit Abschlusssicherheit sind seit Jahren knapp, besonders im Mittelstand außerhalb der Ballungsräume. Wer HGB und IFRS beherrscht, Konsolidierung kennt und Erfahrung mit SAP oder vergleichbaren Systemen hat, findet zuverlässig Stellen. Automatisierung und Digitalisierung verändern die Buchhaltung stark, verringern aber vor allem einfache Bearbeitungstätigkeiten und nicht die Steuerungsaufgabe.
Entwicklungswege führen zum kaufmännischen Geschäftsführer, zum Finanzvorstand größerer Gesellschaften oder in die Beratung und Restrukturierung. Auch der Schritt in die Selbständigkeit als Interimsmanager ist verbreitet und gut bezahlt.
Aufgaben
- Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB und IFRS verantworten
- Liquidität planen und den Zahlungsverkehr steuern
- Budgets und Forecasts mit den Fachbereichen erstellen
- Kennzahlen und Berichte für Geschäftsführung und Gesellschafter aufbereiten
- Team aus Buchhaltung und Controlling führen und einarbeiten
- Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Banken betreuen
- Kalkulationen, Investitionsrechnungen und Verträge prüfen
- Prozesse und ERP-Systeme im Finanzbereich weiterentwickeln
Voraussetzungen
- Studium in Betriebswirtschaft oder Wirtschaftswissenschaften, alternativ kaufmännische Ausbildung mit Bilanzbuchhalter- oder Controller-Abschluss
- Mehrjährige Erfahrung in Rechnungswesen oder Controlling, möglichst mit Führungsverantwortung
- Sichere Anwendung von HGB, im Konzernumfeld zusätzlich IFRS und Konsolidierung
- Sehr gute Kenntnisse in ERP-Systemen und Excel
- Fähigkeit, Zahlen verständlich zu erklären und Entscheidungen durchzusetzen
- Englisch in international tätigen Unternehmen
- Belastbarkeit in Abschluss- und Prüfungsphasen
Wo man arbeitet
- Mittelständische Industrie- und Handelsunternehmen
- Konzerngesellschaften und Holdings
- Dienstleistungsunternehmen und IT-Firmen
- Krankenhäuser, Verbände und soziale Träger
- Kommunale Betriebe und öffentliche Unternehmen
- Start-ups nach der Wachstumsphase
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzen oder Controlling, gefolgt von etwa fünf bis zehn Jahren Praxis in Buchhaltung, Controlling oder Wirtschaftsprüfung. Der zweite Weg beginnt mit einer kaufmännischen Ausbildung und führt über die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter oder Controller in die Leitungsfunktion. Ein formaler Abschluss speziell für diese Position existiert nicht, entscheidend sind Abschlusssicherheit und Führungserfahrung.
Offene Stellen als Leiter Finanzen
In der Suche fortsetzen
Leiter:in Finanzen (m/w/d)
Leiter Finanzen (m/w/d)
Verwandte Berufe
Bilanzbuchhalter
Bilanzbuchhalter erstellen Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB, oft auch nach IFRS, und verantworten die laufende Buchführung eines Unternehmens. Sie sind Ansprechpartner für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Geschäftsführung.
- Offene Stellen
- 114
- Monatsbrutto
- 3.400 – 8.000 €
Controller
Controller planen Budgets, überwachen Kosten und Erlöse und liefern der Geschäftsführung die Zahlen, auf denen Entscheidungen beruhen. Der Beruf verbindet Rechnungswesen mit Analyse und Berichtswesen.
- Offene Stellen
- 92
- Monatsbrutto
- 3.400 – 11.000 €
Kaufmännischer Leiter
Kaufmännische Leiter verantworten Finanzen, Controlling, Personal und Verwaltung eines Unternehmens. Sie berichten direkt an die Geschäftsführung oder sind selbst Teil davon.
- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 5.000 – 16.000 €
Wirtschaftsprüfer
Wirtschaftsprüfer prüfen Jahresabschlüsse und Konzernabschlüsse von Unternehmen und bestätigen mit dem Bestätigungsvermerk, ob die Zahlen den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Der Beruf setzt ein bestandenes Wirtschaftsprüferexamen voraus, eine der schwersten Berufsprüfungen in Deutschland.
- Offene Stellen
- 11
- Monatsbrutto
- 3.800 – 20.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Bürostuhl kaufen: woran man einen guten erkennt Ein Bürostuhl trägt acht Stunden am Tag. Welche Prüfzeichen etwas aussagen, welche fünf Ei...
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...