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ERP Application Manager

ERP Application Manager betreuen die zentralen Unternehmenssoftware-Systeme wie SAP, Microsoft Dynamics oder Odoo. Sie halten die Anwendungen am Laufen, passen sie an neue Geschäftsprozesse an und sind Bindeglied zwischen Fachabteilungen und IT.

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Gehalt

Was man als ERP Application Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.200 € 6.300 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 8.500 € 81.600 €

Am stärksten wirken sich das eingesetzte System und die Branche aus: SAP-Kenntnisse, besonders in S/4HANA, werden deutlich besser bezahlt als Mittelstandslösungen, und Beratungshäuser sowie Industriekonzerne zahlen mehr als kleine Handelsbetriebe. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD mit Eingruppierungen etwa zwischen E 10 und E 13, in der Metall- und Elektroindustrie der jeweilige IG-Metall-Tarifvertrag.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein ERP Application Manager?

Ein ERP-System ist die Software, in der ein Unternehmen seine Aufträge, Lagerbestände, Rechnungen, Personaldaten und Buchungen führt. Fällt es aus oder rechnet falsch, steht der Betrieb. ERP Application Manager verantworten genau diese Anwendung: Sie konfigurieren Module, richten Berechtigungen ein, pflegen Stammdaten-Regeln, testen Updates vor dem Einspielen und analysieren Fehlermeldungen aus dem Tagesgeschäft.

Ein großer Teil der Arbeit ist Übersetzungsarbeit. Die Buchhaltung will einen anderen Rechnungsworkflow, der Vertrieb braucht ein neues Auswertungsfeld, das Lager kommt mit der Kommissionierlogik nicht zurecht. Der Application Manager nimmt diese Wünsche auf, prüft, was im Standard möglich ist und was Programmierung erfordert, schätzt Aufwand und Risiko und beauftragt bei Bedarf externe Entwickler oder Beratungshäuser. Dazu kommen Projekte: Einführung eines neuen Moduls, Umstellung auf eine neue Release-Version, Anbindung eines Webshops oder einer Zeiterfassung über Schnittstellen. Zwischendurch schult man Anwender, schreibt Dokumentation und beantwortet Tickets im Second-Level-Support.

Wie wird man ERP Application Manager?

Der häufigste Weg führt über ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt. Ebenso verbreitet ist der Einstieg über eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder zum Kaufmann für IT-Systemmanagement, gefolgt von einigen Jahren Praxis. Es ist außerdem ein klassischer Beruf für interne Aufsteiger: Wer in der Buchhaltung, im Einkauf oder in der Disposition jahrelang mit dem System gearbeitet hat und sich für die Technik interessiert, wird zum Key User und von dort in die Systembetreuung geholt. Prozesswissen aus der Fachabteilung ist in diesem Beruf oft wertvoller als Programmierkenntnisse. Wichtig sind Herstellerzertifizierungen, etwa in SAP-Modulen wie FI, MM oder SD, in Microsoft Dynamics 365 oder in der jeweils eingesetzten Mittelstandslösung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit am Bildschirm, häufig mit Homeoffice-Anteil. Belastend sind die Spitzen: Monats- und Jahresabschluss, Inventur, Release-Wechsel und Go-Live-Termine liegen oft am Wochenende oder in der Nacht, weil das System dann nicht produktiv gebraucht wird. Bei Störungen im laufenden Betrieb steht man unter Druck, weil sofort mehrere Abteilungen nicht arbeiten können. Rufbereitschaft kommt in größeren Unternehmen vor.

Wer nur programmieren will, ist hier falsch. Ein erheblicher Teil der Zeit geht in Abstimmung, Priorisierung widersprüchlicher Wünsche und Geduld mit Anwendern, die dieselbe Frage zum dritten Mal stellen. Umgekehrt braucht es die Bereitschaft, sich in Buchhaltungslogik, Steuerrecht oder Logistikprozesse einzulesen. ERP-Landschaften sind oft über Jahre gewachsen und schlecht dokumentiert, was systematisches Vorgehen und Frustrationstoleranz erfordert.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Fast jedes mittlere und große Unternehmen betreibt ein ERP-System, und die laufende Umstellung von Altsystemen auf Cloud-Versionen wie SAP S/4HANA bindet auf Jahre Kapazität. Erfahrene Kräfte mit gefragter Modulkenntnis finden leicht eine Stelle, auch quer über Branchen hinweg.

Entwicklungswege führen in die Spezialisierung auf ein Modul oder eine Technologie, in die Leitung eines Applikationsteams oder der IT-Abteilung, ins Projekt- und Programmmanagement oder in die externe Beratung, die höher zahlt, aber Reisetätigkeit mitbringt.

Aufgaben

  • ERP-Module konfigurieren und an geänderte Prozesse anpassen
  • Störungen analysieren und im Second-Level-Support beheben
  • Updates und Release-Wechsel testen und einspielen
  • Anforderungen der Fachabteilungen aufnehmen und bewerten
  • Schnittstellen zu Vorsystemen und Webshops betreuen
  • Berechtigungen und Rollen vergeben und dokumentieren
  • Key User und Anwender schulen
  • externe Dienstleister und Entwickler steuern

Voraussetzungen

  • Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder BWL mit IT-Bezug oder einschlägige IT-Ausbildung mit Berufserfahrung
  • fundierte Kenntnisse mindestens eines ERP-Systems, etwa SAP, Microsoft Dynamics, Sage oder Odoo
  • Verständnis betriebswirtschaftlicher Abläufe in Buchhaltung, Einkauf, Vertrieb oder Logistik
  • Grundkenntnisse in SQL, Reporting-Werkzeugen und Schnittstellentechnik
  • Fähigkeit, technische Sachverhalte für Nichttechniker zu erklären
  • Englisch für Herstellerdokumentation und internationale Projekte
  • Bereitschaft zu Einsätzen außerhalb der Regelarbeitszeit bei Go-Live und Abschlüssen

Wo man arbeitet

  • IT-Abteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • IT-Dienstleister und ERP-Beratungshäuser
  • Konzerne mit eigenen Shared-Service-Centern
  • öffentliche Verwaltungen, Kliniken und Hochschulen
  • Softwarehersteller im Kundensupport

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor in Wirtschaftsinformatik oder Informatik mit einer Regelstudienzeit von sechs bis sieben Semestern. Alternativ führt eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder zum Kaufmann für IT-Systemmanagement mit anschließender Praxis in den Beruf. Verbreitet ist auch der interne Aufstieg vom Key User einer Fachabteilung, begleitet von Herstellerzertifizierungen.

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