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Marktleitung

Die Marktleitung führt einen Einzelhandelsstandort wirtschaftlich und personell – von der Warenverfügbarkeit über die Personalplanung bis zum Umsatzziel. Sie trägt die Verantwortung für alles, was im Markt passiert.

16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Marktleitung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 5.200 € 7.000 € 62.400 €

Entscheidend sind Betriebsgröße und Umsatz des Marktes sowie die Tarifbindung: Im Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel der Länder liegen die Führungsgruppen relativ eng beieinander, während tariffreie Filialisten und große Verbrauchermärkte deutlich höher zahlen. Umsatzabhängige Prämien und Dienstwagen kommen bei größeren Standorten oft hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Marktleitung?

Eine Marktleitung führt eine Filiale im Einzelhandel: einen Supermarkt, Discounter, Drogerie- oder Baumarkt. Der Arbeitstag beginnt oft vor der Öffnung mit dem Blick auf die Zahlen des Vortages, den Lieferavisen und dem Personaleinsatz. Danach folgt der Rundgang: Sind die Regale gefüllt, stimmen die Preisschilder, ist die Obst- und Gemüseabteilung ansehnlich, wurde die Kühlkette dokumentiert, liegt Ware im Weg. Die Marktleitung disponiert Bestellungen nach, reduziert Ware mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum, bearbeitet Inventurdifferenzen und Bruch, klärt Reklamationen und Lieferantenprobleme.

Der zweite große Teil ist Personalarbeit. Dienstpläne schreiben, Krankmeldungen auffangen, Aushilfen und Auszubildende einarbeiten, Bewerbungsgespräche führen, Feedback geben, auch Konflikte im Team lösen. Dazu kommen Vorgaben aus der Region oder Zentrale: Aktionsflächen aufbauen, Konzepte umsetzen, Kennzahlen zu Umsatz, Personalkosten, Inventurdifferenz und Abschriften erklären. In den meisten Märkten arbeitet die Leitung mit: an der Kasse, im Lager, beim Verräumen. Ein reiner Bürojob ist es nicht.

Wie wird man Marktleitung?

Der übliche Weg führt über eine Ausbildung als Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel oder als Verkäuferin mit anschließender Verkürzung, danach mehrere Jahre in der Filiale, oft über die Stationen Abteilungsleitung und Stellvertretung. Viele Handelsunternehmen haben eigene Nachwuchsprogramme, in denen Auszubildende mit guten Leistungen in zwei bis vier Jahren zur Marktleitung entwickelt werden. Eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder zur Handelsfachwirtin ist der klassische Aufstiegsabschluss.

Ein zweiter Weg ist der Trainee-Einstieg nach einem Studium in Betriebswirtschaft oder Handelsmanagement, teils mit einer dualen Ausbildung im Handel verbunden. Quereinsteiger aus Gastronomie, Logistik oder anderen Dienstleistungsbereichen haben Chancen, wenn sie Führungserfahrung und Bereitschaft zur Einarbeitung an der Basis mitbringen. Ohne Zeit auf der Fläche funktioniert die Rolle nicht.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten. Früh- und Spätdienste, Samstage, verkaufsoffene Sonntage, das Weihnachtsgeschäft. Die vertragliche Wochenarbeitszeit wird häufig überschritten, weil bei Personalausfall die Leitung einspringt. Körperlich bedeutet der Beruf viel Stehen und Gehen, Heben von Kisten, Arbeit in Kühlbereichen.

Der Druck kommt von zwei Seiten: von oben über Kennzahlen und Konzeptvorgaben, von unten über ein Team, das oft unterbesetzt ist und in Teilzeit arbeitet. Personalfluktuation, Diebstahl, defekte Technik und kurzfristige Umbauten gehören zum Alltag. Wer Konflikte scheut oder ungern Entscheidungen unter Zeitdruck trifft, wird in dieser Rolle unglücklich. Verlangt werden Organisationstalent, Belastbarkeit und die Fähigkeit, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Qualifikation zu arbeiten.

Aussichten

Der Handel sucht dauerhaft Führungskräfte für die Fläche, weil viele Beschäftigte den Schritt in die Verantwortung wegen der Belastung nicht gehen wollen. Wer geeignet ist, findet fast überall eine Stelle, auch außerhalb der Großstädte. Entwicklungswege führen zur Leitung größerer Standorte, zur Bezirks- oder Regionalleitung mit mehreren Märkten, in den Vertrieb, das Category Management oder die Expansion. Im genossenschaftlich und selbstständig geprägten Lebensmittelhandel ist auch der Schritt zum eigenen Markt möglich. Filialschließungen und Konzentration im Handel bleiben ein Risiko, betreffen aber vor allem kleine Standorte.

Aufgaben

  • Umsatz, Personalkosten und Abschriften eines Standortes steuern
  • Dienst- und Urlaubspläne für das Filialteam erstellen
  • Personal auswählen, einarbeiten und führen
  • Warenbestellungen disponieren und Lieferungen kontrollieren
  • Warenpräsentation, Aktionsflächen und Preisauszeichnung überwachen
  • Frische-, Hygiene- und Kühlkettenvorgaben dokumentieren
  • Inventuren vorbereiten und Differenzen aufklären
  • Kundenbeschwerden und Reklamationen bearbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, meist im Einzelhandel, oder vergleichbare Erfahrung
  • mehrere Jahre Praxis auf der Verkaufsfläche, idealerweise als Stellvertretung
  • Bereitschaft zu Früh-, Spät- und Samstagsdiensten
  • Verständnis für betriebswirtschaftliche Kennzahlen
  • Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit
  • körperliche Belastbarkeit für Stehen, Heben und Arbeit in Kühlbereichen

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Verbrauchermärkte
  • Discounter
  • Drogerie- und Fachmärkte
  • Bau- und Gartenmärkte
  • Filialen von Genossenschaften und selbstständigen Kaufleuten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel, gefolgt von einigen Jahren Berufserfahrung und der Übernahme von Teil- oder Stellvertretungsverantwortung. Viele Unternehmen bieten interne Führungsprogramme oder die Weiterbildung zum Handelsfachwirt an, die in ein bis zwei Jahren nebenberuflich abgeschlossen wird. Alternativ führt ein Trainee-Programm nach einem BWL- oder Handelsstudium innerhalb von ein bis zwei Jahren in die Marktleitung.

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