Was macht ein Fachplaner HKLS?
Fachplaner HKLS entwerfen die haustechnischen Anlagen eines Gebäudes: Heizung, Kälte, Lüftung und Sanitär. Der Ausgangspunkt ist meist ein Architektenmodell und ein Nutzungskonzept. Daraus wird die Heizlast nach DIN EN 12831 berechnet, der Kühlbedarf abgeschätzt, die Luftmenge pro Raum bestimmt und die Trinkwasserleitung dimensioniert. Anschließend entstehen Strangschemata, Grundrisspläne mit Leitungsführung, Bauteillisten und Ausschreibungstexte.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Koordination. Lüftungskanäle brauchen Platz in der abgehängten Decke, Elektrotrassen und Sprinklerleitungen wollen dort ebenfalls hin, und die Statik gibt vor, wo ein Durchbruch möglich ist. In BIM-Projekten laufen diese Konflikte über Kollisionsprüfungen im Modell, in kleineren Projekten über Telefonate und Planvergleiche. Dazu kommen Nachweise nach Gebäudeenergiegesetz, Trinkwasserhygiene nach VDI 6023 und Brandschutzanforderungen an Durchführungen.
Später begleiten Fachplaner die Vergabe, prüfen Angebote, beantworten Rückfragen der ausführenden Firmen und kontrollieren auf der Baustelle, ob das Gebaute dem Geplanten entspricht. Abnahme, Einregulierung und Dokumentation gehören zu den letzten Leistungsphasen der HOAI.
Wie wird man Fachplaner HKLS?
Es gibt zwei übliche Wege. Der eine führt über ein Studium der Versorgungstechnik, der Technischen Gebäudeausrüstung, des Energie- und Gebäudemanagements oder des Maschinenbaus mit entsprechendem Schwerpunkt, meist als Bachelor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Der andere beginnt im Handwerk: Ausbildung als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, danach Technikerschule oder Meisterprüfung und der Wechsel ins Planungsbüro.
Der zweite Weg ist in der Branche voll anerkannt, weil Baustellenerfahrung in der Planung unmittelbar nützt. Quereinstieg aus benachbarten Feldern kommt vor, etwa von Technischen Zeichnern oder aus dem Anlagenbau, verlangt aber eine lange Einarbeitung in Normen und Berechnungsverfahren. Wichtig ist in jedem Fall Software: Revit, AutoCAD MEP, Plancal nova, Linear, mh-software.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit am Bildschirm, mit Baustellenterminen dazwischen. Termindruck entsteht durch die Abhängigkeit von anderen Planern: Ändert der Architekt einen Grundriss, muss das Leitungsnetz nachgezogen werden, oft kurzfristig. Überstunden vor Abgabeterminen sind verbreitet, Wochenendarbeit eher selten.
Schwer fällt vielen die Normenmenge. Regelwerke ändern sich, Fördervorgaben ebenso, und Fehler in der Dimensionierung werden erst im Betrieb sichtbar, dann aber teuer. Wer keine Freude an Genauigkeit und Dokumentation hat, wird im Beruf nicht glücklich. Auf der Baustelle braucht es außerdem die Bereitschaft, Konflikte auszuhalten, wenn Ausführung und Planung auseinandergehen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Wärmepumpen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Gebäudesanierung und die Umstellung ganzer Bestände auf niedrige Systemtemperaturen erzeugen Planungsbedarf, dem zu wenige Fachkräfte gegenüberstehen. Ingenieurbüros suchen dauerhaft, auch Berufserfahrene ohne Studium.
Entwicklungswege führen zur Projektleitung, zur Fachbauleitung, zur Spezialisierung auf Kältetechnik, Reinraumtechnik oder Krankenhaustechnik, zur BIM-Koordination oder in die Selbstständigkeit als beratender Ingenieur. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann sich in die Ingenieurkammer eintragen lassen.