Ergotherapeut Pädiatrie
Ergotherapeuten in der Pädiatrie behandeln Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsverzögerungen, Wahrnehmungsstörungen, motorischen Einschränkungen oder Behinderungen. Ziel ist, dass die Kinder Alltagsdinge wie Anziehen, Schreiben oder Spielen selbstständig bewältigen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Ergotherapeut Pädiatrie verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.650 € | 3.000 € | 31.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.050 € | 3.450 € | 36.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.100 € | 3.500 € | 4.300 € | 42.000 € |
Der größte Unterschied liegt zwischen öffentlichem Dienst und privater Praxis: In Kliniken, Sozialpädiatrischen Zentren und kommunalen Frühförderstellen gilt meist der TVöD (Entgeltgruppe 7 bis 9a) oder ein kirchlicher Tarif wie AVR, in kleinen Praxen wird frei verhandelt und häufig darunter bezahlt. Selbstständige mit eigener Praxis können mehr erreichen, tragen aber das volle wirtschaftliche Risiko.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Ergotherapeut in der Pädiatrie?
Die Arbeit beginnt mit einem Befund: Wie greift das Kind, wie hält es den Stift, wie reagiert es auf Berührung, Geräusche, Bewegung? Dafür kommen standardisierte Testverfahren zum Einsatz, etwa zur sensorischen Integration, zur Grafomotorik oder zur Bewegungskoordination. Aus den Ergebnissen und den Wünschen der Familie entsteht ein Behandlungsplan mit konkreten Zielen.
Behandelt wird über das Spiel und über Alltagshandlungen. Ein Kind mit Wahrnehmungsstörung schwingt, klettert, arbeitet mit unterschiedlichen Materialien. Ein Kind mit halbseitiger Lähmung übt, beide Hände zu benutzen. Bei einem Schulkind mit Feinmotorikproblemen geht es um Stifthaltung, Schreibtempo und Ausdauer. Dazu kommen Hilfsmittel: Sitzschalen, Schienen, angepasstes Essbesteck, Kommunikationshilfen. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Elternberatung - was zu Hause geübt werden kann, wie der Alltag umgebaut werden muss, wie mit Frustration umzugehen ist. Berichte an Ärzte, Krankenkassen und Kindergärten gehören ebenfalls dazu, ebenso Absprachen mit Logopädie, Physiotherapie und Frühförderung.
Wie wird man Ergotherapeut in der Pädiatrie?
Grundlage ist die dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Ergotherapie mit staatlicher Prüfung, alternativ ein Bachelorstudium Ergotherapie. Voraussetzung ist meist ein mittlerer Schulabschluss, an Fachhochschulen die Fachhochschulreife. Viele Schulen sind privat und erheben Schulgeld, die Ausbildung ist dort in der Regel unbezahlt - ein Punkt, der vor der Entscheidung geklärt werden sollte.
Die Pädiatrie ist keine eigene Ausbildung, sondern eine Spezialisierung danach. Sie entsteht über Praktika, die erste Anstellung in einer Kinderpraxis und über Fortbildungen: sensorische Integrationstherapie, Bobath für Kinder, Marburger Konzentrationstraining, CO-OP, Handlungsorientierte Diagnostik. Diese Kurse kosten Zeit und Geld, sind aber für viele Stellen faktisch erwartet.
Was der Beruf verlangt
Kinder lassen sich nicht durch einen Behandlungsplan steuern. Wer hier arbeitet, braucht Geduld, Improvisationsvermögen und die Fähigkeit, eine Einheit abzubrechen und neu anzusetzen. Körperlich ist die Arbeit fordernd: viel Arbeit am Boden, Kinder heben und sichern, Geräte auf- und abbauen. Belastend ist auch die Nähe zu Familien in schwierigen Lagen - schwere Behinderungen, Überforderung der Eltern, Verdacht auf Vernachlässigung.
Die Arbeitszeiten liegen meist am späten Vormittag und Nachmittag, weil Kindergarten und Schule vorher stattfinden. Schichtdienst und Wochenendarbeit gibt es kaum. Dafür drückt der Takt: In Praxen sind Einheiten von 30 bis 45 Minuten die Regel, Dokumentation und Berichte fallen oft außerhalb der Behandlungszeit an. Die Verordnungsmengen der Kassen begrenzen, was therapeutisch möglich ist.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst. Entwicklungsauffälligkeiten werden früher erkannt, Praxen in Städten und auf dem Land führen Wartelisten von Monaten. Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, findet zügig eine Stelle. Entwicklungswege führen in die fachliche Leitung einer Praxis, in Sozialpädiatrische Zentren, in die Frühförderung, an Förderschulen oder in die Selbstständigkeit mit eigener Praxis. Ein Bachelor- oder Masterabschluss öffnet Lehre, Fachschulunterricht und Forschung. Die Vergütung bleibt im Vergleich zu anderen Berufen mit vergleichbarer Qualifikation zurückhaltend, in privaten Praxen deutlicher als im öffentlichen Dienst.
Aufgaben
- Entwicklungsstand und Fähigkeiten mit standardisierten Tests erheben
- Behandlungsziele mit Kind und Eltern abstimmen
- Therapieeinheiten zu Feinmotorik, Wahrnehmung und Koordination durchführen
- Alltagshandlungen wie Anziehen, Essen oder Schreiben üben
- Hilfsmittel und Schienen auswählen, anpassen und erproben
- Eltern zu Übungen und Anpassungen im häuslichen Alltag beraten
- Therapieberichte für Ärzte und Krankenkassen schreiben
- Mit Kindergarten, Schule, Logopädie und Physiotherapie zusammenarbeiten
Voraussetzungen
- Staatlich anerkannte Ausbildung oder Studium in Ergotherapie
- Mindestens mittlerer Schulabschluss für den Ausbildungszugang
- Geduld und Freude an der Arbeit mit Kindern und deren Familien
- Körperliche Belastbarkeit für Arbeit am Boden und Heben von Kindern
- Fähigkeit, Beobachtungen schriftlich präzise festzuhalten
- Bereitschaft zu Fortbildungen wie sensorische Integration oder Bobath
- Erweitertes Führungszeugnis
Wo man arbeitet
- Ergotherapeutische Praxen mit pädiatrischem Schwerpunkt
- Sozialpädiatrische Zentren und Kinderkliniken
- Frühförderstellen und Interdisziplinäre Frühförderzentren
- Förderschulen und schulische Inklusionsdienste
- Rehabilitationskliniken für Kinder und Jugendliche
- Eigene Praxis mit Kassenzulassung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Ergotherapie, die mit der staatlichen Prüfung und der Berufsbezeichnung Ergotherapeut abschließt. Alternativ führt ein drei- bis vierjähriges Bachelorstudium zum gleichen Ziel. Die Spezialisierung auf Pädiatrie erfolgt anschließend über Praxiserfahrung und Fachfortbildungen.
Offene Stellen als Ergotherapeut Pädiatrie
In der Suche fortsetzen
Ergotherapeut/in Pädiatrie (m/w/d)
Ergotherapeut/in Pädiatrie (m/w/d)
Verwandte Berufe
Ergotherapeut
Ergotherapeuten helfen Menschen, alltägliche Handlungen wieder selbst auszuführen – vom Anziehen nach einem Schlaganfall bis zur Rückkehr in den Beruf. Sie arbeiten mit Kindern, Erwachsenen und alten Menschen in Kliniken, Praxen und Einrichtungen.
- Offene Stellen
- 104
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.500 €
Heilerziehungspfleger
Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, fördern ihre Selbstständigkeit und übernehmen dabei auch pflegerische Aufgaben. Sie arbeiten in Wohngruppen, Werkstätten, Schulen und in der Assistenz zu Hause.
- Offene Stellen
- 24
- Monatsbrutto
- 2.900 – 4.900 €
Logopäde
Logopäden behandeln Menschen mit Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme, des Schluckens und des Hörens – von Kindern mit Aussprachefehlern bis zu Erwachsenen nach einem Schlaganfall.
- Offene Stellen
- 28
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.600 €
Physiotherapeut
Physiotherapeuten behandeln Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder nach Verletzungen und Operationen. Sie arbeiten mit Übungen, manuellen Techniken und Beratung daran, Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen.
- Offene Stellen
- 172
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.600 €
Passend dazu im Ratgeber
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...
- Der Lebenslauf: Aufbau, Lücken und die häufigsten Fehler Der Lebenslauf wird schneller gelesen als jedes andere Dokument der Bewerbung. Was hineing...
- Das Anschreiben, das gelesen wird Ein Anschreiben hat eine Aufgabe: erklären, warum ausgerechnet diese Bewerbung zu dieser S...