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Filialleitung

Filialleitungen führen eine Verkaufsstelle im Einzelhandel, in einer Bank oder in einem Dienstleistungsbetrieb: Sie verantworten Umsatz, Personaleinsatz und Warenbestand vor Ort.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Filialleitung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 4.000 € 4.900 € 48.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 4.900 € 6.500 € 58.800 €

Entscheidend sind Filialgröße, Branche und Tarifbindung: Im tarifgebundenen Einzelhandel richtet sich die Vergütung nach den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel, Discounter und Drogerieketten zahlen häufig darüber, kleinere Fachgeschäfte deutlich darunter. Bankfilialen folgen dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe und liegen im oberen Bereich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Filialleitung?

Eine Filialleitung trägt die Verantwortung für eine einzelne Verkaufsstelle innerhalb eines größeren Unternehmens. Das bedeutet zwei Dinge gleichzeitig: Zahlen und Menschen. Auf der Zahlenseite stehen Tagesumsätze, Personalkosten, Warenbestand, Inventurdifferenzen und Vorgaben aus der Zentrale oder der Regionalleitung. Auf der Personalseite stehen Dienstpläne, Urlaubsanträge, Krankmeldungen, Einarbeitung neuer Kräfte, Auszubildende, Konflikte im Team und regelmäßige Gespräche über Leistung und Verhalten.

Der Alltag ist selten reine Büroarbeit. In vielen Filialen steht die Leitung selbst an der Kasse, füllt Regale auf, nimmt Lieferungen an, bearbeitet Reklamationen und berät Kunden. Dazu kommen Kassenabschluss, Geldtransport-Vorbereitung, Bestellungen, Preisänderungen, Werbeaktionen aufbauen, Kontrolle von Frischeware und Mindesthaltbarkeit sowie die Einhaltung von Arbeitsschutz und Hygienevorgaben. In Banken und bei Versicherungen verschiebt sich der Schwerpunkt auf Beratung, Vertriebsziele und Kreditentscheidungen im Rahmen der eigenen Kompetenz.

Wie wird man Filialleitung?

Der häufigste Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, meist Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel, dann einige Jahre auf der Fläche, Stellvertretung, danach die eigene Filiale. Viele Handelsunternehmen haben eigene Nachwuchsprogramme, die Verkaufskräfte innerhalb von ein bis zwei Jahren auf die Leitungsaufgabe vorbereiten. Weiterbildungen wie Handelsfachwirt, Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel oder Betriebswirt des Handels sind gängige Bausteine.

Ein Studium in Betriebswirtschaft oder Handelsmanagement öffnet den Einstieg über Trainee-Programme, oft mit Perspektive auf Bezirks- oder Regionalleitung. Quereinstiege sind verbreitet: Wer aus Gastronomie, Logistik oder Kundenservice Führungserfahrung mitbringt, wird häufig genommen, weil offene Leitungsstellen zahlreich sind. Ein formaler Abschluss ersetzt hier nicht die Erfahrung mit Dienstplänen, Personalgesprächen und Umsatzverantwortung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten. Früh- und Spätschichten, Samstage, langer Donnerstag, Inventur am Wochenende, Vertretung bei Krankheit im Team gehören dazu. Wer regelmäßige Feierabende braucht, findet sie hier selten. Der Personalmangel im Handel wirkt sich direkt auf die Leitung aus: Fehlt jemand, springt sie ein, oft über die geplante Arbeitszeit hinaus.

Der Druck kommt aus zwei Richtungen. Von oben stehen Umsatz- und Kostenziele, Filialvergleiche und Kennzahlengespräche. Von unten kommt ein Team, das häufig aus Teilzeitkräften mit unterschiedlichen Verfügbarkeiten besteht und eine hohe Fluktuation aufweist. Dazwischen liegen unangenehme Aufgaben: Abmahnungen schreiben, Diebstahl im eigenen Betrieb aufklären, Kündigungen aussprechen, Beschwerden aushalten. Körperlich ist die Arbeit anstrengender als der Titel vermuten lässt, mit Stehen, Heben und Tragen über den Tag.

Aussichten

Leitungsstellen im Handel sind vielerorts unbesetzt, die Nachfrage ist stabil und regional breit verteilt. Wer bleibt, kann sich zur Leitung größerer Häuser, zur Bezirks- oder Gebietsleitung mit mehreren Filialen oder in Zentralfunktionen wie Einkauf, Vertriebssteuerung oder Personalentwicklung bewegen. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit als Kaufmann eines Franchise- oder Vertragsmarktes ist ein üblicher Weg. Die Kehrseite: Filialschließungen, Übernahmen und Umbauten im Handel treffen diese Position unmittelbar, ein Standortwechsel wird häufig erwartet.

Aufgaben

  • Umsatz-, Kosten- und Bestandszahlen der Filiale überwachen
  • Dienst- und Urlaubspläne für das Team erstellen
  • Mitarbeitende einarbeiten, anleiten und beurteilen
  • Warenbestellungen auslösen und Lieferungen kontrollieren
  • Kassenabschluss, Tagesabrechnung und Inventur verantworten
  • Reklamationen und Beschwerden von Kunden bearbeiten
  • Werbeaktionen und Preisänderungen in der Fläche umsetzen
  • Vorgaben zu Arbeitsschutz, Hygiene und Sicherheit durchsetzen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
  • mehrjährige Erfahrung im Verkauf, häufig als Stellvertretung
  • Sicherheit im Umgang mit Zahlen, Kennzahlen und Warenwirtschaftssystemen
  • Bereitschaft zu Früh- und Spätschichten sowie Samstagsarbeit
  • Durchsetzungsfähigkeit und Belastbarkeit in Konfliktsituationen
  • körperliche Belastbarkeit für Stehen, Heben und Tragen
  • je nach Unternehmen Führerschein und Umzugsbereitschaft

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Discounter
  • Fach- und Textilgeschäfte
  • Drogerie- und Baumarktketten
  • Bankfilialen und Sparkassen
  • Bäckerei- und Systemgastronomieketten
  • Filialen von Dienstleistern wie Telekommunikation oder Optik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung im Einzelhandel, gefolgt von einigen Jahren auf der Verkaufsfläche und einer Zeit als stellvertretende Leitung. Viele Unternehmen bieten interne Führungsprogramme über ein bis zwei Jahre an; alternativ qualifizieren Weiterbildungen zum Handelsfachwirt oder ein BWL-Studium mit Trainee-Einstieg.

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